Mittwoch, 1. Oktober 2014

Samstag, 16. August 2014

Golf im Ruhrgebiet

Um über Golf im Ruhrgebiet zu schreiben, muss man sich erstmal klar werden, was überhaupt das Ruhrgebiet ist. Diese Frage stellte sich für mich, als ich 2008 aus beruflichen Gründen während der Woche eine kleine Wohnung in Bochum bezog. und mir das Ziel setzte, alle Golfplätze im Ruhrgebiet zu spielen. Über die Eingrenzung des Ruhrgebiets gibt es nämlich viele Meinungen. Vor allem unter meinen Kollegen, von denen viele dort geboren waren. Ich habe lernen dürfen, dass üblicherweise die Grenzen des 1920 gegründeten Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk zugrunde gelegt werden. Somit hatte ich ein Ziel.

Die Golfpost hat sich schon einmal mit einer Zusammenstellung bemüht, hat aber leider einige Plätze vergessen oder einige, die nicht dazugehören, vergessen. Hier ist nun also die erste "echte" Liste! Zum Ruhrgebiet gehören nach der Definition des Siedlungsverbandes 36 Golfplätze (Clubs). 13 davon sind 9-Loch Plätze, 22 18-Loch Plätze und einer (Castrop-Rauxel) hat 27 Löcher. Ich habe knapp 6 Jahre gebraucht, um alle mindestens einmal zu spielen und subjektiv bewerten zu können. Schneller ging es nicht, wenn man nur von Montags bis Freitags hier ist...


Golf im Ruhrgebiet auf einer größeren Karte anzeigen

Die Plätze sind allein durch die im Ruhrgebiet sehr unterschiedliche Landschaft sehr vielfältig. Nördlich der A40 ist es meist flach und südlich davon kann eine Runde über 18 Loch mit dem Bag auf dem Rücken schon sehr anstrengend werden. Solche Höhenunterschiede erwartet man nicht, wenn man das Ruhrgebiet nicht kennt. Die ältesten Clubs im Ruhrgebiet sind Niederrheinischer GC Duisburg (1953 gegründet), Dortmunder GC (1956 gegründet) und Essen Haus Oefte (1959 gegründet).

Natürlich habe ich auch alle Plätze bewertet und in eine Karte eingefügt. Die Karte kann einen Anhaltspunkt für die bieten, die das erste Mal in der Region sind und eine schöne Runde spielen möchten. Meine persönlichen Favoriten sind:
  1. GC Mülheim an der Ruhr (leider übertreiben die mit 80 € Greenfee ohne Goldhologramm)
  2. Vestischer GC Recklinghausen (auch hier möchte man mit 70€ etwas zu viel...)
  3. Dortmunder GC (mit 50€ Greenfee recht fair)
  4. Niederrheinischer GC Duisburg (9-Loch Platz/Sundowner ab 17.00 für 40€)
  5. Bochumer GC (mit 50€ fair bepreist)
Falls jemand Fragen hat oder eine andere Meinung, bitte einfach eine Mail an mich senden. Bis dahin. Viel Spass beim Golf im schönen Ruhrgebiet.

Montag, 4. August 2014

GC Gut Hahues Telgte

Die Golfplätze rund um Münster waren bisher für mich bisher weisse Flecken auf meiner Landkarte. Anfang Juli bot sich die Gelegenheit auf dem Weg Richtung Osnabrück dort zu spielen. Eigentlich hatte ich einen 18-Loch Platz geplant, aber leider war der von mir gewählte durch ein "Privatturnier" belegt. Nun denn. Navi fragen und auf Richtung dem vorgeschlagenen Telgte.

Blick auf das Grün Loch 2 (Par 3)
Dort befindet sich etwas östlich des Ortes ein 12-Loch Platz. GC Gut Hahues. Der Club begann vor knapp 25 Jahren mit einem 9-Loch Platz und wurde später zu einem 12-Loch Kurs erweitert. Für mich war dies übrigens nach Skiskine auf Arran erst der zweite 12-Loch Platz, den ich spielen durfte. Der Platz ist in 2 Hälften á 6 Loch eingeteilt. Rot und Blau. Am Aushang ist dann die 18-Loch Runde des Tages ausgegeben. Als ich dort war, war es Rot-Blau-Rot.

Abschlag Loch 4 (links Wastearea)
Die Anlage befindet sich in absolut ruhiger Umgebung. Man ist alleine mit der Natur (und dem lahmen Flight vor sich). Der Platz ist an einigen Löchern richtig toll gestaltet. Auf den ersten 4 Loch kann man sich (wenn man sich einen anderen Wald denkt) etwas fühlen wie in Pinehurst. Viel Wastearea. Das gefiel mir. Auf den späteren Löchern ließ der Kurs dann visuell und gestalterisch etwas nach. Aber es ist im Ganzen trotzdem ein sehr netter Kurs. Wer in der Gegend ist, kann ohne Bedenken dort eine Runde spielen.

Par 3, Loch 11
Bisschen kleinlich fand ich, dass man trotz Bescheinigung einer Voll- u. regionaler Mitgliedschaft und recht leerem Platz darauf bestand, mir 10 Euro mehr abzuknöpfen, weil ich kein goldenes Hologramm auf meiner DGV Karte hatte... Zudem kosten 12 Loch genauso viel wie 18 Loch...Witzig ist übrigens, dass man auf der Website des Clubs Drohnenvideos von ein paar Löchern zeigt. Schöne Idee.

Fazit: Netter 12-Loch Platz. Wer grad in Telgte ist, kann hier ruhig eine Runde spielen

Reisegolfer-Rating: 3

Sonntag, 27. Juli 2014

Golf Club St. Dionys

Golf würde anfänglich nur auf Linkskurse in Küstennähe in Schottland gespielt. Es gab Versuche, den Sport auch in das Inland zu bringen, aber bis auf wenige Ausnahmen war dies meist nicht von Erfolg gekrönt. Erst die Entdeckung von Heideland als perfektem Ersatz für einen Linkskurs mit sandigem Untergrund sorgte für einen Boom von Inlandplätzen in Großbritannien. Zu Beginn lagen diese Plätze meist westlich von London. Als Beispiele zu nennen sind hier unter anderem Woking und Sunningdale. Heidelandschaften eignen sich perfekt für einen Golfplatz. Dies liegt hauptsächlich an der guten, natürlichen Drainage des Sandbodens.  Auch in Deutschland gibt es ein paar, reine Heidelandplätze. Einer davon ist St. Dionys etwas südöstlich von Hamburg.

Abschlag Loch 5
Der Club wurde 1972 gegründet und gehört bei Ranglisten der deutsche Golfplätze regelmässig zu den besten 20. Im Jahre 2010 erlebte der Club und der Platz eine einschneidende Veränderung. Der Eigentümer einiger Gründstücke an den Löchern 3 bis 7 wollte für die Verlängerung der Pacht Mondpreise erzielen. Daraufhin hat sich der Club dann entschieden, nicht zu verlängern und dafür den Platz dort umzubauen. Ich war vor dem Umbau dort und wollte nun einmal schauen, inwieweit sich der Umbau auf den Platz ausgewirkt hatte. Vor dem Umbau war Dionys für mich einer der besten Plätze in Norddeutschland.

Par 3, Loch 6
Der Umbau ist aus meiner Sicht als gelungen zu bezeichnen. Zwar hat man bei den Löchern 4 und 5 etwas übertrieben, aber dadurch hat man auch neue Herausforderungen auf dem Platz. Der Platz im ganzen ist aus meiner Sicht ausserordentlich fair gestaltet. Er hat die richte Mischung aus relativ graden Löchern und ein paar Doglegs. Die Fairways sind breit genug und man bietet dem Spieler genug Möglichkeiten sein Handicap zu spielen. Wenn dieses mal nicht klappt, dann liegt dies nicht am Platz... Ach ja. Es ist immer noch einer der besten Golfplätze in Norddeutschland...

Fazit: Ein großartiger Heidelandplatz, den man unbedingt mal spielen sollte

Reisegolfer-Rating: 6

Website des Clubs

Dienstag, 15. Juli 2014

Niederrheinischer Golfclub Duisburg - Der schönste 9 Loch Platz Deutschlands?

Ich habe es bald geschafft und habe dann alle Plätze des Ruhrgebiets gespielt. Es fehlt mir nun nur noch 1 Platz, den ich spielen muss, um diesen Quest zu beenden. Der Vorletzte auf dieser Reise war der Niederrheinische GC in Duisburg. Was hatte ich vorher nicht alles von diesem Club gehört. Sehr konserativ, versnobt. Aber schöner, herausfordernder Platz. Da der Club in diesem Jahr eine Twilight Rate ab 17.00 Uhr für 40 € anbietet, habe ich die Gelegenheit mal genutzt und den Kurs gespielt.

Blick auf das Grün der 5
Melden beim Caddiemaster, die Kohle bar gezahlt und los ging es. Der Platz liegt mitten in einem Wald im Süden von Duisburg. Die A 59 ist nicht weit entfernt, aber spielt auch akustisch keine Rolle. Bei der Zufahrt zum Club denkt man schon, in eine andere Welt zu fahren. Duisburg hat irgendwie einen anderen Ruf... Man hat das Gefühl in einen Park mit angeschlossenen Golfplatz zu fahren. So ist es dann wohl auch.

Blick vom Abschlag der 6
Der Platz spielt sich, wie schon gesagt, immer durch einen Wald. Parkland halt. Die Bahnen sind aber alle breit genug und fair gestaltet. Was man hier nur nicht machen darf, ist die Kugel einfach nur weit zu dreschen und zu hoffen, den Ball dann doch irgendwo zu finden ist. Für diese Art von Spiel ist der Kurs nicht geeignet. Man muss bei jedem Schlag überlegen, wo man denn nun hin will. Man muss also strategisch spielen und man kann alle Schläger im Bag einsetzen.

Blick zurück von Loch 8
Am besten gefielen mir die Löcher:

- 5 (kurzes Par 5 mit Teich links vom Grün),
- 6 (mittellanges Par 3 über ein frontales Wasser vor dem Grün) und
- 9 (schönes kurzes Par 4 mit Grün vor der Clubhausterrasse).

Zum Clubhaus kann ich selber kaum etwas sagen, da dort nach unserer Runde eine grössere Gesellschaft am gedeckten Tisch saß und das Ganze nicht sehr einladend auf uns wirkte. Vielleicht fehlte mir die Krawatte während der Runde, um freundlichere Blicke zu ernten...

Fazit: Ausgewogen designter Platz, der mir viel Spass gemacht hat. Typische Parklandplatz. Für mich bisher der beste 9-Loch Platz Deutschlands...

Reisegolfer-Rating: 5

Link zur Club-Website


Dienstag, 8. Juli 2014

Sind die Ballwascher in Winston Links wirklich besser als auf dem Old Course in St. Andrews?

Wer hier gelegentlich landet wird bemerkt haben, dass ich auch ein großer Freund von Golfplatz-Rankings bin. Sobald irgendwo ein neues Ranking verfügbar ist, besorge ich es mir. Sei es bei den großen Golfmagazinen in den USA oder in UK, selbst die (etwas seltsamen) Rankings im deutschen Golf Magazin nehme ich zur Kenntnis. Und natürlich auch das bisher für mich objektivste deutschsprachige Ranking im Golf Journal habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen. Bis zum 29. Juni diesen Jahres. Seit dem Datum zweifele ich an der Qualität der Rankings im Golf Journal.

Ballwaschanlage Mitte unten auf Winston Links. Dafür kann es keinen Bonus gegeben haben...
Grund dafür war die Meldung, daß Winston Links vor dem Old Course in St. Andrews plaziert ist. Nun denn. Der Sache wollte ich auf den Grund gehen und besorgte mir die Juli Ausgabe des Golf Journals. Und tatsächlich. In dem Ranking der besten Golfplätze in Europa (bei dem die Idee an sich toll ist) stand Winston Links vor dem Old Course. Ich dachte mir, OK, die werden wohl einen Grund für die Platzierung haben. Sofort eine Mail an die Redaktion mit der Bitte um etwas mehr Details. Ich wollte einfach nur den Grund verstehen. Selbstverständlich kann ich mit meinen bisher gespielten knapp 350 Plätzen nicht mit der Erfahrung der zu Rate gezogenen Experten mithalten, aber irgendwie meine ich schon, mir ein Bild machen zu können und vergleichen zu können. Ach ja. Ich habe nach einer Woche immer noch kein Feedback der Redaktion bekommen. Schade eigentlich...

Hinter der schönen Kiste ist die Ballwaschanlage. Ist doch nett. Oder? :-)
Nun aber zurück zum Thema. Winston Golf ist ein guter, aussergewöhnlicher Platz in Deutschland. Aber bester deutscher Platz in Europa und besser als der Old Course? Ich weiß nicht so recht. Ich habe mal versucht, den Grund zu ermitteln und dazu die Kriterien des Golf Journal genutzt.

Anspruch: OK. Der Old Course ist nicht der schwerste Platz der Welt von Gelb, wenn man auf dem Fairway bleibt und das Wetter gut ist. Aber ist das wirklich wichtig, um einen Platz unter den "besten" zu platzieren? Ich denke nein. Denn schwere Plätze zu bauen ist nicht schwer. Das kann fast jeder... Die Kunst besteht eher darin, einen Platz für jeden gut spielbar zu machen, für Erfolgsergebnisse für den Spieler zu sorgen und gleichzeitig die besten herauszufordern .

Design: Ganz ehrlich. Auch wenn ich die Einzelwertungen nicht kenne, das kann es nicht sein. Den Old Course als das Beispiel für Golfplatzdesigner in aller Welt und Template Holes wie dem Eden Hole mit Winston Links überhaupt zu vergleichen ist für mich schon fast ein Frevel. Das Design des Winston Links ist nett, aber nicht großartig. Aussergewöhnlich sind die spitzen Sandberge, die überhaupt nicht in die Mecklenburger Landschaft passen. Aber so etwas passt auch in keine andere Region, in der Linskkurse der Normalfall sind. Spitze Kegelberge sind nicht unbedingt ein Synonym für einen Linkskurs.

Kulisse: OK. Darüber kann man streiten. Der Old Course lebt für viele von den Bildern, die jeder Golfer aus Magazinen im Kopf hat. Aber man darf den Platz eigentlich nicht auf das Clubhaus des R&A, die Swilcan Bridge und das Road Hole reduzieren. Der Herr Maiwald hat dazu im Bericht einen schönen Kommentar geschrieben, der viel Wahres enthält. Aber was ist an der Kulisse des Winston Links so herausragend? Der Wald, den man so oft sieht und auf den ersten 9 auch streift? Das kann es nicht sein. Die schon angesprochenen Kegelberge? Auch nicht. Gut. Gelegentlich fliegt die RAF über den Old Course. Aber wer erlebt das schon?

Service: Vielleicht ist es das. Obwohl beim Old Course eigentlich alles da ist, was man sich wünscht. Es gibt eine sehr gute Range (OK. Die ist etwas entfernt), es gibt ein großartiges Putting Grün beim Loch 1 des Old Course. Kann es auch nicht sein. Vielleicht sind es die Ballwaschanlagen. Aber dort sind ganz objektiv die Geräte beim Old Course viel schöner! Vielleicht sind es die fehlenden Umkleidekabinen. Ins R&A Clubhaus kommt man ja nicht hinein. Wer sich aber etwas vorbereitet, geht zum Clubhaus des Links Trusts. Da kann man sich auch umziehen. Und für ein Getränk nach der Runde ist die Auswahl an unterschiedlichen Lokalen nirgends größer als in der der Nähe des Loch 18 des Old Course.

Nun denn. Genug ausgelassen. Am besten ist es natürlich, wenn sich jeder ein eigenes Bild der beiden Plätze macht. Das ist sowieso immer das beste. Ansonsten freue ich mich über Kommentare von allen, die schon beide Plätze gespielt haben.

P.S.: Was der Nord Course von Green Eagle überhaupt in der Liste verloren hat (Platz 99), wird mir ein ewiges Rätsel bleiben...

Mittwoch, 2. Juli 2014

Lohersand - die Schatzkiste im hohen Norden

Ich hatte vorher schon viel Gutes von dem Platz in der Nähe von Rendsburg gehört. Aber nichts konkretes. Pfingsten ergab sich für uns dann endlich die Gelegenheit, den Platz selbst mal zu spielen. Wie so oft war es ein Vierer. Wir hatten uns etwas mit der Entfernung nach Rendsburg vertan und schafften es grad so pünktlich zum Abschlag zu kommen. Da das Turnier mit Kanonenstart war und wir an der 6 starteten, hatten wir vom Clubhaus noch ein ganz schönes Stück zu laufen. Dort warteten dann 6 Golfer auf uns. Für uns hatte man Rolf und Regina vorgesehen. Zwei Mitgleider, die uns sicher zeigen konnten, wo es hier lang geht...

Blick vom Abschlag der 12
Der Club ist einer der älteren in Schleswig-Holstein. Der erste Drive wurde 1959 auf dem von Bernhard von Limburger gestalteten 9-Loch Platz geschlagen. Damals war es ein typischer Heidelandplatz. Etwas Wald, Heide und viel Sandboden auf dem Kurs nahe des Eiderzuflusses Sorge. Die Sorge kommt auf dem Platz aber nicht als Wasserhindernis ins Spiel. Höchstens als Gedanke über eine Gefahr für den eigenen Score. Der alte Teil des Platzes (der Kurs wurde im Jahre 2000 auf 18 Loch erweitert) ist für meinen großartig designed. Man hat Optionen und man muss strategisch spielen. Dazu macht dieser Teil des Platzes auch optisch was her.

Das Par 3 der 13. Da gaaanz hinten ist das Grün... :-)
Der neue Teil des Kurses ist ganz nett, aber für meinen Geschmack nichts besonderes. Man spielt um einen Teich herum hat eine vernünftige Mischung aus kurzen und lange Löchern und hat genügend Herausforderungen. Alles nett, aber der Teil kommt für mich nicht mit dem Ursprungsplatz mit. Die schönsten Löcher sind für mich die Löcher 12, 13 und 18. Das Par 3 der 13 ist eines der schwersten Par 3, die ich bisher in Deutschland gespielt habe. 214m lang, das Grün vom Abschlag aus bergauf, rechts mit Sand und links mit Bäumen geschützt. Dazu war es auch noch optisch ansprechend.

Blick zurück von der 18
Das Clubhaus ist übrigens auch sehr nett gestaltet. Nach der Runde gab es dort ein gemeinsames Abendessen der Teilnehmer und gute Gespräche mit unseren netten Flightpartnern. War ein schöner Tag auf einem schönen Golfplatz.

Fazit: Wer über die A7 in den Norden fährt, sollte auf jeden Fall einen Abstecher nach Lohersand machen. Ist ein kleines Heideland-Schmuckstück

Reisegolfer-Rating: 5

Club-Website

Samstag, 28. Juni 2014

Goethe und Feininger - was hat das mit Golf zu tun?

Ich würde mich nicht unbedingt als typischen deutschen Bildungsbürger bezeichnen. Die Werke der Herren Goethe und Schiller waren damals in der Lehranstalt nicht unbedingt meine Stärke und eine Begegnung mit 8 Mephistos in einer Faust-Aufführung des Bochumer Schauspielhauses hat nicht unbedingt dazu geführt, dass mein Interesse an klassischer deutscher Literatur extrem gesteigert wurde. Durch eine Einladung des Spa u. Golf Resorts Weimarer Land wollte ich der Sache noch mal eine Chance geben und Weimar, die Hochburg der klassischen deutsche Literatur, mit etwas Golf und Erholung verbinden.

Grün Loch 2 Goethe Kurs
Das Resort liegt etwas südöstlich von Weimar und ist sehr gut über die A 4 zu erreichen. Dem Schilde von der Bundesstrasse kommend durch einen Wald folgend kamen wir im Resort an. Der erste Eindruck war recht neutral. Neuer, wenig bewachsener Golfplatz und ein Ensemble von Fachwerkgebäuden. Eine herzliche Begrüßung bei der Rezeption, schnell eingecheckt und dann ging es auch schon auf den Goethe Kurs.

Blick vom Abschlag Loch 12 Goethe Kurs
Der Goethe Kurs ist eingebettet zwischen zwei Wäldern, gelegentlich hügelig und optisch sehr ansprechend. Er hat alles, was man sich für ein paar Tage Golf und Erholung wünscht. Herausfordernde Doglegs, taktisch zu spielende Par 4, Inselgrüns, erhöhte Abschläge und abwechslungsreiche Par 3 Löcher. Irgendwie ein typischer, netter Städler Kurs. Die Runde überstanden wir ohne den zuvor angesagten Regen und anschliessend konnte die mit Vorfreude erwartete Erholung im Spa beginnen.

Doppelgrün Loch 2 und 12 Feininger Kurs
Der großzügige Spa Bereich ist für mich eines der Highlights des Resorts. Großzügig gestaltet und mit einem Aussenschwimmbad ausgestattet, der wie ein Infinity Pool mit Blick auf den Goethe Kurs angelegt ist. Drinnen und draussen gemütliche Liegen, bei denen ich aufpassen musste, nicht einzuschlafen und andere Spa-Besucher mit meinen Schlafgeräuschen zu verschrecken. Dazu gibt es eine Riesenauswahl an Wellnessanwendungen und Massagen. Für jeden was dabei. Auch Fitnessfreaks kommen mit den dort angebotenen Geräten nicht zu kurz. Nicht nur ich fühlte mich dort wohl. Auch meine grösste Kritikerin, die Reisegolferin, war begeistert. Hier müsste man wieder mal hin...

Blick vom Abschlag der 16 Feininger Kurs
Den Abend verbrachten wir dann im Zuge der Halbpension im Restaurant. Das dreigängige Abendessen war sehr gut und die Weinkarte hatte eine sehr große Auswahl. Angeschlossen an das Restaurant ist eine Bar und eine Raucherlounge. Kenne ich gar nicht mehr aus Hamburg... Da wir aber einen langen Tag hinter uns hatten, begaben wir uns zur Ruhe in unser schönes, geschmackvoll im Landhausstil eingerichtetes Zimmer. Blick auf die Schlusslöcher der zwei zum Resort gehörenden 18 Loch Kurse, Vogelgezwitscher, ein paar quakende Frösche vom Teich der 18 des Feininger Kurses und tolle Boxspringbetten, in denen wir schnell einschlummerten. Alles gut und die Frau ist begeistert. Was will man mehr. Happy wife, happy life... :-)

Typische Speisekarte in Weimar
Am nächsten Morgen ging es dann nach dem tollen Frühstück auf den anderen Kurs des Resorts, den Feininger Kurs. Da auch dieser Platz noch nicht so alt ist, wirkt er auf den ersten Blick etwas karg. Der erste Eindruck täuscht aber. Auch dieser Platz hat alles, was man sich bei einem Golfplatz wünscht. Und der Charakter ist auch unterschiedlich zum Goethe Kurs. Zum einen kommt hier gefühlt mehr Wasser ins Spiel, zum anderen hat er auf den ersten 9 sogar eine Art Linkscharakter. Der während unserer Runde vorherrschende Wind und während zwei Loch Regen taten ihr übriges für ein Linksgefühl. Die letzten 3 Loch der Runde verliefen am Hang entlang eines Waldes und baten auch einen sehr guten Überblick über den gesamten Platz. Den Abschluss bildete ein abwärts verlaufendes Par 3, welches ich als Strafe für Slicer bezeichnen möchte. Rechts vor dem Grün befindet sich ein großer Teich (der mit den Fröschen). Ach ja. Bevor jemand nachschauen muss. Lionel Feininger war ein bedeutender Maler und Grafiker der klassischen Moderne und vom Anfang bis zur Schliessung des Staatlichen Bauhauses in Weimar als Meister dort tätig. Berühmt wurden seine Bilder von Kirchen und Dorfkernen in Thüringen. Tolle Idee finde ich übrigens auch den Bobby Jones Course. Hier spielt man aus den Löchern 1-5 und 15-18 des Goethe Kurses und den zweiten 9 Loch des Feininger Kurses einen eigenständigen Platz. Fast so wie der Composite Course aus East und West Kurs im Royal Melbourne Clubs... Na ja, fast so. Wann man den aber spielen kann, habe ich nicht herausgefunden. Vielleicht bei Turnieren.

Goethes Gartenhaus in Weimar
Nach der Golfrunde kam dann der kulturelle Teil der Reise. Stadtführung in Weimar, Besuch von Goethes Gartenhaus in dem sehr schönen, nach englischem Vorbild erstellten Garten und zu Abend Thüringer Klösse mit Rotkohl. Wenn man schon mal da ist... Ich weiß nun einiges mehr über Goethe und Schiller und ich habe gelernt, dass es in Weimar noch sehr viel zu entdecken gibt. Ein guter Grund, noch einmal in das Resort zu kommen und dann die tolle Unterkunft mit noch mehr Kultur in dieser geschichtsträchtigen Region zu entdecken. Und andere nette Golfplätze gibt es in der Gegend sicher auch noch.

Fazit: Sehr schönes Resort mit netten Golfplätzen und viel zu entdecken in der Umgebung

Fazit der Reisegolferin: Großartiges Resort! Ich wette aber immer noch, dass die Kürbissuppe eine Spargelsuppe war


Reisegolfer-Rating: Goethe 4, Feininger 4

Der Trip wurde unterstützt durch das Lindner Spa u. Golf Resort Weimarer Land. Vielen Dank für die Einladung! Informationen zum Resort gibt es hier.

Montag, 23. Juni 2014

No Dogs, no Ladies - ist das noch die Realität?

Seitdem der Augusta National Golfclub 2 Damen als Mitglieder aufgenommen hat, ist der Druck nun seit einigen Monaten auf dem R&A, doch mal endlich Damen aufzunehmen, oder wenigstens (ausser bei 2 offiziellen Veranstaltungen pro Jahr) ins Clubhaus zu lassen. Die Welt ändert sich und im September stimmen die knapp 2400 Mitglieder ab, ob man nun vielleicht doch Damen als Mitglieder zulässt. Mal sehen, ob man eine Zweidrittelmehrheit zur Aufnahme von Damen zusammenbekommt... Diese Diskussion hat mich veranlasst, während unserer Tour nach Schottland etwas mehr auf die Bedeutung von Damengolf in Schottland zu achten.

Ladies Golf Clubs

In Schottland gibt es etliche Ladies Golf Clubs. Einige davon spielen auf dem Platz der Herren, wie der Elie & Earlsferry Ladies GC. Die spielen auf dem Platz der Männer mit, haben aber einen eigenen Bereich im Clubhaus. Treffen tut man die Herren dann in der Mixed Lounge... Der jeweilige eigene Clubbereich ist für das andere Geschlecht tabu. Dann gibt es Damenclubs, die ein eigenes Clubhaus und auch einen eigenen Platz haben. Das ist beispielsweise im Lundin Ladies Club der Fall. Sonderfall ist dann der St. Regulus Ladies Golfclub in St. Andrews. Die haben, genauso wie der R&A und die anderen 6 Golfclubs in St. Andrews, keinen eigenen Platz, aber immerhin ein eigenens Clubhaus. Übrigens sagte uns ein Einheimischer während einer Golfrunde zum Thema Damen im R&A, dass doch erst mal die Damenclubs in St. Andrews Herren aufnehmen sollen...

Clubhaus des St. Andrews Ladies Putting Club
Ladies Golf Union

Wer schon einmal in UK war, dem fiel auf, dass es auf den Abschlägen auch meist eine offizielle Entfernung gibt, so wie in Deutschland die Marken, die von DGV kommen. In Uk sind Damen und Herren getrennte Golfverbände. Und beide vergeben auf eigene Courseratings für jeweils Damen und Herren. Wer mal auf der Insel ist, sollte einfach mal auf die Damenabschläge achten. Diese sind meist von der LGU (Ladies Golf Union) gekennzeichnet. Übrigens gibt es in UK vier Golfverbände für die Herren (für jedes Land einen) und nur einen für die Damen.

Eingangsbereich der Ladies Golf Union in St. Andrews. Man beachte die Schuhe... :-)
Golfshops für Damen

Nicht nur für Männer sind gute Golfshops wichtig. Auch Damen gehen gerne mal shoppen. Bezüglich Golf gibt es in Schottland etwas, was ich bei uns bisher nicht gesehen habe. Golfshops nur für Damen. In Edinburgh habe ich zwei gesehen und in St. Andrews gibt es auch einen. Fand ich nicht schlecht. Und der Reisegolferin gefiel so etwas natürlich auch... :-)

In St. Andrews gibt es für die Damen übrigens auch ein eigenes Old Course Logo...

Ladies Golfshop in St. Andrews
Ach ja. Auch wenn der R&A sich im September dafür entscheidet, Damen aufzunehmen, gibt es bei den Clubs, auf deren Platz die Open Championships stattfinden, immer noch 3, die keine Damen als Mitglieder zulassen. Muirfield, Troon und Sandwich. Vielleicht kommen die ja auch irgendwann in der neuen Zeit an.

Und ein Schild "No Dogs, no Ladies" habe ich während meiner zahlreiche UK Besuche nur in Souvenirshops gesehen. Bei Golfclubs noch nie. Das ist eine lebende Legende...

Donnerstag, 12. Juni 2014

Kölner Golfclub

Wenn ich früher an einen Kölner Golfclub dachte, kam mir der Mitgründer des DGV in den Kopf. Der 1906 gegründete Kölner Golfclub. Dieser Name verschwand aber nach dem 2. Weltkrieg infolge der Teilung in den Marienburger und den Kölner Land- u. Golfclub in Refrath. 2012 öffneten die ersten 9 Loch des neuen Kölner Golfclub. Dieser befindet sich im Westen der Rheinmetropole und möchte mit seiner Philosophie jedem Golfer eine Heimat bieten und hat dabei eine beeindruckende Anlage erstellt. Das ist schön und lobenswert, aber für mich steht natürlich der Platz im Fokus.

Loch 3. Das zweitkürzeste Par 3, was ich kenne...
Wieder mal durch das Matchplay des Spicygolfforum hatte ich die Gelegenheit eine Runde dort zu spielen. Im Endstadium wird der Platz 36 Loch plus 9 Loch Pitch & Putt. Ich habe in meiner Runde den sogenannten Championship Course gespielt. Auch dieser ist noch nicht ganz fertiggestellt und ist zur Zeit ein Par 71 mit 5200 Metern. Man wird beim überblicken des Platzes manchmal an einen Linkskurs erinnert. Erdbewegungsmaschinen sorgten dafür, dass zwischen den Löchern eine Art Dünen entstanden. Und ausser an den Löchern mit Wasser hat man sonst immer die Chance, seinen Ball auch ausserhalb des Fairways wiederzufinden. Das Rough nicht sehr hoch und recht dünn.

Blick über einen Teil der zweiten 9
Der Platz bietet zur Zeit eine gute Abwechslung aus doch meist kürzeren Löchern (nur 2 Par 4 sind länger als 310 Meter). Die Runde machte Spass und bot etwas für jeden. Was mir nicht so gut gefiel, waren die teils sehr großen Abstände zwischen Grüns und nächstem Abschlag. So was mag ich bei den meisten modernen Plätzen in den USA oder UK auch nicht.

Ach ja. Das Matchplay habe ich natürlich wieder verloren. So wie jedes seit Mitte 2012. Nur dass es dieses mal keine Hinrichtung war. Ich habe erst auf der 18 verloren. :-)

Reisegolfer-Rating: 3 (ich muss in ein paar Jahren wieder mal dort spielen)

Fazit: Ein tolle Idee und Philosophie für einen Club, bei der der Platz noch wachsen muss

Montag, 2. Juni 2014

TOC - The Old Course in St. Andrews. Fakten, Tipps und Erlebnisse

Nahezu jeder Golfer träumt davon, einmal in seinem Leben den Old Course in St. Andrews zu spielen. Ende April haben wir uns diesen Traum erfüllt und standen morgens um 07.00 Uhr auf dem ersten Abschlag. Ich möchte in diesem Post meine Erlebnisse wiedergeben, Tipps geben um an eine Startzeit zu kommen und ein paar interessante Fakten auflisten.

Vor dem Start...
Im Januar suchte ich ein Ziel für die jährliche Golfreise unserer kleinen Dreiergruppe auf den britischen Insel. Bei meinem regelmässigen surfen im Netz nach Golfnews kam mir eine kleine Meldung des Linkstrust (Betreiber der Plätze in St. Andrews) in die Finger. "Old Course tee times available for April". Da ich immer im Glauben war, dass die für "Jedermann" verfügbaren  Startzeiten immer schon im Herbst des Vorjahres weg sind, erregte diese Meldung meine Aufmerksamkeit. Ich also kurz auf die Website von St. Andrews und geschaut, was dort steht. Und tatsächlich. Dort stand, dass es noch Reststartzeiten für April gibt. Dazu muss man nur ein Onlineformular mit den Wunschtagen und dem zweiten Platz, den man dort spielen möchte, ausfüllen. Den Old Course kann man nämlich über den offiziellen Weg nicht alleine buchen. Es muss immer mindestens einer der anderen 6 Kurse im Ort dazu gebucht werden. Schon am selben Tag kam die Bestätigung für den 30.04.. Die Startzeit um 07.00 war für mich überhaupt kein Problem. Ich hatte relativ leicht eine Startzeit bekommen. Wenn das Leben immer so einfach wäre, wie die Buchung einer Startzeit für den Old Course... Natürlich kann man als Einzelspieler auch jeden Tag in die Auslosung gehen. Aber so ein Erlebnis habe ich gerne zusammen mit Nicole!

Grün Loch 7. Die tiefe Rinne vor dem Grün sollte man vermeiden...
Danach ging es dann an die Organisation des Rests der Reise. Das war dann schon etwas komplizierter... Nach ein paar Tagen hatte ich dann aber alles beisammen. Ein kleines Haus für 4 Personen 250 Meter von Tee 1 des Old Courses entfernt, einen Flug nach Aberdeen mit KLM (im Flying Blue Club kann man Golfgepäck kostenlos mitnehmen) und einen Kombi für die Woche, der auch unser Gepäck aufnehmen konnte.

Der doch etwas größere Shell Bunker vor der 7
Nachdem wir zum "Einspielen" Anstruther, Kingsbarns und den Eden hinter uns hatten, wurde es am Mittwochmorgen ernst. Unsere Runde auf dem Old Course begann. Wecker um 05.00, Frühstücken und um 06.30 waren wir am Starterhaus. Dort standen schon knapp 40 Leute (Spieler, Caddies und sogar schon Zuschauer). Bei der Anmeldung beim Starter musste ich das erste Mal in 10 Jahre UK Golfurlaube (das war knapp der 110te Platz, den ich dort gespielt habe, einen Handicapnachweis vorlegen. Zum Glück habe ich den immer in meiner Geldbörse (man weiß ja nie, wer mal fragt... :-) ). Habe dann mal freundlich gefragt, warum man dies denn von mir sehen möchte. Hätte ich noch nie in UK gehabt. Die Antwort war recht interessant. Bis vor 2 Jahren hatte man zwar eine Handicapbeschränkung von 24 für Herren und 36 für Damen, aber eigentlich nie gefragt. Nachdem immer mehr Touristen Startzeiten buchten, die vorher noch nie einen Schläger in der Hand hatten, entschied man sich zum vorzeigen lassen der Zertifikate (so etwas wie eine DGV Karte gibt es nicht überall). Nachdem alles andere erledigt war, die obligatorischen Fotos gemacht waren, und wir unseren Mitspieler Brett vorgestellt wurden, ging es irgendwann los. Ich durfte vor knapp 40 Leuten den ersten Abschlag auf dem Old Course machen.

Admirals Bunker auf der 12. Vom Tee aus nicht zu sehen...
Ich gebe zu, ich war lange nicht mehr so nervös beim ersten Abschlag wie an diesem Morgen. Das Fairway ist zwar wahnsinnig breit, aber als geborener Slicer, der gelegentlich einen Extremhook raushaut, hat man schon Respekt. Zum Glück gelang allen im Flight der Abschlag, was die Sache etwas relaxter angehen ließ. Der zweite Schlag sagte dann schon etwas mehr über die unterschiedliche Strategie der Spieler im Flight aus. Nicole und ich legten vor (wer es nicht weiß, vor dem Grün ist ein tiefer Wassergraben, der Swilcan Burn) und die anderen beiden griffen an. Brett landete im Rough hinter dem Grün und unser Rüdi machte schnell Bekanntschaft mit dem Swilcan Burn. Der Rest war für Nicole und mich recht einfach. Ein Chip und 2 Putts. Der sichere Bogey war unser...

Der berühmte Hell Bunker. Jack Nicklaus brauchte 1995 4 Schläge, um rauszukommen...
Ich möchte hier jetzt nicht jedes einzelne Loch beschreiben. Das können andere besser. Ich kann nur meine gesamten Eindrücke wiedergeben. Der Old Course ist ein Platz in den Dünen, der einem bei fast jedem Loch verschiedene Optionen anbietet. Aber grundsätzlich ist es nie falsch, sich etwas links zu halten... Wir hatten zum Glück Brett dabei. Brett betreibt die Bar beim 1 Golf Place (150 Meter vom R&A Clubhouse) und kannte den Platz als Einheimischer fast auswendig. Seine Tipps waren Gold wert. Aber die Richtung angezeigt zu bekommen und dort hinspielen sind für mich 2 verschiedene Dinge. Der Old Course ist hauptsächlich ein recht flacher Platz mit vielen Bunkern. Knapp 110 soll es davon geben. Alle haben einen Namen und am bekanntesten sind der Hell Bunker an der 14 und der Road Bunker an der 17. Zum Glück habe ich nur knapp 4 mal in Bunkern gelegen... Und Hell und Road konnte ich vermeiden. Die Fairways sind aus meiner Sicht meist breit genug, da es sich oft um Doppelfairways handelt. Genauso wie die riesigen Doppelgrüns teilen sich viele Löcher hier Fairways und die Grüns. Daher ist links spielen meist immer gut, ausser an der 9 und 10. Die Doppelgrüns sind für mich der Hauptcharakter. Es gibt 7 davon. Wenn man die Nummer des Löcher addiert, kommt man immer auf die Zahl 18. 2 und 16, 3 und 15, 4 und 14 u.s.w. Nur die 1, die 9, die 17 und die 18 haben ein eigenes Grün. Um sich die Größe der Grüns vorstellen zu können, gibt es einen schönen Vergleich. 1 Doppelgrün kann 6 Grüns von Pebble Beach aufnehmen...

Das Brückenfoto!
Nach etwa 3 Stunden und 40 Minuten waren wir dann auf dem Abschlag der 18. Ist auch ein tolles Gefühl, wenn man in Richtung der Fahne des letzten Lochs schlägt. Nachdem die Runde beendet war, begann kurze Zeit später der für den Mittag angekündigt starke Regen, der bis zum nächsten Morgen durch ging. Was hatte wir doch für ein Glück. Noch ein Getränk im Pub von Brett und die Old Course Erfahrung war vorbei. Für Interessierte habe ich noch ein paar Fakten über den Kurs und seine Geschichte aufgelistet:
  • Länge des Kurses von Gelb: 6387 Yards
  • 2 Par 5, 2 Par 3 und 14 Par 4
  • Der Old Course ist ein öffentlicher Golfplatz, der der Gemeinde St. Andrews gehört
  • ca. 110 Bunker. Alle mit eigenem Namen. Bei seinem Sieg in 2000 war Tiger Woods nicht in einem Bunker. Immer noch einmalig...
  • wenn man die Nummer der zum jeweiligen Doppelgrün gehörigen Löcher addiert, kommt man immer auf 18...
  • Knapp 40.000 Runden werden pro Jahr zwischen April und November gespielt (das ist viel!)
  • Sonntags kann man nicht spielen auf dem Old Course (ausser man ist im Final der Open oder der Dunhill Links Championships...)
  • Bis 1890 gehörte das Land der Familie des Lord of Strathtyrum (Mr. Cheape), die mit dem Verkauf ein Spielrecht für seine Familie für alle Zeiten und alle Plätze in St. Andrews erwarb. Leider waren es irgendwann 6 Plätze und theoretisch hätte ein Familienmitglied während der Open kommen können und sein Spielrecht einfordern können... :-)  1992 verkaufte die Familie Cheape ihr Spielrecht für 245.000 Pfund
Fazit: Wer die Gelegenheit hat dort zu spielen, sollte diese mindestens einmal im Leben nutzen

Reisegolfer-Rating: 9

Buchempfehlung über den Old Course: The Evolution of the Old Course. Rezensiert und empfohlen vom Linksgolfer. Fakten und interessante Geschichten über den Old Course

Mittwoch, 28. Mai 2014

Golf House Club - Elie

Wenn ich eine Golfreise mache, habe ich mir angewöhnt, auch wenn ich jeden Tag spielen möchte, nicht für jeden Tag etwas im Voraus zu buchen. Aufgrund des gelegentlich wechselhaften Wetters auf den Britischen Inseln hat sich dies in der Vergangenheit auch bezahlt gemacht. Auch für die Woche in St.Andrews hatten wir nur den Old Course und den Eden Course reserviert (man kann nicht nur den Old Course alleine vorbestellen). Da blieb uns natürlich einiges übrig an Tagen, die wir mit Golf füllen konnten. Für den letzten Tag fiel unsere Wahl nach einiger Überlegung und auch verfügbarer Startzeit auf Elie.

Grün, Loch 10. Im Hintergrund der Bass Rock.
Wir hatten genug Zeit, aber trotz Navi konnten wir den Club beim ersten Anlauf nicht finden. Das Navi hatte den Kurs nicht in der Auswahl und ich wollte mich nach meinem Gedächtnis richten, da ich immer, bevor ich irgendwo hinfahre, mir das ganze auf einer der verfügbaren Karten anschaue. Irgendwann hatten wir das Clubhaus gefunden und auch herausgefunden, warum ich den Golf House Club nicht im Navi finden konnte. Ganz einfach. Dort gab es nur den Elie & Earlsferry GC. Und den hatte ich nicht mit dem von uns gesuchten Club in Verbindung gesetzt. Mit ein wenig forschen fand ich heraus, dass der Golf House Club bis 1875 unter dem oben genannten Namen lief. Erst mit dem Bau eines Clubhauses bekam der Club den heutigen Namen. Warum man aber den Club nicht unter diesem, nun nicht mehr ganz so neuen Namen, im Navi eintragen konnte, ist mir auch ein Rätsel. Naja. Wir waren dann doch da.

Am Periskop
Das besondere an diesem Club zusätzlich zu der sehr schönen Szenerie des Platzes ist das Periskop am Abschlag von Loch 1. Zu Beginn der Runde hat man hier einen blinden Abschlag über einen Hügel. Man sieht absolut nicht, ob vor einem frei ist, oder ob sich noch jemand in Schlagweite befindet. 1966 nutzte ein Mitglied die Gelegenheit und erwarb bei der Verschrottung des U-Bootes HMS Excalibur das Periskop und spendete es dem Club. Seitdem ist es der zentrale Punkt des Starterhauses und niemand darf abschlagen, bevor man die Freigabe vom Starter bekommt. Netterweise hat uns der Starter das Periskop erklärt und uns mal durchsehen lassen. Irgendwie klasse so ein Teil. Man kann in alle Richtungen sehen. Hat was.

Loch 1 mit Starterhaus und Periskop
Die Runde dort ist übrigens auch sehr zu empfehlen. Man spielt einen klassischen Linkskurs, der alles bietet, was man sich wünscht. Höhepunkt für mich waren ganz klar die Löcher 10-14. Immer Blick auf den Firth of Forth. Schräg gegenüber ist der Bass Rock (den man immer von North Berwick aus sieht). Zudem ist die grün bewachsene Felsküste alleine den Besuch wert. Erwähnenswert ist auch, dass der Platz (Par 70) aus 16 Par 4 und 2 Par 3 Löchern besteht. Hatte ich so auch noch nicht. Umgerechnet war der Platz knapp 5600 Meter lang. Was für ein Par 70 ok ist. Ich habe den Platz auf jeden Fall sehr genossen.

Blick über Loch 12 und 13
Nach der Runde ging es dann für Nicole in den abgetrennten Ladies Golf Club (Ja. Strikt getrennt) und für die Herren ging es in den "normalen" Clubteil. Nach der Dusche traf man sich dann in der Mixed Lounge :-) . Ist schon anders hier... Dazu und zu Ladies Golf in Schottland im allgemeinen gibt es später in einem separaten Bericht mehr.

Fazit: Muss in jede St. Andrews Woche rein (die Reisegolferin fand den Platz schöner als den Old Course)

Reisegolfer-Rating: 7

Link zur Website mit allen Informationen

Dienstag, 20. Mai 2014

Golfen in St. Andrews - Der Eden Course

Wenn man eine Runde auf dem Old Course im Voraus buchen möchte, muss man mindestens einen anderen Platz dazu buchen. Ich hatte mich für den Eden Kurs entschieden. Gründe waren, dass ich für die anderen Plätze schon genug für Greenfee ausgeben wollte, es sich um einen Kurs von Harry Colt handelt und der Platz in diesem Jahr hundertjähriges feiert. Und eigentlich gefielen mir bisher alle Plätze, die ich von Harry Colt gespielt hatte.

Abschlag der 4 mit Blick auf die Eden Mündung
Der Eden Course wurde von Harry Colt designed und wurde 1914 fertigestellt. Grund für den Bau war der wachsende Bedarf nach Links Golf in dem immer populärer werdenden St. Andrews. Der Platz grenzt östlich an den Back Nine des Old Course. Der Originalplatz ging sogar bis zum Abschlag des Road Hole. In den 80ern hat man den Kurs aber umgebaut, um Platz schaffen für den heute großzügigen Übungsbereich des St. Andrews Links Trusts. 

Grün Loch 12
Der Eden Kurs ist ein klassische Linkskurs, der richtig Spass macht. Er bietet alles, was man sich von einem Linkskurs erhofft. Blinde Schläge, tiefe Topfbunker (die man vermeiden sollte), ondulierte Fairways, Ginsterbüsche und sehr gute Grüns. An einigen Löchern hat man auch Meerblick, was aber hier nicht das wichtigste ist. Erwähnenswert sind die zwei Par 3 der Löcher 5 und 8. Hier spielt man über Kreuz! Wer also das Grün der 5 anspielt, kreuzt die Flugbahn der 8 und umgekehrt. Kannte ich so auch noch nicht... An der 14 und an der 15 denkt man dann wieder, man ist auf einem Parklandplatz... Die Löcher 13-16 hatte man dazugefügt, als man vor knapp 30 Jahren die Range bauen musste und die ürsprünglichen Löcher 1, 2, 17 und 18 ersetzt werden mussten. Auch wenn sie ganz nett sind. merkt man irgendwie, dass diese neuen Löcher auf einem ehemaligen Kartoffelacker gebaut wurden...

Fazit: Netter Linkskurs, der bei den Locals sehr beliebt ist und nicht so teuer ist.

Reisegolfer-Rating: 5

Mittwoch, 14. Mai 2014

Kingsbarns Golf Links - Qualität hat seinen Preis

Seitdem ich in meinem ersten Jahr in London 2005 das Buch "Scottish Golf Links" in den Händen hatte, war ich irgendwie angefixt von den Bildern, die dort zu dem damals neuen Platz in der Nähe von St. Andrews gezeigt wurden. Kingsbarns bietet von jedem Loch Blick auf die Nordsee, einen natürlich aussehender Linkskurs, Ginsterbüsche und schöne Dünen. Bei so etwas schlägt mein Herz sofort höher. Dazu die jährlichen Bilder der Dunhill Championships, die auch immer in Kingsbarns stattfinden.

Sehr gut geschütztes Grün
Dieses Jahr ergab sich bei dem Trip nach St. Andrews die Möglichkeit, den von Kyle Phillips entworfenen Kurs zu spielen. Der von kalifornischen Investoren erbaute Platz ist nicht der günstigste Platz in der Gegend, daher hatte ich nichts reserviert. Ich wollte vor Ort abwarten und nach Wettervorhersage entscheiden. Sonntag vormittag sah es dann gut aus für den nächsten Tag und wir fuhren persönlich vorbei, um zu buchen. Alles kein Problem und wir hatten eine Startzeit für 11.00 Uhr. Da mein Rücken zwickte und ich auch immer Bilder mache, hatte ich mir sogar einen Caddie bestellt.

Grün Loch 12
Die Anlage bietet hervorragenden Kundenservice, den man sonst eher von US-Kursen kennt. Überall will jemand helfen. Auf der Range Pyramiden von nagelneuen Bällen und überall nette Menschen. Auf dem Parkplatz waren die in der Region auf Topplätzen üblichen Luxusbusse, die die Japaner und Amerikaner von Platz zu Platz kutschierten. Am ersten Tee war schon Andrang. Vor uns eine große Gruppe mit 3 Flights. Der Caddiemaster stellte sich vor und machte mich mit Andrew, meinem Caddie, bekannt. Andie war Anfang 20 und machte eine verletzungsbedingte Pause von seiner grade begonnenen Karriere als Playing Pro in den USA. Er hatte sich beim Golf die Hand gebrochen ( :-( ) und hat noch ein paar Wochen Spielverbot. Um etwas Geld zu verdienen, trägt er die Bags von Touristen wie mir. Andie war nett, geduldig, hatte Humor und war eine echte Hilfe auf der Runde. Kann ich nur empfehlen, so etwas mal zu versuchen. Zudem hat man immer jemamden, der auch Gruppenfotos macht... So ein Caddie macht Spass und kann Schläge sparen. Ich werde ab Herbst mal schauen, was seine Karriere auf den drittklassigen Pro-Touren im Osten der USA macht (googlen nach Andrew Weir).

Der Abschluss. Loch 18. Der Schlag zum Grün kommt von links.
Der Platz selber erfüllte alle hohen Erwartungen. Ein Loch schöner als das andere. Bei wenig Wind kann man hier richtig niedrig scoren. Das sieht man auch immer im Herbst bei den "Dunhills". Wenn kein Wind ist, gibt es dort die niedrigsten Scores. Der Platz hat zwar Unmengen von Bunkern. Aber die sind alle fair plaziert. Ich war, glaube ich, nur in einem... Der Platz ist voll mit großartigen Löchern, wenn man Linkskurse liebt, so wie ich. Die schönsten Löcher waren für mich:
  • die Löcher 12 (tolles Par 5 an der Nordsee entlang),
  • die 15 (ein tolles Par 3 mit Bäumen links und der See rechts. Dazu als Ziel eine Art Halbinselgrün)
  • die 18 (eines der besten Abschlusslöcher, die ich bisher kenne. Blinder Abschlag und dann von einem bergab Fairway hinauf auf ein von einem Burn geschätztes Grün). Klasse!
Ach ja. Es war für mich der teuerste Platz, den ich bisher in meiner Karriere gespielt habe. Wir haben für die Runde 185 Pfund gezahlt. Und das auch nur, weil ich unbedingt vor dem 01.05. spielen wollte. Danach kostet es dann 215 Pfund für 18 Loch. Der Caddie kostete nochmal 40 Pfund plus Tip. Wenn man mich nun fragt, ob es das viele Geld wert war? Ich denke ja. Das Geld überlebe ich, aber die schönen Erinnerungen bleiben für ewig!

Fazit: Teuer, aber großartig! Wenn man sich mal was gönnen möchte.

Reisegolfer-Rating: 9

Link zur Website

P.S.: Die Anlage hat keine Mitglieder. Alles rein kommerziell. Nur die 25 Landwirte, die damals das Land für den Platz verkauft haben, haben regelmässiges Spielrecht.

Samstag, 10. Mai 2014

Anstruther Golfclub - Beim schwersten Par 3 in Grossbritannien

Ein 9 Loch Platz ist immer ein netter Einstieg, wenn man frisch an einem Urlaubsort angekommen ist. Für unsere Home of Golf Tour entschieden wir uns daher für Anstruther. War von St. Andrews in knapp 10 Minuten zu erreichen und motivierte mich natürlich, weil das dortige Loch 5 im Jahre 2007 von den Lesern der Zeitschrift "Todays Golfer" zum "Toughest Par 3 in UK" gewählt wurde.

Das Mahnmal am Grün der 2
Wir also ohne Anruf hin, da wir hofften, dass am frühen Nachmittag die Medalturniere, die in fast jedem Club in UK Samstags stattfinden, vorbei waren. Leider erhielten wir an der Bar, wo das Greenfee gezahlt wurde, die Auskunft, dass der Platz erst ab 15.00 Uhr wieder frei sei. Hätte ich mir auch denken können, da die Mitglieder den Platz ja 2mal gehen mussten für die 18 Loch Runde... Wir also wieder zurück, alles am Haus ausgepackt und dann wieder an die Bar zum zahlen. Wir sollten nur auf ein Match achten, welches wir auf der Runde bitte durchlassen sollten.

Blick auf Loch 6
Anstruther wurde 1890 gegründet und man startete 1891 auf einem 7 Loch Platz am heutigen Ort. 2 Jahre später bekam man das Land, auf dem sich heute die 1 und die 9 befinden, dazu und der Platz wurde auf 9 Loch erweitert. Im Laufe der Jahrzehnte erlebte der Club viel auf und ab (im 2. Weltkrieg wurde der Platz u.a. gesperrt und mit spitzen Pfählen versehen, weil man Angst hatte, dass deutsche Luftlandetruppen dort runterkommen könnten...). Es gab zwar immer Ideen, den Platz auf 18 Loch zu erweitern, aber das scheiterte meist am Geld.

video

Der Kurs ist sehr schön auf den Klippen westlich vom Hafen Anstruther gelegen und bietet teils tolle Aussichten. Höhepunkt sind aber die 3 Par 3 der Löcher 5 bis 7. Wobei das Loch 5 ("the Rockies") als schwerstes Par 3 in Uk natürlich herausragt. Es macht Spass, 3 Par 3 nacheinander zu spielen, wenn diese landschaftlich so aussergewöhnlich gelegen sind. Dazu muss man wissen, dass der Fife Coastel Path direkt über die Löcher 5 und 6 verläuft, was für einen Golfer aus Deutschland erstmal gewöhnungsbedürftig ist.

Irgendwie kann ich mir das schwer bei uns vorstellen
Das angekündigte Match hat uns übrigens auf Loch 2 überholt und hatte so ein Tempo (wir haben zu viele Bilder und Filme gemacht), dass die uns an Loch 9 fast zum zweiten Mal überholt hätten. So ist das halt mit den langsamen Urlaubsgolfern aus Germany...

Fazit: Der Platz darf in keiner Playlist für eine St. Andrews Tour fehlen. Hier kann man noch richtig Spass haben. Und schnelle 9 Loch gehen immer...

Reisegolfer-Tipp: Für ein traditionelles Essen nach der Runde ist die prämierte Anstruther Fish Bar im Hafen eine gute Wahl. Da wird klassisches Fish & Chips von netten Damen in Schwesterntracht (naja. oder so ähnlich aussehend) serviert.

Reisegolfer-Rating: 3

Mittwoch, 7. Mai 2014

Brodauer Mühle

Die Reisegolferin und ich spielen unheimlich gerne Vierer. Zum einen ist man dann zusammen und zum anderen ergänzen wir uns auch ganz gut. Am liebsten Auswahldrive. Die Frau schlägt ab und ich darf dann (zu 80%) den zweiten Schlag machen. Und da wir Ostern nicht unterwegs waren, suchten wir uns ein Viererturnier, welches in einer Stunde zu erreichen war und auf einem Platz stattfand, den ich noch nicht kannte. So fiel die Wahl auf den GC Brodauer Mühle.

Blick vom Abschlag der 8
Der Platz befindet sich in der Nähe von Grömitz an der Ostsee. Bei Ostsee denkt man sicher zuerst an Meer, flach u.s.w. Das war hier aber nur die ersten 5 Loch der Fall. Da ging es recht gemächlich (und flach) immer hin und her. Dann beginnt die Holsteinische Schweiz ihre Zähne zu zeigen. Ab Loch 6 sind Bergziegenqualitäten gefragt. Schon das bergauf gehende Par 3 der 6 verlangt von konditionsschwachen alten Männern ohne Elektrotrolley einiges ab. Irgendwann gewöhnt man sich aber an das auf und ab und man kann teils nette Aussichten und einen vernünftigen Golfplatz erleben. Zum Abschluss gibt es noch ein kurzes Par 4, bei dem es die Longhitter (ich nicht) auch mit dem Drive aufs Grün schaffen.

Fazit: Netter Urlaubsplatz

Reisegolfer-Rating: 4

Dienstag, 15. April 2014

Circolo Golf Venecia (Eine Runde in Venedig)

Ich kann nicht anders. Ich muss immer wieder ungewöhnliche Plätze spielen. Sei es ein Karglandplatz in Nordwales, der Londoner Platz auf dem man nur mit rotem Oberteil spielen darf oder den einzigen Golfplatz im Großraum Athen. Als ich irgendwann mal entdeckte, dass auch Vendig einen Golfplatz hatte, war dieser Kurs immer in meinem Hinterkopf. Als ich etwas für einen runden Geburtstag der Reisegolferin suchte, hatte ich mich schnell für einen Kurztrip nach Venedig entschieden. So etwas kann man immer sehr gut mit einer Runde Golf kombinieren.

Blick vom Clubhaus über das Übungsgrün auf die 18
Wir hatten uns für einen Termin in der Nebensaison entschieden und dachten uns, dass Anfang April eine gute Wahl ist. Leider hat uns ein Streik von unterbezahlten Lufthansa Piloten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit viel Glück und einer netten, hilfsbereiten Dame bei Expedia konnten wir das Ganze trotz nicht stornierbaren Hotel um eine Woche verschieben.

Grün Loch 3
An einem Freitagmorgen ging unsere Reise mit dem sehr frühen Flug ab Hamburg los. Das interessante am Flughafen in Venedig sind die Optionen für einen Transfer in den Ort. Wir entschieden uns für die spannende Variante und gingen 5 Minuten zu Fuss zum Wassertaxi. Nach 10 Minuten Wartezeit kam das Boot und brachte uns in knapp 50 Minuten zum Lido. Dort fragten wir uns durch zum Bus in den Süden der Insel und konnten mit etwas Verzögerung fast direkt umsteigen. Vom Hafen dauerte es noch knapp 20 Minuten und der nette Busfahrer liess uns direkt vor dem Golfclub raus. Der Transfer vom Hamburg zum Platz war also perfekt.

Blick vom Abschlag der 9 (blindes Par 3)
Der Club ist für mich ein typischer, klassischer italienischer Golfclub. Nett gelegen, Club und Proshop strikt getrennt und alles in hübscher Umgebung. Es gibt eine schöne Legende zur Gründung des Clubs. Henry Ford kam damals mit seinen Schlägern im Exelsior auf dem Lido an und war enttäuscht, dass es in Vendig keinen Golfplatz gab. Als guter Gastgeber beginnt man natürlich bei so einem Wunsch mit dem Bau eines Golfplatzes. Gesagt, getan! Der Bau begann 1928 und von einem Schotten namens Cruikshank (Vornamen habe ich leider nicht hrausbekommen) wurden 9 Loch designed. Damals war das heute bewaldete Gelände ein offener Platz mit Sandboden. 1951 erweiterte CK Cotton den Platz auf 18 Loch.

Blick vom Abschlag der 18. Etwas eng...
Ob der gute Henry jemals den Platz spielte, kann ich nicht sagen. Ist aber eine schöne Geschichte. Der Kurs am Südende der Insel war früher strategisch wichtig für Venedig. Das kann man an einigen Löchern um das Clubhaus herum gut sehen. Erhöhte Abschläge sind auf eine alte Festung mit Schießscharten gebaut. Hatte ich so auch noch nicht... Der Platz ist heutzutage ein netter Parklandplatz, der einiges an Abwechslung bietet. Gut gefielen mir die Grünkomplexe. Nicht zu groß und oft gut von Bunkern geschützt. Die schönsten Löcher waren für mich die 9 (blindes Par 3 über eine alte Festung) und die 18 (nettes, kurzes Dogleg Par 4 in Richtung des Clubhauses).

Fazit: Netter Platz, den man ruhig bei einem Ausflug nach Venedig spielen kann. Ist mal was anderes. Zudem war die Pasta im Club das beste Essen, welches wir auf unserem Tripp hatten...

Reisegolfer Rating: 5

Tipps zur Anreise: Flug nach Venedig. Dort zu Fuss zu den Watertaxis. Linea blu der Alilaguna nehmen bis Lido. Rückfahrticket kostete 27€ (April 2014). Angekommen in Lido ein Busticket für die Line A kaufen. Kostete 1,30€. Am besten bei der Ticketbude nach einem Rückfahrticket fragen. Im Bus ist es teurer. Dauert knapp 20 Minuten. Dann ist man bei der Station Strada Zaffi di Barca (in Alberoni). Am besten den Fahrer fragen. Unser hat uns Bescheid gesagt, als wir am Golfclub waren. Hotels in Venedig selber gibt es für fast jeden Geldbeutel. Zimmer bekommt man von € 80 bis € 600 pro Nacht.

Ach ja. Da wir mit Handgepäck reisten, hatten wir uns für € 20 pro Person Schläger geliehen.

Sonntag, 16. März 2014

Golf im Ruhrgebiet

Seit 2008 arbeite ich nun während der Woche in Bochum. Wenn es die Zeit zulässt, spiele ich zwischen April und Oktober alle Plätze in der größeren Umgebung. Also grob gesagt im Ruhrgebiet. Aber auch weit darüber hinaus.

Wer im Internet nach Golf im Ruhrgebiet schaut, findet dort nicht allzu viele vollständige Informationen. Die Kollegen von der Golf Post haben eine Auflistung im Netz, die aber leider etwas unvollständig ist. Kollege Carsten vom Golfblock hat sich auch Mühe gegeben, die Plätze im Pott aufzulisten. Aber auch hier fehlen leider einige Plätze. Das kann sicher auch daran liegen, dass es wenige eindeutige Definitionen gibt, welche Orte überhaupt zum Ruhrgebiet gehören.

Ich habe mich nach Wikipedia gerichtet. Danach gehören zum Ruhrgebiet die Kreise (und Städte) Wesel, Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Bottrop, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne, Essen, Bochum, Ennepetal-Ruhr, Hagen, Unna, Dortmund, Hamm. In diesem Bereich gibt es insgesamt 36 Golfplätze. 33 davon habe ich nun in meiner Zeit dort gespielt und die jeweiligen Erfahrungen in meinem Blog wiedergegeben.

3 Plätze fehlen mir nun noch. Das sind.
  • Niederrheinischer GC in Duisburg
  • Golf & More in Huckingen
  • Golfanlage Jammertal
In den nächsten Wochen möchte ich auch diese Plätze "abhaken", bevor ich eine Gesamtübersicht mit Infos und allen gesammelten Berichten über das Golf im Ruhrgebiet veröffentliche. Falls mich also jemand bei einer dieser "Finalrunden" begleiten möchte, meldet euch bitte. Ich freue mich immer sehr über Begleitung. Sei es, um mir seinen Heimatplatz vorzustellen oder um sich während der Runde einfach nur so auszutauschen.

Freue mich über Meldungen, wer Lust hat auf eine Runde Golf mit dem Reisegolfer im Ruhrgebiet. Einfach eine Mail an reisegolfer@gmx.de.


Mittwoch, 5. März 2014

Saadiyat Beach Golf Club - Grüns und Fairways in einem Riesenbunker

Irgendwann im Spätsommer dachten wir uns, dass es doch mal was anderes wäre, wenn wir Heiligabend mal nicht im Kreise der Lieben um den Tannenbaum sitzen, sondern mal was ganz anderes machen. Überraschenderweise kamen wir da auf die Idee Golf zu spielen... Als Ziel entschieden wir uns für Abu Dhabi. Und für die Heiligabendrunde hatte der Touroperator für uns Saadiyat Beach ausgesucht.

Falscher Spieler auf dem Abschlag
Saadiyat Island befindet sich etwas nordwestlich des Hauptortes und ist grossteils aus dem Nichts auf Sand gebaut. Der Plan des Scheichs ist es, aus der Insel ein Kultur und Touristenzentrum zu erstellen. Unter anderem entsteht dort ein Guggenheim Museum und ein Louvre Abu Dhabi. Geld spielt dort seit den Öl Milliarden keine Rolle.

Loch 16
Der Golfclub entspricht dem, was man hier für einen Golfclub erwartet. Prunk, große Flächen und viel Marmor. Aber sehr beeindruckend. Und an den Umkleidebereichen sollten sich die meisten europäischen Golfclubs ein Beispiel nehmen. Alles tadellos sauber und es wurde alles, was man benötigt, bereitgestellt. Ach ja. Golf gespielt haben wir natürlich auch. Unsere Partner waren eine Japanerin und ein Engländer, die sich in Hongkong kennengelernt haben, nun in Wiltshire wohnen und so wie wir ein paar Tage Winterurlaub auf der arabischen Halbinsel machten. Echte Weltenbummler, die wir mit unserer Kenntnis des Magic Roundabout in Swindon mega beeindruckt haben...

Golf am Meer
Der Platz ist, wie fast alles hier, in perfekt gepflegtem Zustand und ist eine interessante Erfahrung. Mal denkt man, man ist aufgrund der vielen Dünen und der Gazellen in der Wüste, dann gibt es Löcher am Strand und zum Ende wird es fast wie beim GC UmDieEcke, wenn man beim Anspielen des 18. Grüns einen See überspielen muss. Mir hat der Kurs Spass gemacht. Auch wenn man mit den Bunkern etwas übertrieben hat... War irgendwie schon so genug Sand da... Die "nur" 67 Bunker des Platzes kommen einem mehr vor, da einige sich über mehr als 200 Meter neben den Fairways hinziehen.

Reisegolfer-Rating: 6

Fazit: Hat Spass gemacht. Wenn man in Abu Dhabi ist, muss man den Kurs gespielt haben. Und der Betreiber, Troon Golf, hat seinen Laden im Griff.
Saadiyat Beach