Donnerstag, 25. Oktober 2007

Hayling Golfclub

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit in Hayling wieder mal einen Linkskurs zu spielen. Der Club Club liegt östlich von Portsmouth direkt am Starnd gegenüber der Isle of Wight. Gegründet wurde der Club 1883 und schon 1 Jahr später gab es einen 18 Loch Kurs. Bis auf die Löcher 1 und 18 spielt man in den Dünen. Bäume gibt s natürlich nicht, dafür genügend Ginsterbüsche. Diese waren sogar noch etwas gelb. Das Land, auf dem sich der Club befindet, gehörte die ersten 110 Jahre der Clubgeschichte der Familie Sandeman (die mit dem Sherry). Die Familie stellte auch viele Jahre den Präsidenten. Heutzutage gehört das Gelände dem Club. Der Platz an sich taucht in einigen Top 100 Listen hier in England auf. Und er hat es auch verdient. Nun aber weg von der Geschichte hin zu unserem großartigen Golferlebnis.

Einige Tage zuvor rief ich bei Club an und man erzählte mir, dass am Wochenende Besucher ab 10.00 Uhr zugelassen sind. Wenn wir also um 09.30 dort sind und uns anstellen, werden wir ohne Probleme beginnen können. Wir sollten nur bis ca. 10.45 starten, da ab 11.00 ein Turnier stattfindet. Gesagt, getan. Nach einem Nachtabbruch (06:30 Uhr) ging es nach einem ausgiebigen Frühstück Richtung Süden zum Ärmelkanal. Über der Themse in Staines lag noch leichter Nebel. Aber oberhalb des Nebels sah man schon strahlenden Sonnenschein. Es war nicht allzu warm (3°), aber dies sollte sich noch ändern. Nach 90 Minuten Fahrt trafen wir pünktlich auf dem Clubparkplatz ein. Schon der Blick vom Parkplatz ließ die letzte Müdigkeit verschwinden und die Vorfreude ins Unendliche steigen (man beachte bitte die Strandhütten auf dem Bild unten). Also kurz zahlen beim Proshop und los gehts. Entgegen den Anweisungen haben wir unsere Schuhe am Auto gewechselt und nicht im Clubhaus. Aber man möge uns diesen Fauxpas verzeihen. Wir wollten keine Zeit verlieren.


Blick auf Grün Loch 18 und Abschlag Loch 1


Auf dem Übüngsgrün dann die erste positive Überraschung. Das Grün war unglaublich schnell. Zu diesen schnellen Grüns habe ich bisher habe kaum Vergleiche in meiner bisherigen Golfkarriere (vielleicht 2 oder 3 Linkskurse in Schottland). Auf jeden Fall unbeschreiblich schnell und ehrlich. Dann sind wir zum Abschlag und habe uns einfach mal eingereiht. Wir müssen irgendwie einen deutschen Eindruck gemacht haben. Auf jeden Fall fragte man uns sofort, ob wir aus Deutschland kommen ("are you german?") und wie wir es hier finden. Und wir sollten auf die Grüns aufpassen. Diese seien etwas schneller...Netterweise hat man uns dann vorgelassen (wenn die geahnt hätten, dass sie den zweitlangsamsten Zweierflight Norddeutschlands vorlassen...)


Also begannen wir einfach mit dem Par 3 auf Loch 1. Zweiter Schlag auf dem Grün und dann 3 Putts. Man muß sich doch erst and die Geschwindigkeit gewöhnen. Am nächsten Loch (Par 5) gab es dann sogar ein erstes Par. So ging es dann weiter durch die Dünen. Das Spielen war einfach ein Genuss und der Score war meist zweitrangig. Es war einfach ein Golferlebnis erster Klasse. Der Club wurde während des Krieges übrigens von der Royal Navy als Ablenkung für deutsche Bomber genutzt. Portsmouth (2 Meilen Luftlinie) war der wichtigste Marinehafen der Royal Navy. Also hat man einfach mit besonderer Beleuchtung auf dem Golfplatz die Stadt Portsmouth simuliert. Das Ergebnis für den Platz waren einige zusätzlich Unebenheiten. Ob es Portsmouth geholfen hat, habe ich nicht herausfinden können. Spuren dieser Zeit finden man u.a. auf Loch 7 (siehen Foto unten. Der Bunker rechts).



Loch 7 (man beachte den echten Bunker rechts hinten)


Die Runde hatte für uns beide rein golferisch Höhen und Tiefen. Aber als Gesamterlebnis war es einfach toll. Auch die Abschläge waren teilweise richtig klasse und eine Herausforderung. Blinde Abschläge, an denen man nur Dünen und einen schwarz-weißen Stab sah. Oder Fairways, die mehr als 150 yards vom Abschlag begannen (dazwischen war hohes Dünengras).


Abschlag Loch 13 (wo ist das Fairway?)


Ab Loch 14 wurde das Wetter etwas schlechter. Es kamen Wolken und die Sonne lachte etwas seltener. Ob es mit dem Wetter zusammenhing, kann ich nicht sagen. Aber ab Loch 14 gönnten wir uns beide eine kleine spielerische Pause. Ab Loch 17 hatten wir uns dann aber wieder gefangen und die letzen beider Löcher wurde mit einem Bogey beendet.

Clubhaus

Nach der Runde ging es dann zum Lunch in das schöne Clubhaus. Die Wolken verzogen sich auch wieder. Leider hatten wir schon Oktober. Sonst hätten wir wohl nochmal 18 Loch gespielt. So sind wir dann aber über Arundel (ein süßes mittelalterliches Örtchen) zurück nach Staines gefahren.


Schöne Grüße vom Flughafen Heathrow


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