Montag, 29. Dezember 2008

Jahresrückblick

Das war es dann also fast, das Jahr 2008. War golferisch ein schönes Jahr. Vor allem, weil ich viel erlebt habe. Eher weniger, weil ich so toll gespielt habe. Na ja. Man muss ja Prioritäten setzen.

Dieses Jahr vielleicht noch eine kleine Runde und dann kann das Jahr 2009 beginnen. Hier nun die Statistik:

gespielte Runden: 85
Turniere: 16
verschiedene Plätze gespielt: 55
in 4 verschiedenen Ländern
Plätze das erste Mal gespielt: 41
in England gespielt: 33 mal
schönster gespielter Platz: Bearwood Lakes
am meisten Spass gehabt: Meisdorf
bestes Ergebnis: Eagle an Loch 10 in Cape Cornwall (hat Rüdiger aber auch geschafft)
Liebster Partner für einen Vierer: Immer noch Nicole
häufigster Spielpartner nach Nicole: Rüdiger

Was ist für nächstes Jahr geplant? Wales, Südafrika und viele Plätze rund um das Ruhrgebiet erkunden.

Guten Rutsch und gutes Spiel für 2009

Der Reisegolfer
Andreas

P.S.: Thanks to my colleagues in Stockley Park for accompanying the crazy german one day per week to different golf courses. Gut dass in meinem neuen Team auch drei Golfer sind. Fangt schon mal an zu üben...Ende April soll es losgehen.

Wintergolf...

kann manchmal richtig schön sein

Loch 1, Redgolf Moorfleet. Blick zurück Richtung Abschlag

Sonntag, 28. Dezember 2008

Florida Fazit

Ja. Was soll ich sagen? War wieder mal schön. Es war mein erster Urlaub mit insgesamt 9 Bekannten, der länger als ein langes Wochenende dauerte. Man muss etwas tolerant sein, aber ich finde es schön, mit vielen guten Bekannten Urlaub zu machen. Nicht jedes Jahr 4 Wochen lang, aber sonst immer wieder gerne. Wichtig war auch die Aufteilung auf 2 Häuser und 3 Fahrzeuge. Dadurch war man flexibel und jeder hatte seine Freiheiten, wenn er sie brauchte.

Wer also mit grossen oder kleinen Gruppen einen schönen Golfurlaub verbringen möchte, für den ist Südwest-Florida perfekt. Unser Standort war in Port Charlotte. Von dort konnten wir

a) viele schöne Golfplätze gut erreichen,
b) genügend touristische Ziele anfahren und
c) jede Menge Shopping-Attraktionen erleben

Es war also genau richtig. In den 14 Tagen habe ich mit Nicole

- 10-mal Golf gespielt
- die Effizienz der US Cops erfahren
- Verwandte auf Longboat Key besucht
- einiges neues kennengelernt
- den USA-Wahlkampf 2008 live erlebt
- Sonnenuntergang auf Sanibel Island sehen dürfen und
- einige tolle Schnäppchen gemacht

Best of Florida 2008

Es war also richtig schön. In dem Album oben habe ich eine (rein persönliche, subjektive) kleine Auswahl von schönen Bildern aus den 2 Wochen beigefügt. Die Bilder geben einen kleinen Eindruck. Mehr ist leider nicht möglich. Das beste wäre es, es selber auszuprobieren. Freunde überreden, Flug buchen, Golfschläger einpacken und hin. Wer Tipps für ein schönes, bezahlbares Haus braucht, spricht mich an. Ich könnte hier vielleicht vermitteln.

P.S.: Pelican Pointe war ich mit Nicole am letzten Tag auch noch. War ok. Mehr aber auch nicht. Und schlecht gespielt haben wir auch noch...

P.S. 2: Den ersten Preis für den Florida Swing hat Johannes gewonnen (die besten 3 Netteergebnisse aus 2 Wochen) Glückwunsch nochmal.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Old Corkscrew

Auf diesen Kurs hatte ich mich schon seit Wochen gefreut. Er sollte zwar etwas teurer sein (lt. website $ 135,-), aber den Kurs wollte ich mir mal gönnen. Hatte vorher schon einige sehr positive Rezensionen gefunden. Old Corkscrew wurde 2007 eröffnet und ist ein Jack Nicklaus Design Kurs. Im Gegensatz zu allen anderen Kursen in Südwest-Florida, die ich bisher gespielt habe, ist dies ein Platz ohne Häuser herum. Also für mich mal etwas besonderes. Und das war es dann auch wirklich. Aber alles der Reihe nach.


Loch 4
Zuerst gab es eine positive Überraschung. Anstatt des erwarteten Preises mussten wir nur $ 85,- inklusive Lunch und einem Softdrink zahlen. Das war natürlich ein guter Beginn. Für den Preis war der Platz dann schon fast ein Schnäppchen. Der Platz führte durch einen Wald östlich von Estero. Von den 4 Abschlägen, die zur Auswahl standen, hatte ich mich für blau entschieden. Das war umgerechnet etwas weniger als 6000 Meter und für mich damit lang, aber machbar.


Loch 7
Da die Bahnen durch den Wald führten, waren wir auf jedem Fairway fast für uns allein. Trotz des Waldes rechts und links war der Platz breit genug und fair. Die Grüns hatte Herr Nicklaus meist etwas erhöht gebaut und recht gut verteidigt. Erinnerte mich ein wenig an Grüns der Herren Colt und Allison. Und deren Plätze mag ich sowieso gern (z.B. Falkenstein, Sunningdale new, Stoke Park). Sogar die teils sehr grossen Bunker ähnelten ein wenig Colt/Allison Kursen.


Loch 12. Par 3 über Wasser
Am meisten Freude machten mir die Par 3 Löcher. Die waren alle hübsch anzusehen und nicht zu einfach. Alle waren gut mir Bunkern umgeben und mehr als die Hälfte waren über Wasser zu spielen. Man freute sich schon auf den Schlag, bevor man am Tee war. Die Bilder zeigen einige schöne Beispiele der Par 3 Löcher. Ich konnte beim fotografieren auch nicht genug bekommen. War einfach schön dort. Dazu noch gutes Wetter. Also alles perfekt. Da lohnte sich auch die weite Anfahrt.

Loch 16. Für mich das Signature Loch

Blick zurück über Loch 18
Es war also ein ganz und gar gelungener Golftag. Wer in der Region ist, sollte den Club also auf jeden Fall in seine Liste aufnehmen. Nette Leute, perfekter Pflegezustand und ein ganz toller Golfplatz mit allem, was man für eine tolle Runde braucht. Da klappt das gute Spiel fast von selbst. Oder man bemerkt nicht, wie schlecht man spielt, weil es dort einfach nur schön ist. Also. Nichts wie hin (wenn man mal in der Region ist) und spielen, den Platz.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Mit Bernie in Bobcat

Nachdem wir uns am Montag getrennt hatten, ging es am Dienstag wieder gemeinsam los. Bobcat war geplant. Der Kurs befindet sich etwas nördlich von Port Charlotte und ist (langsam ahnt es der Leser) auf einen Golf Homes Development. Vor drei Jahren waren wir schon mal dort. Schöner Platz. Recht gut gepflegt. Ein Jahr darauf hörten wir dann, dass die Anlage wohl pleite ist. Der Platz wird nicht mehr gepflegt und so weiter. Von Freunden, die kurz vor uns dort waren, hörten wir, dass im letzten Jahr einiges in Bobcat investiert wurde. Also hin und testen den Platz.


Da wir 7 Personen waren, hatten wir in einem Flight noch einen freien Platz. Der wurde vom Proshop mit Bernie gefüllt. Bernie kam aus Maryland und besuchte dort seine Tochter. Er war ein netter Kerl, der auch recht gut Golf spielte. Der typische US-amerikanische Mitspieler. Locker, freundlich und während der Runde sehr entspannt. Sein Schwung war recht unorthodox, aber effektiv. Ein Loch mit Bogey war ein schwaches Loch. Einmal hatte er eine Bunkerkatastrophe zu bewältigen, die mit einer 7 endete. Aber der Rest war klasse. Nach der Runde beim Bier diskutierten wir noch die Wahl (war ja der 04.11.) und Unterschiede zwischen Golf in Deutschland und Florida. Es war also eine gelungene und unterhaltsame Runde. Wieder mal viel Spass gehabt.

Bernie beim Finish
Ach ja. Die Investition in den Platz hatte sich gelohnt. Bobcat war in hervorragenden Zustand und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. $39,- war sehr fair. Auf der Homepage des Clubs sind einige schöne Bilder. Der Platz hat viel Wasser und nett angelegte Bunker. Er macht also Spass.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Magnolia Landing

Heute ging es getrennt los. Ein Teil der Truppe (nun noch 7) wollte gerne mal Kultur erleben. D er andere Teil, zu dem ich gehörte, wollte weiter golfen. Aber zuerst ging es zu Golf World II in North Ft. Myers. Dort hatte Nicole am Freitag zuvor einen schönen, gebrauchten Cobra Eisensatz gesehen. Wie das so ist, wir konnten uns nicht entscheiden, der Laden machte bald zu (Freitag war Halloween) also wurde erstmal verschoben. Am Montag mussten wir dann aber doch wieder dorthin. Rüdiger kam auch mit. Nicole also die Schläger ausgiebig getestet und dann wurde doch gekauft. Ich habe dann noch ein günstiges Hybrid erstanden. Und fast alle hatten neue "Waffen" und waren glücklich. Den Verkäufer fragten wir dann, welchen Platz er in der Nähe empfehlen könnte um das neue Equipment zu testen. Magnolia war die Antwort. Wir haben dann auch sofort gebucht und über den Verkäufer noch Discount bekommen.




Der Platz war, wie fast immer in Florida, in einem Development. Also gebaut, um Häuser zu verkaufen. Das ganze war noch recht neu. Es waren also noch nicht sooo viele Häuser da. Gerüchteweise hatten wir bei einem Pro in Cape Coral gehört, dass es dem Betreiber nicht allzu gut geht. Es wurden also nicht genug Häuser verkauft. Der Platz war aber trotzdem in einwandfreien Zustand. Da wir gegen 12.30 begannen, war der Platz auch fast leer. Wir konnten also fast alleine spielen. Und es machte wirklich Spass. Schöner Platz in netter Umgebung, gut gepflegt und nicht zu einfach.




Ich würde den Platz empfehlen. Kann nur nicht mehr garantieren, dass es den Kurs noch gibt, wenn man im nächsten Herbst dort auftaucht. Das mag sich komisch anhören. Aber die meisten Plätze in Florida leben von den dort verkauften Häusern und den Menschen, die dann dort wohnen. Und es kann vorkommen, dass Plätze einfach der Natur übergeben werden, wenn es sich nicht mehr rechnet. Alles schon da gewesen. Stelle ich mir nur blöd vor, wenn ich dort ein Haus kaufen würde. Toller Blick von der Terrasse auf den Kurs und dann verwildert dort mit einem Male alles. Aber ein bisschen Risiko hat man immer im Leben. Also dann doch lieber immer wieder woanders hinfahren und spielen, wo es grad schön und möglich ist. Und kein Haus in Florida...Wäre mir auf die Dauer sowieso zu warm...

Montag, 1. Dezember 2008

Warum hat man in Florida meist Carts zu nehmen?

Ganz einfach. Die Wege zwischen den Löchern sind etwas länger:


Heron Creek

Es mag dem einen oder anderen Leser (sind dort mehr als 2?) aufgefallen sein, dass die Berichte über den Florida Urlaub nicht mehr zeitnah sind. Das liegt zum einen daran, dass ich hier in der Bochumer Wohnung abends beschäftigt bin und an Wochenenden anderes vorhabe und zum anderen liegt es daran, dass ich zur Zeit nicht soooo motiviert bin Richtung Golf zu denken. Seit ich am Wochenende aber wieder nette 9 Loch im Schneetreiben hinter mir habe, bin ich aber wieder voll motiviert. Daher nun also weiter mit den Berichten.


Powerlady

Heron Creek ist ein 27-Loch Platz in North Port. Etwas nordwestlich von Port Charlotte. Unser Hausvermittler (nochmals danke, Pit) hatte uns diesen Platz ans Herz gelegt. Und wir wurden nicht enttäuscht. Er liegt zwar auch (wie fast alle Plätze hier) innerhalb eines Developments, aber das fällt nicht so oft auf. Wir haben an dem Sonntag erst Oaks und dann Marsh gespielt. Allein das Eröffnungsloch war das Kommen fast schon wert. Ein Par mit einem fast blinden Abschlag. Die Löcher waren gut designed und dazu spielte ich auch noch anständig. Was will man mehr? Interessant, und zum Glück nur eine Fussnote, war der einzige Regen während unseres Urlaubs. 10 Minuten zwischen Loch 9 und Loch 10. Zum Glück konnten wir uns unterstellen. Danach kam aber sofort wieder die Sonne heraus und das Wetter wurde wieder schön.


wieder mal kein direkter Weg...

Auch in Bezug auf Ballverlust war es mal wieder ein schöner Tag. Nur einen Ball verloren. Blinder Abschlag über ein Sumpfgebiet (Loch 17). Ich war mir sicher, dass der Ball das Fairway erreicht hat. Aber leider fanden wir ihn nicht. Was soll's. War trotzdem eine tolle Runde. Und mit 18 Bruttopunkten bin ich immer glücklich. Das Essen auf der schönen Clubhausterrasse war dann der krönende Abschluss.

Mittwoch, 19. November 2008

Shopping

Ist nicht Golf. Aber bei einem Urlaub in Südwest-Florida kommt man nicht daran vorbei. Zwischen Sarasota und Ft. Myers gibt es nach meinem Stand 3 grössere Outletmalls. Hier bieten bekannte und (uns oft) nicht so bekannte Unternehmen Markenware zu sehr günstigen Preisen an.  

Beispiele wären z.B. Tommy Hilfiger, Polo Ralph Lauren, Levis, Nike u.v.m.. Die Malls befinden sich meist in der Nähe einer Interstate oder an anderen wichtigen Strassen. Empfehlen kann ich PrimeOutlets (nördlich von Sarasota), Tanger (an der Zufahrt zu Sanibel Island) und Miromar (an der I75 in Estero). Miromar ist die grösste. Und Schnäppchen kann dort selbst der größte Shoppingmuffel finden.

Dienstag, 18. November 2008

Capri Isles

Um es vorwegzunehmen und es kurz zu machen, Capri Isles war alles in allem enttäuschend. Zwar ein Golfplatz, aber relativ ideenlos. Dazu noch der Preis von $ 45,-. Fanden wir etwas überteuert. Ich kann es schon vorwegnehmen. Golfplatzmässig war es die grosse Enttäuschung des Urlaubs. Aber man kann ja nicht immer Glück haben, wenn man nur aufgrund von Foto's im Internet Plätze auswählt. Nun ja. Wir haben es gut überlebt. Ich hatte mir während des Urlaubs immer Notizen über die Plätze und unsere Erlebnisse gemacht. Der Samstag mit Capri Isles war der einzige Tag ohne Bemerkung in meinem Büchlein.

Montag, 17. November 2008

Wasserspiele auf Sanibel Island

The Dunes war angesagt. Den Kurs hätten wir vor 3 Jahren auch schon gerne gespielt. Leider wurde er damals einige Wochen vorher von Hurricane "Charly" zerstört. Letztes Jahr wurde er wieder eröffnet und dieses Jahr hatte eine Startzeit für uns dort hohe Priorität. Sanibel und Captiva sind zwei wunderschöne Inseln im Golf von Mexico. Ft. Myers vorgelagert. Eine Woche vor unserer Abreise gab es einen netten Reisebericht im Stern, der mich noch etwas mehr motovierte, die Insel zu besuchen.

Nun aber zu unserer Runde dort. Wir wussten, dass auf diesem Kurs das Risiko, einen Ball im Wasser zu verlieren, relativ hoch ist. Ein Blick auf den Kurs von oben müsste dies verdeutlichen.

Also deckten sich alle vorher mit genügend Lakeballs ein. Diese gibt es in Florida, übertrieben gesagt, an jeder Ecke. Sogar in Supermärkten findet man Lakeballs in Eierkartons. Andere gute Quellen sind Flohmärkte (z.B. Ft. Myers, M. Luther King jr. Blvd) oder Golfläden, von denen es dort mehr als genug gibt. Wir hatten vorher auch einen Wettbewerb vereinbart. Wer verliert am wenigsten Bälle? Nachdem wir die Flights aussortiert hatten (nicht immer so einfach bei 9 Spielern mit 4 Paaren und einem Single), ging es los. Es ist ein toller Golfplatz. Kein Loch ohne Wasser. Nicht allzu lang, einige Inselgrüns, enge Fairways und recht schnelle Grüns. Wie sagte der Starter: "Short, but very tight! You'll enjoy it!" Ich habe es trotz der verlorenen Bälle (4. Davon 3 auf einer Bahn) sehr genossen. Landschaftlich sehr schön. Dazu, wie langsam üblich, einige Alligatoren und schöne Wasservögel.


Das ganze war also eine tolle Runde. Nicht so schön war es nach der Runde. Dort war ein tolles Clubhaus und der Platz war voller Spieler. Als wir aber gegen 15.30 etwas trinken wollten, wurde die Gastronomie ohne Kommentar geschlossen. Naja. Müssen die selber wissen. 9 durstige deutsche Touristen. Anscheinend hatte man uns nicht nötig. Daher ging es dann anschliessend in ein nettes Lokal im Yachthafen. Einfach (leider etwas überteuert), aber gut. Das fehlende Getränk nach der Runde war dann vollständig vergessen, als wir zum Sonnenuntergang noch zum Strand fuhren. Kitschig, aber wunderschön. Dazu sogar noch Pelikane und Delfine. Was will man mehr? Ein perfekter Tagesabschluss also.




Ach ja. Bevor ich es vergesse. Der "Sieger" hat 17 (in Worten siebzehn) Bälle verloren

Samstag, 15. November 2008

Donnerstag, 13. November 2008

"Guten Tag" beim Royal Tee Golfclub

Ein Teil der Truppe wollte heute mal shoppen. Nicole und ich waren noch heiss auf Golf. Wir konnten ja am Sonntag nicht die Schläger schwingen. Also ging es dann zu viert (Uta und Andreas wollten auch golfen) nach Süden. Eigentliches Ziel war "Magnolia Landing". Für den Platz waren in Prospekten Gutscheine erhältlich. Statt $70,- nur $35,-. Der Platz sah auf den Bilder toll aus. Also hin. Als wir den Club gefunden hatten, teilte man uns leider mit, dass geschlossen war. )-: Schade. Also zum Nachbarclub. "Herons Glen". Aber die hatten keine Startzeiten mehr verfügbar. Blick in eines der Prospekte, die dort oft zu haben waren und auf ging es nach Cape Coral. Zum "Royal Tee Golfclub". 27 Loch. Das Foto war nichts sagend. Aber was soll's. Wir wollten Golf spielen.


Meine Königin beim Abschlag

Als wir den Club gefunden hatten, ging es erstmal zum Proshop, um nach Startzeiten zu fragen. Wir öffneten die Tür und hatten keinen Laut von uns gegeben, als wir mit "Guten Morgen" begrüßt wurde. Wir hatten nicht mal Lederhosen an. Sahen wir so deutsch aus? Auf jeden Fall stellte sich der Pro als Mike vor. Ausser "Guten Morgen" konnte er noch "Du bist so süß, mein Liebling". Immerhin. Wir waren beeindruckt. Mike war auf jeden Fall sehr nett und nach kurzer Zeit hatten wir eine eine Startzeit und jeweils ein Coupon für ein Freibier (das Coupon war auf deutsch geschrieben!). Das war war doch mal wieder ein nettes Erlebnis. Axel Schulz war wohl auch dort. Der hatte eine Stunde bei Mike gebucht. Mike meinte, er könnte wohl gut boxen. Aber Golfen? Naja. Wofür gibt es Pro's?


Carts auf Loch 18

Der Platz war nicht schlecht. Preis-Leistung passte. Und einige Löcher waren alles andere als einfach. Wenn man als Shorthitter 200 yard bis zum Fairway hat, dann schluckt man erstmal. Auf jeden Fall hatten wir Spass und viel Freude. Ein Ball ging sogar in einer Palme verloren. Wir konnten den Ball noch sehen, kamen aber nicht mehr heran. Hatte ich auch noch nicht. Nach der Runde wurde der Gutschein für das Bier s eingelöst und es ging wieder Richtung Port Charlotte. Abendessen bei "Red Lobster" war angesagt. Tipp an alle, die es uns mal nachmachen möchten. Sooo toll ist das Esen dort nicht. Aber das Personal war sehr nett.

Eiskalt in Riverwood

Eigentlich sind wir ja um diese Zeit nach Florida geflogen, um den Temperaturen in der Heimat zu entfliehen. Klappte bis zum Tag zuvor auch recht gut. Immer warm genug gewesen. Nur am Dienstag hat uns der Wettergott einen Streich gespielt. Schon beim frühen aufstehen (erste Startzeit war um 08.40 Uhr) und beim testen des Wetters (lohnt Frühstücken draussen?) kam der erste Rückschlag. Es kam bei mir die Frage auf, warum wir eigentlich nach Florida geflogen sind, wenn es hier morgens nicht viel wärmer als in Hamburg war. Aber was soll's? Wir waren in Florida. Konnte nur wärmer werden. Also frühstücken und los.

Nachdem wir die Kontrolle bei der Einfahrt überstanden haben ("Sir, may I please see a photo id-card?"), ging es zum Bagdrop. Tasche abgeben, Greenfee zahlen und los geht es. Was einen hätte stutzig machen sollen, war die Bekleidung des Starters. War ich in Florida oder Neufundland? Einige in unserer Gruppe hatten nur ein Polohemd mit. Da wurde einem schon beim Anblick kalt. Brrrrr. Aber einen gestählten Golfer aus Norddeutschland schreckt nichts wirklich ab. Und der Platz sah klasse aus. Also los.

Riverwood enttäuschte nicht. Tolles Design, gut gepflegt und herausfordernd. Was will man mehr. Score ist dann erstmal zweitrangig. Das viele Wasser führte dazu, dass ein Mitspieler eine neue Folge von 24 spielte (Anzahl verlorene Bälle im Flight). Aber selbst das störte nicht so. Es wurde irgendwann etwas wärmer, landschaftlich war es toll und die Spieler im Polohemd erinnerten sich nach einer Weile an die vergessenen Regenjacken im Bag. Also alles gut. Der Pitcher Bud und das leckere Essen nach der Runde entschädigte dann auch für die niedrigen Temperaturen. Es war also ein gelungener Golftag. Nur an den Strand wollte nachher keiner mehr. War zu kalt (19°C).

Dienstag, 11. November 2008

Wahlkampf

Während unseres Urlaubs hatten wir das Glück, die letzten Tage des Wahlkampfs und die Präsidentenwahl in den USA live miterleben zu dürfen. Wahlkampf ist hier wirklich anders. Es wurde ja nicht nur Präsident und Senat gewählt. Auf lokaler Ebene wurde noch alles mögliche andere gewählt. Da waren beispielsweise:

- der Property Adviser
- die Airport Authority
- County Commisioner

und vieles andere mehr. Beeindruckt hat uns aber der Wahlkampf um den Posten des Sheriffs für Charlotte County. Zur Wahl standen Bob Cameron, Ken de Vries, Jim Gallagher und Jim Melo. Uns hat Ken de Vries am meisten beeindruckt. Auf dem Weg zum Winn-Dixie Supermarkt stand eine grosse Gruppe am Strassenrand, hielt Schilder hoch und winkte. Es war die Truppe von Ken de Vries. Ca. 15 Personen hielten Schilder für de Vries for Sheriff hoch und jubelten die ganze Zeit. Manchmal hupten vorbeikommende Fahrzeughalter. Mittendrin Ken de Vries mit Hemd und Krawatte und winkte freundlich allen Passanten zu. Das hat mich beeindruckt. 

Ken deVries (Mitte) und seine Truppe

Ich stelle mir dann vor, in beispielsweise Soltau wird der Polizeichef alle 4 Jahr neu gewählt. Kann ich mir gar nicht vorstellen. Wir haben in Deutschland eben eine andere Form von Demokratie. Auch die Präsidentenwahl an sich war anders. Um 19.00 Uhr Ortszeit schlossen die ersten Wahllokale an der Ostküste. Ab der Zeit gab es die Wahlsendungen. Wir sind es gewohnt, 20 Minuten nach Schliessung der Wahllokale zu wissen, welche Partei wohl gewonnen hat. Hier zog es sich aber noch über 4 Stunden hin, bis Barack Obama als Sieger feststand. Es ist halt ein Riesenland. Als an der Ostküste die Wahllokale schlossen, hatte man in Hawaii diese grade erst geöffnet. Der Wahlabend war für mich eine bleibende Erfahrung. Man hatte den Eindruck, Geschichte live erlebt zu haben. Mal sehen, was daraus wird.

Ach ja. Die Wahl zum Sheriff hat Bill Cameron mit 49,7% gewonnen. Der gute Ken wurde nur Dritter... Was macht der jetzt bloss? Das werde ich wohl nie erfahren.

Was hat dies mit Golf zu tun gehabt? Nichts! Aber es war ein interessanter Teil unseres Golfurlaubs an Golfküste von Florida

Montag, 10. November 2008

Links at Rotonda

Leider ging Tag 1 durch die vorher beschriebenen Begebenheiten in die Hose. Das geplante Spiel in Ft. Myers auf dem Eastwood Kurs ging für die Anreise und das Eindecken mit Lakeballs auf dem Giant Fleamarket für uns zwei drauf. Der Rest der Truppe konnte dort spielen. Ich war wirklich neidisch. So konnten wir aber in Ruhe anreisen und unsere Basiseinkäufe bei Wal Mart erledigen (auf einem Sonntag um 21.00 Uhr!!!). Das Wetter war Klasse, die Laune war gut und die Schläger hatten sich in Tampa wieder eingefunden. Es konnte also nichts mehr schief gehen.

Am nächsten Morgen ging es erstmal um 06.00 Uhr zum Sonnenaufgang. Mit Jetlag von Ost nach West fällt das frühe Aufstehen nicht so schwer. Rüdiger und ich wurden mehrfach entschädigt für die frühe Bettflucht. Ich habe nie einen so schönen Sonnenaufgang gesehen (wenn ich ehrlich bin, habe ich überhaupt noch nicht sooo viele gesehen). Es war einfach unbeschreiblich. Vielleicht können die zwei beigefügten Bilder einen kleinen Eindruck vermitteln.


Nach der Sonnenaufgangstour ging es nach dem Frühstück zum Cape Haze Links at Rotonda. Der Platz (Par 63, ca. 4200 Yards für Männer) ist perfekt zum Beginn eines Golfurlaubs. Nicht zu schwer, aber mit Herausforderungen. Landschaftliche Höhepunkte und ein anständiger Preis ($25 inkl. Cart, Softdrink und Hot Dog). Ich vermute, einige Reiseteilnehmer haben den Platz vorher unterschätzt. Keiner (ausser Rebecca) hat wirklich gut gespielt. Aber Spass gemacht hat es. Für mich ein toller Beginn. Nach der Runde habe ich auch erfahren, das es Golfer gibt, die (Zitat) "keine Par 3 Spieler sind!". Man lernt nie aus.


Loch 10, Links at Rotonda

Sonntag, 26. Oktober 2008

Mam! Would you please open the door!!!

Um unseren Freunden in Port Charlotte Bescheid zu sagen, wo wir stecken, wollten wir Pit in Deutschland anrufen. Leider haben wir nicht so viel Erfahrung mit Hoteltelefonen in den Staaten. Also erstmal den Anruf in Deutschland mit einer von diesen Telefonkarten erledigt. Nach einem kurzen Gespräch hatten wir auch die Rufnummer. Da waren wir erstmal beruhigt. Dann konnten wir uns ja weiter fertig machen. Zu früh gefreut!

Nicole auf dem Weg zur Dusche. Es klopft.

Stimme hinter der Tür: "Is everything ok with you?" (staunen bei uns). Nicole: "Yes we're fine!". Stimme: "you've called the police. Mam, would you please open the door! I have to check, if everything is ok." Nicole: "I'm naked!". Stimme: "would you please open the door!" Nicole dann ins Bad und ich in Unterhose (muss auch ein vertrauenerweckender Anblick gewesen sein. Halbnackter Typ mit starkem deutschen Akzent und zerzaustem Haar nach 6 Stunden schlechtem Schlaf) zur Tür. Längere Diskussion mit dem farbigen Hotelmitarbeiter. Nach einer Zeitlang ging er dann doch. Aber vorbei war es immer noch nicht.

Nicole unter der Dusche und es klopft wieder. Die Polizei war da. Dem habe ich dann des Rätsels Lösung beschrieben. Bei den mehrfachen Versuchen, die Telefonkarte einzusetzen, hatte Nicole aus Versehen 911 gewählt. Ich muss ja sagen, dass die Polizei hier sehr schnell reagiert. Hut ab. Die waren sofort da. Es hätte ja wirklich was passiert sein können. Eins noch. Der Officer war sehr nett.

Nacktscanner

hatten wir heute zwar nicht, dafür einen langen Tag, der ungeplant in Washington endete. Maschine aus Frankfurt hatte Verspätung. Dadurch bekamen wir unsere Maschine nach Tampa nicht mehr. Aber ok. Auch das werden wir irgendwie überleben. 

Nun aber das Horrorszenario für jeden Reisegolfer. Die Golfschläger sind weg. Zwischen Terminals verschwunden. ?!?!?. Naja. Washington Dulles hat nicht grade den Ruf als bestens organisierter Airport. Wir stecken jetzt im Holiday Inn auf Kosten von Lufthansa und wir hoffen, dass a) die Schläger wieder aufgetaucht sind und b) der Rest der Reise klappt.

Morgen mehr. Wir müssen jetzt schlafen. Wir sind nun fast 24 Stunden auf den Beinen.

P.S.: Das schlimmste ist eigentlich, dass ich einen Tag Golf verliere (Grrrr!). Ob ich einen Tag 2-mal spiele?

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Kleine Pause

Kleine Info für die Leser, die verzweifelt auf neue Berichte von mir warten. Wegen eines Trauerfalls in der Familie habe ich eine kleine Pause. Wenn alles klappt, melde ich mich Ende Oktober aus Port Charlotte mit Berichten zum "Florida Swing".

Freitag, 3. Oktober 2008

Norbert Nigbur und ein Chihuahua

Heute war es soweit. Nicole kam schon um 07.30 eingeflogen und am späten Vormittag ging es bei guten Bedingungen (viel Sonne und gelegentlich Wolken) auf die erste Runde im Ruhrgebiet. Redgolf Gelsenkirchen war angesagt. Wie ich vor einer Woche schon mal schrieb, eine recht nette und gepflegte Anlage. Eingebaut in die Pferderennbahn Gelsenkirchen-Horst. Wenn man aus Hamburg kommt, sieht man von der Anlage aus, dass man im Ruhrgebiet ist. Man kann einen Förderturm sehen. Eine Raffinerie. Und in der Mitte der Range eine grosse Fahne von Schalke 04. Was ich noch nicht habe rausfinden können ist, ob dort noch Pferderennen stattfinden. Muss ich nächste Woche mal Kollegen fragen.

Die Anlage an sich hat einen schönen Übungsbereich mit einigen netten Ideen. Beispielsweise eine alte Waschmaschine, die man rot angestrichen hat und deren Trommel nun als Ziel für das chippen genutzt werden kann. Unsere Runde spielten wir mit einer netten Dame, die vor über 30 Jahren aus Bulgarien hier eingewandert war. Dabei hatte sie ihren kleinen Hund. Einen Chihuahua mit Namen Cheyenne. Der war echt niedlich. Immer schön hinter uns her und wenn einer abschlug. wartete er ruhig und lieb hinter uns mit ausreichendem Abstand. Dann wartete er nach dem Abschlag oft längere Zeit, bis wir ca. hundert Meter weiter waren und kam dann mit einem Affenzahn hinter uns her. Niedlich. Und er störte überhaupt nicht.

Was mir positiv dort auffiel, waren die vielen Bänke. An jedem Abschlag eine. Klasse. Und jede von jemand anderes gespendet. Das hatte ich aber schon öfter gesehen. In Sunningdale war z.B. eine Bank von James Hunt, dem Formel 1 Weltmeister, in Moorfleet ist eine von Zigarren-Peter und in Gelsenkirchen hat Norbert Nigbur eben eine gespendet. Fand ich passend. Die Bahnen an sich waren ok. Wenn man einigermassen grade blieb, kam man recht gut klar. Manchmal fand ich Grüns oder Fairways zu nah an der Range. Da fühlte ich mich schon etwas bedroht. Und die Grüns waren leider auch nicht das gelbe vom Ei. Vor allem Loch 6 fand ich schrecklich. Das war mehr ein Acker.

Insgesamt fällt mein Fazit aber positiv aus. Man hat aus den Möglichkeiten dort eine Menge herausgeholt. Die Gastronomie war auch gut. Also ein Ort an den ich gerne mal wieder für eine schnelle Runde zurückkehre.

Liebe Grüße aus Bochum

Andreas

P.S.: Ich wünsche meinen Clubkameraden in Moorfleet morgen für das Oktoberfest trockenes Wetter und viel Freude. Wir können dieses Jahr ja leider nicht teilnehmen.