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Montag, 8. November 2010

Florida - was es ausser Golf gab

Natürlich spielten wir in Florida nicht nur Golf. Der Staat ist ja auch sonst sehr vielfältig. So gab es dort unter anderem:


Hübsche Pflanzen...


Griesgrämig schauende Kuscheltiere...


Kulinarische Highlights...


Strandromantik...


und Weltklasse-Entertainment mit dem Chickenman


Dienstag, 2. November 2010

World Woods, Pine Barrens Course

Nachdem wir am Vortag den aussergewöhnlichen Quarry Kurs gespielt hatten, ging es am nächsten Morgen zum World Woods GC. Der Club hat zwei 18-Loch Plätze und einen 9-Loch Platz. Die beiden Championshipkurse wurde von Tom Fazio designed. Da der Rolling Oaks Kurs wegen Renovierung gesperrt war und der Pine Barrens Platz in den Top 100 Plätzen der USA gerated war, hatte ich Wochen vorher die Startzeit auf dem Pine Barrens gebucht. Wir wurden nicht enttäuscht.


Blick vom Abschlag der 1

Nachdem unser Navi den Club erst nicht fand, waren wir etwas knapp mit der Zeit. Letztendlich waren wir dann aber doch pünktlich am ersten Abschlag. Dort bekamen wir vom Starter die längste Einführung, die ich bisher irgendwo gehört hatte. Fast 5 Minuten erzählte uns der gute Mann die Geschichte des Platzes, wie er strukturiert ist, was wir zu beachten hatten und dass alle "Bunker" als Wast Area zu betrachten waren. Und Sand hatte der Platz ohne Ende. Irgendjemand schrieb mal, der Platz wäre das "Pine Valley des armen Mannes" (wir zahlten in der Vorsaison 40$ Greenfee). Kann ich zwar nur aufgrund von Bildern beurteilen, da ich Pine Valley wohl nie spielen werde, aber den Platz konnte man auch als grossen, Kiefer gesäumten Bunker mit einigen Fairways und Grüns bezeichnen. Die Bodenverhältnisse waren ideal für einen Golfplatz. Zudem ging es wieder, wie am Vortag, auf und ab. Der Platz war alles andere als flach.


Grün der 11 (hinten Mitte)

Die Runde begann sehr schön mit einem relativ leichten Par 4, bei dem ich mich an einige Plätze im Sandgürtel westlich von London erinnert fühlte. Ich war zwar nicht überall, aber dies war auf keinen Fall Florida, wie ich es bisher kannte. Der Abschlag ging durch eine Schneise von Kiefern auf ein breites Fairway. Von dort hatte man es nicht allzu weit bis zum Grün. Ein sehr entspannter Anfang. Beim nächsten Loch waren wir alle auch wieder vom Anblick vom Tee begeistert. Sehr hübsch und nicht zu leicht zu spielen. Und so ging es die ersten 9 weiter. Par 3 mit Halbinselgrün, ein für Longhitter in zwei Schlägen erreichbares Par 5 und abwechslungsreiche Par 4 Löcher mit meistens erhöhten Grüns. Das konnte eigentlich nicht mehr getoppt werden. Aber es ging trotzdem.

Blick vom Abschlag der 15

Nach vier sehr guten Löchern zum Anfang der zweiten 9 (unter anderen ein Par 4 mit alternativen Grüns) kamen wir zum (nach meiner Ansicht) Höhepunkt des Platzes. Loch 14 und 15. Das Grün von Loch 14 (Par 5) kann der Longhitter wieder mit zwei Schlägen erreichen. Diese müssen aber beide äusserst präzise sein. Das Loch ist rechts und links mit Kiefern gesichert und hat an strategischen Stellen riesige Bunker. Für den Schlag ins Grün haben dann die meisten Spieler eine riesige Eiche vor sich, die einem das Leben auch nicht leichter macht. Das erhöhte Grün ist dann zum Abschluss von drei Seiten von tiefen Bunkern geschützt (machte mit einem Bekanntschaft). Hier war der Architekt richtig kreativ. Loch 15 würde ich dann als "Männerloch" bezeichnen. Das Par 4 ist recht kurz (313 Yards). Man kann entweder mit zwei Schlägen über das breite Fairway zur Linken spielen. Dies haben unsere Damen gemacht. Beide spielten Par. Oder man kann das Grün (oder das kleine Fairway davor) direkt angreifen. 208 Yard bis zum Fairway und 260 Yard bis zum Grün sehen machbar aus. Man muss aber sehr genau spielen. Und das waren wir beiden Männer in dem Moment nicht. Die Länge war zwar da, aber beide verzogen nach rechts... Na ja. Klappt halt nicht immer... Danach gab es noch drei wunderschöne Löcher zum Abschluss und wir waren nach der Runde rundum glücklich. Wer also nach Florida kommt, sollte nicht nur an Sawgrass und das Blue Monster denken. Macht Euch auf Richtung Brooksville. Es wird keiner enttäuscht werden.

Reisegolfer-Rating: 8

Sonntag, 31. Oktober 2010

Black Diamond, The Quarry. Nachtrag

Etwas möchte ich doch zu dem Platz schreiben. Er ist auf den Löcher 1-12 ein grossartiger Golfplatz. Gehört sicher zu den besten 25, die ich bisher gespielt habe. Grossartiges Design und super gepflegt. Was ich aber nie vergessen werde und was ein Teil der für mich sehr hohen Bewertung ist, ist der Anblick, nachdem man auf dem Weg vom Grün der 12 zum Abschlag der 13 bei diesem angekommen ist. Einfach unbeschreiblich (erstes Foto im Bericht vorher). Man schaut auf einen begrünten Steinbruch mit einem Grün auf ungefähr selber Höhe in ca. 130 Metern Entfernung. Und rechter Hand, im Steinbruch unten, sieht man das Grün der 17. In wildem Gelände gelegen.

Die Löcher 14-16 schlängeln sich dann im zweiten Teil des Steinbruchs um einen See. 2 Löcher oben und ein Loch unten. Allein der Anblick stockt einem dauernd den Atem. Kleiner Nachteil ist, dass die 5 Löcher "Cartpath-only" sind. Das hält etwas auf. Aber das machte bei uns sowieso nichts mehr aus. Hinter uns war keiner mehr und wir verbrauchten sowieso sehr viel Zeit mit fotografieren. Das Ergebnis ist wieder in meinem Picasaalbum. Hier ist der ganze Platz dokumentiert.

Black Diamond, The Quarry

Samstag, 30. Oktober 2010

Freitag, 29. Oktober 2010

University Park

Das viele Golfen macht anscheinend müde. Von den 9 Golfern, die mit sind, wollten nur 4 spielen am Dienstag. Der Rest wollte mal relaxen und shoppen. Also ging es mit 4 Männern (die erste Herrentour im Urlaub) los Richtung Norden. University Park ist eine sehr exklusive Wohnanlage im Norden von Sarasota. Der Club ist im Zentrum der Anlage und hat einen 27 Loch-Platz. Designer ist Ron Garl.




Uns wurden für unsere Runde die Löcher 1-18 zugeteilt. Der Starter und der Caddymaster schienen ehemalige Drillsergeants der Army gewesen zu sein. Es wurden keine Hinweise gegeben, es wurden Befehle erteilt. Ich war drauf und dran "Yes Sir, yes!" zu antworten... Der Platz war sehr gut designed. Die Fairways waren breit genug, man musste aber trotzdem genau spielen. Die Grüns waren wieder mal riesig. Das ist ja nicht ganz so mein Fall. Aber kein Grund zur Kritik. Klasse Platz, super angelegt und viel Abwechslung. The Legacy, der fast nebenan liegt, fand ich noch etwas besser. Daher:



Reisegolfer-Rating: 6








University Park

Beachview

Sanibel Island ist eine Ft. Myers vorgelagerte Insel. Auf die Insel kommt man nur über eine mautpflichtige Brücke. Kostet 6$. Mit dem "Eintrittspreis" möchte man die Massen etwas zurückhalten. Die Insel ist sehr schön und hat einen traumhaften, sehr langen Sandstrand, auf dem man wunderbar Muscheln sammeln kann. Wer in der Region ist, sollte auf jeden Fall einen Ausflug hierhin machen.


Vor 2 Jahren waren wir schon einmal dort und spielten "The Dunes". Ein Platz mit unheimlich viel Wasser und vielen Alligatoren. Beachview ist der zweite Platz auf der Insel. Hat zwar auch viel Wasser, aber nicht so übertrieben viel. Der Platz ist sehr schön an die Umgebung angepasst. Die Häuser, die es natürlich auch hier am Platz gibt, kommen nicht so extrem ins Spiel und ins Auge. Der Kurs ist oft recht eng, aber ich würde ihn nicht als unfair bezeichnen. Ich fand ihn als Golfplatz besser als The Dunes, weil die Grünkomplexe besser gestaltet waren und er sehr abwechslungsreich angelegt war. Dazu war er optisch schön und es gab eine interessante Tierwelt auf dem Platz zu beobachten.

Reisegolfer-Rating: 6

Beachview

Dienstag, 26. Oktober 2010

Coral Oaks

An Wochenende wollten wir das Oktoberfest in Cape Coral besuchen, um uns einen Eindruck von dem Verständnis von deutscher Kultur hier in Florida zu verschaffen. Für die Runde Golf vorher viel unsere Wahl auf Coral Oaks. Ein Arthur Hills Design aus 1988. Der Platz hat mir gut gefallen. Nichts überragendes. Aber einige sehr schöne Löcher. Die Anlage befindet sich zwar in einem Wohngebiet, aber an einigen Löchern hat man nicht den Eindruck, sich in einem solchen zu befinden.


Ein paar Löcher befinden sich in einem alten Eichenwald. Das gibt dem Platz eine Menge Abwechslung. Klasse fand ich auch die Grüns. Es waren die bisher besten in diesem Urlaub. Schnell und treu. Hat Freude gemacht, diese zu spielen. Zusätzlich war der Platz oft auch recht fehlerverzeihend. Kam mir öfter mal zugute. Meine Abschläge waren nicht allzu zielgenau. Fazit für den Kurs: nichts überragendes, aber zu empfehlen, wenn man in der Region ist.

Reisegolfer-Rating: 4

Coral Oaks

Sonntag, 24. Oktober 2010

Sabal Trace

Heute war der Rest der Truppe unterwegs mit anderen Aktivitäten. Da wir schon einen Tag Pause hatten, suchte ich für Nicole und mich einen Kurs raus, der nicht so weit weg ist. Die Wahl fiel auf Sabal Trace. An dem Platz sind wir vorher schon einige Male vorbei gefahren. Meinungen darüber hatte ich noch nicht gehört. War mit 21$ auf jeden Fall günstig.



Nachdem wir bezahlt hatten, ging es sofort zum ersten Tee. Vor uns einer Viererflight mit 4 älteren Herren, die nicht grade den Eindruck machten, einen neuen Rekord für die schnellste Runde zu erzielen. Wir haben uns am ersten Loch dann so beeilt, dass wir mit dem putten fertig waren, als die Herren ihre Abschläge an Loch 2 noch nicht beendet hatten. Und unser Versuch wurde mit Erfolg belohnt. Wir durften durch spielen. Danach ging es recht schnell. Nach 3 Stunden war die Runde für uns beendet.

Der Platz ist nichts besonderes. Landschaftlich teils sehr nett angelegt und einige Löcher waren auch hübsch anzusehen. Die meisten Löcher waren auch recht fehlerverzeihend durch fehlenden Wald. Der Pflegezustand liess aber etwas zu wünschen übrig. Da kann man noch nachbessern. Fazit:

Reisegolfer-Rating: 3

Samstag, 23. Oktober 2010

Port Charlotte

Wir sind nun schon das dritte Mal in diesem Ort und nun haben wir es zum ersten Mal geschafft, den örtlichen Golfplatz zu spielen. Der Golfclub in Port Charlotte wurde Anfang der 60er Jahre als einer der ersten Plätze in der Region gebaut. Dadurch war er bis 2004 schon recht gut eingewachsen. Dann kam Hurricane Charley und hat den Platz mehr oder weniger "platt gemacht". Das Ergebnis sieht man heute noch. Es gibt relativ wenig alten Baumbestand und eine Menge Neuanpflanzungen. Der Kurs ist, wie alle Plätze hier, sehr flach. Da Bäume fehlen, ist der Kurs auch recht fehlerverzeihend. Der Platz hier wurde vor dem Golfboom in Florida designed, daher sind die Abschläge sehr nah an den Grüns platziert. Das fand ich mal aussergewöhnlich in dieser Region. Kenne ich sonst nur aus Europa.


Zu den Grüns gab es in unserer Gruppe unterschiedliche Meinungen. Einige hielten sie für unputtbar. Andere fanden sie in Ordnung und schoben die Probleme mit dem einlochen eher auf die Qualität der Spieler. Na ja. Golf ist ein Sport mit vielen Meinungen. Fazit: Ein ordentlicher Platz, aber nichts wirklich besonderes.

Reisegolfer-Rating: 3

Donnerstag, 21. Oktober 2010

The Legacy

Heute ging es nach Norden in Richtung Sarasota. Der nördlichste Platz, den ich bisher in Florida gespielt habe. Gelegen in einer Community namens Lakewood Ranch hat Arnold Palmer hier 1997 diesen Platz designed. Und das Design kann man als sehr gelungen bezeichnen. Abwechslungsreich und herausfordernd. Wasser, grosse Bunkerlandschaften, riesige Wasteareas und die hier oft vorhandenen grossen Grüns. Der Platz gehört laut einer Umfrage von Lesern der Zeitschrift Florida Golf zu den 5 besten Plätzen in Südwest-Florida. Ich kenne zwar nicht alle Golfplätze hier, aber der Platz ist schon toll. Hat uns allen gefallen.


Nachteilig war, das es zur Zeit (Overseeding) ein Cart Path-Only-Kurs ist. Man muss also mit seinem Cart auf dem Weg bleiben. Wenn sein Ball aber auf der anderen Seite des Fairways ist, rennt man oft mit 4 Schlägern in der Hand los zum Ball und dann wieder zurück. Ist teils recht nervig. Das führte auch dazu, dass wir 4,5 Stunden gebraucht haben. Der Sand in den Bunkern war auch nicht in bestem Zustand. Das war aber auch das einzig nachteilige. Daher:

Reisegolfer-Rating: 7

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Boca Royal

Den Platz empfahl uns der Präsident unseres Heimatclubs. Der Club liegt in Englewood und ist seit 3 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich. Klassischer Country Club. Alles dort war gut organisiert und die Anlage machte einen sehr gepflegten Eindruck. Der Platz hatte relativ viel Wasser und war gut eingewachsen. Die ersten 9 waren etwas enger und die zweiten 9 waren offener. Schön gefielen mir die Grüns. Mit dem Gras komme ich hier zwar immer noch nicht richtig klar, aber die Gestaltung der Grüns war schön gemacht. Fast alle waren oder wirkten etwas erhöht. Rund um die Grüns waren meist immer kleine Hügel angelegt. Sieht man auch auf den Bildern unten. Für Longhitter (also nicht für mich) mag der Platz etwas kurz sein (von Weiss 5700 Yard). Aber Länge ist ja nicht alles im Leben. Der Preis für eine Runde mit Cart im Oktober war angenehm. 31$. Kann man nicht meckern. Mir hat es dort gut gefallen. Daher:

Reisegolfer-Rating: 5



Dienstag, 19. Oktober 2010

Myakka Pines Golfclub

Heute die erste Runde in Florida gespielt. Myakka Pines GC. Den Platz hatte Nicole auf Google Earth gefunden. Einer der wenigen Plätze in der Umgebung, die keine Häuser herum haben. Der Platz hat 3 x 9 Loch, ist von Palmen und Pinien gesäumt und hat eine Menge Wasser. Der Platz war vernünftig gepflegt und die Grüns waren gut, aber nicht überragend. An das Gras hier muss ich mich erstmal gewöhnen. Kommt aber sicher noch in den nächsten Tagen.


Schön war auch die abwechslungsreiche Tier und Pflanzenwelt auf dem Kurs. Alligatoren, Schildkröten, Herons und hübsche Pflanzen (schönes Foto einer Papageienpflanze im angehängten Album). Das Beste war aber der Preis. 22$ incl. Cart. Tolles Preis-Leistungsverhältnis. Mal sehen, was die nächsten Kurse so bringen.

Reisegolfer-Rating: 4


gut getarnte Schildkröte


Myakka Pines

Donnerstag, 12. November 2009

Golfreise Kalifornien - Das Fazit

Nun sind schon wieder einige Tage seit unserer Rückkehr vergangen und ich hatte etwas Zeit, die Reise mit etwas Abstand Revue passieren zu lassen. Ja. Es war klasse. Auch mit dem lädierten Fuss, der schon etwas behinderte. Ich kann es jedem nur empfehlen. Kalifornien ist ein tolles Reiseziel im Herbst. Wir hatten nicht einen Tag Regen und es gab viel zu sehen und zu entdecken. Das Land ist perfekt für eine Reise dieser Art. Und für Golfer ist es auch ein Paradies mit Plätzen für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack. Ich fasse mal meine Erfahrungen und Tipps für bestimmte Themenbereiche zusammen:

Anreise: Wir haben Lufthansa genutzt, weil ich noch ein paar Meilen übrig hatte. Ansonsten würde ich wohl eher nach einer Linie mit kostenlosen Golfgepäcktransport suchen (z.B. British Airways oder Virgin). Was man da an Gebühr spart, kann man locker in Greenfee für zwei Plätze investieren...

Fortbewegung: Wir hatten einen mid-size SUV (Ford Escape) für ca. € 300,- für die zwei Wochen. Wenn man mit Golfgepäck reist und nicht an einem Ort bleibt, sollte man keinen zu kleinen Wagen nehmen. Man kann sich natürlich auch ein Wohnmobil mieten, aber das ist nicht so mein Ding. Ich schlafe abends lieber im Bett.

Unterkunft: Wir haben alle Unterkünfte im Voraus gebucht (einmal 1 Tag vorher). Da kann man oft günstigere Raten bekommen. Und ich habe es lieber, wenn ich eine Unterkunft gebucht habe. Es gibt in den USA eine so grosse Auswahl an Hotels aller Preisklassen, Motels und Inns. Da findet jeder was. Wir waren meist in einem Holiday Inn Express oder Best Western. Die haben ein Frühstück im Preis (nicht immer üblich) inbegriffen und immer kostenlosen, kabellosen Anschluss ans Internet (irgendwo musste ich ja meine Berichte schreiben)

Wohin in Kalifornien: Ich kenne jetzt einen Grossteil der Region südlich von San Francisco bis zur mexikanischen Grenze. Wer das erste Mal dort ist und 2 Wochen Zeit hat, sollte sich auf die Region zwischen San Francisco und Monterey konzentrieren. Wer Lust hat kann auch noch für eine Nacht in den Yosemite Nationalpark dazu fügen. Der ist sehr sehenswert. Warum diese Ecke und nicht z.B. LA und Hollywood? Ganz einfach. Die Landschaft ist schöner und abwechlungsreicher. San Francisco ist eine tolle Stadt für mindestens 4 Tage, auf der Monterey-Halbinsel sind viele berühmte Golfplätze (z.B. Pebble Beach) und es gibt viel zu unternehmen neben Golf (Whalewatching, wir haben eine Radtour gemacht, Carmel und natürlich Big Sur südlich von Carmel.). Die Gegend LA, San Diego und Palm Springs kann man beim nächsten Mal machen...

Shopping: Ja. Manche brauchen das. Und es gibt genügend Möglichkeiten. Eine halbe Stunde von Monterey ist ein Premium Outletcenter in Gilroy. Ich meine gelesen zu haben, dass dort ca. 140 Geschäfte sind. All die bekannten Marken, die der Tourist aus Europa braucht... Nicole wurde auf jeden Fall fündig...

Golfplätze: Eine unglaubliche Auswahl. Eigentlich gibt es in jedem Kaff einen Platz. Und preislich gibt es die Municipal Kurse für 20 Dollar für 18 Loch, klasse Public Courses für faire Preise bis zu den Berühmtheiten wie Pebble Beach für 495 Dollar die Runde ohne Kart. Das muss man dann wissen, ob man soviel Geld ausgeben möchte. Wir haben uns Pasatiempo für auch viel Geld, aber mindestens soviel Leistung gegönnt. Das war auch ein Höhepunkt. Empfehlen kann ich auch Pacific Grove bei Monterey. Da kostet, wenn man trägt, die Runde am Wochenende $ 37. Das ist ein echtes Schnäppchen! Und man spielt 9 Loch am Pazifik. Wer ein Laptop mit hat, sollte immer mal in Golflink.com schauen. Dort gibt es immer "Restposten" ein, zwei Tage vor dem Spiel. Da kann man viel Geld sparen.

Wetter: Wir hatten nicht einen Tag Regen ("It never rains in Southern California"). Aber es war auch nicht jeden Tag unheimlich heiss. Für uns aber sehr angenehm. An der Küste muss man teilweise schon mal eine Jacke anziehen. Und Nebel gibt es dort regelmässig. Aber der verzieht sich oft schnell. Und wenn man ins Inland kommt, kann es dort schnell (auch Ende Oktober) 30° werden. Je mehr man in den Süden kommt, umso wärmer wird es auf jeden Fall. Nur direkt am Pazifik ist es immer etwas kühler. Ich habe auf jeden Fall fast jeden Tag eine kurze Hose tragen können.

Essen: Kalifornien bietet etwas für jedermann. Natürlich oft die klassische Küche (Burger und Co.), aber sonst gibt es viele Restaurants für jeden Geschmack. Grad San Francisco bietet hier alles vorstellbare. Wir waren zweimal japanisch essen (nicht nur Sushi), wir waren beim Franzosen, in einem netten Fischrestaurant (eine Kette namens"Fishwife") und oft gab es tolle Salate. Helfen tut es, wenn man Einheimische fragt. Die haben oft gute Tipps. Das "Fishwife" hat uns z.B. ein Flightpartner in Pacific Grove empfohlen. Ach ja. Das Brot (Sauerteig) war meist lecker. Viel besser als der Bauschaum, der einem oft in den USA als Brot angeboten wird.

So. Das waren also unsere Tipps und Erfahrungen. Wer spezifisch etwas wissen möchte, schickt mir einfach eine e-mail oder einen Kommentar im Blog. Ich antworte meist zügig.

Da der Mensch ja auch visuell geprägt ist, habe ich auch eine kleine Auswahl mit netten Fotos beigefügt. Viel Spass.

California Trip 2009

Samstag, 7. November 2009

Roosevelt Municipal

Was ist das Herz des amerikanischen Golfsports? Sind es die exklusiven, privaten Clubs, bei denen normale Menschen nicht spielen können (z.B. Cypress Point)? Sind es die public Courses, bei denen jeder für viel Greenfee spielen kann (z.B. Pebble Beach)? Oder sind es die von den Gemeinden betriebenen Municipals? Plätze bei denen jeder gegen ein geringes Greenfee spielen kann? Ich weiss es nicht. Ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass es mehrere Millionen der ca. 25 Mio. Golfspieler in den USA sind, die auf den "Munis" spielen.


Der "Greenfee-Schalter"

So einen öffentlichen Platz spielten wir gestern als letzten Platz unseres Urlaubs. Roosevelt Municipal. Einer von 3 öffentlichen Plätzen im Griffith Park in LA. Roosevelt ist ein 9-Loch Platz (selten in den USA) und ausgewählt hat ihn Nicole über Google Earth. Der Platz war ganz anders als das, was wir bisher gespielt haben. Kein Pro Shop. Anmeldung an einem Schalter hinter Glas. Greenfee für LA Bewohner in der Woche 7$ (non Residents 15$). Tee Times wurden von dem Mann hinter dem Schalter aufgerufen. Alles also etwas anders.


Die Driving Range

Wir nach der Zahlung unseres Greenfees also Richtung erster Abschlag. Dort wartete schon ein Koreaner, der mir sofort die Hand gab (Hi. I'm Paul. Nice to meet you). Als wir grade abschlugen, kam noch Jason dazu. Er wohnt in der Nachbarschaft. Dann ging es los. Der Kurs hatte 6 Par 4 und 3 Par 3 Löcher. Par 33 mit ca. 2500 Metern für Männer. Es ging durch den Wald und auf und ab. Der Platz war ganz ok für einen öffentlichen 9-Platz. Nicht zu viele Divot Löcher und die Grüns waren im Vergleich zu den Plätzen in den Tagen zuvor richtig langsam. An 2 Löchern hatte man einen Blick auf Downtown LA und zweimal konnte man das Griffith Observatorium vom Fairway aus sehen.


Blick über das Fairway der 8 auf das Observatorium

Die Runde war nach ca. 1.50 Std. vorüber (nicht schlecht für einen Vierer-Flight) und wir nahmen in dem kleinen Grill neben dem Platz das günstigste Lunch unseres Urlaubs zu uns. Es hatte Spass gemacht. Ich frage mich manchmal, warum in Deutschland nicht auch eine Gemeinde einen Golfplatz betreiben könnte (ist ja auch in UK üblich). Naja. Vielleicht passiert es ja noch mal irgendwann. Warten wir einfach mal ab. Auf jeden Fall nähert sich der Urlaub nun dem Ende entgegen. Morgen Mittag geht der Flug zurück. Dann ist der schöne Urlaub erstmal vorbei. Schade eigentlich. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Reisegolfer-Rating: 2

Roosevelt Municipal

Mittwoch, 4. November 2009

Rancho San Marcos

Nach 2 Tagen ohne Golf ging es heute endlich wieder los. Übernachtet wurde vorher in Santa Barbara. Netter, spanisch geprägter Ort. Am liebsten hätte ich natürlich den Valley Club of Montecito gespielt. Auch von Alister MacKenzie erstellt. Aber der war wieder mal privat und man ließ uns nicht spielen. Als Alternative hatte ich dann noch Santa Barbara Golfclub, Sandpiper oder Rancho San Marcos. Letztendlich fiel die Entscheidung auf Rancho San Marcos. Die Bilder sahen klasse aus und der Preis war nicht übertrieben.

Wir dann also recht früh los über die Berge ins erste grosse Tal hinter Santa Barbara. Sehr schön dort und einiges wärmer als an der Küste. Im Nachhinein war unsere Wahl sehr gut, weil die Küste von Santa Barbara wieder mal im Nebel lag. Somit hatten wir richtig Glück. Oben in San Marcos war es dann schön warm. Der Platz dort wurde von Robert Trent Jones jr. 1998 gebaut und zieht sich schön durch ein Tal oberhalb von Santa Barbara.

Der Platz ist sehr nett angelegt und hat (wie bei dem Architekten üblich) riesige Bunker entlang des Fairways und oft viele um die Grüns herum. Was mich teils um den Verstand brachte, waren die Grüns. Ich will meine schönen kleinen und langsamen Grüns aus Moorfleet wiederhaben... Diese Grüns waren so schnell (und auch anders als das Übungsgrün), dass man viele Löcher brauchte, ums sich daran zu gewöhnen. Aber irgendwann wurden die 4-Putts weniger ... ;-). Die ersten 9 waren sehr schön, aber die wurden noch übertroffen von den zweiten 9. Dort ging es dann öfter mal "hoch hinaus". Also sehr hoch gelegene Abschläge mit tollen Ausblicken. Richtig nett. Wir hatten also, was den Platz betrifft, die richtige Wahl getroffen.

Reisegolfer-Rating: 6

Sonntag, 1. November 2009

Pacific Grove Golf Links

Heute wurde Pebble Beach für Arme gespielt. 18 Loch hier kosten weniger als 1 Loch in Pebble Beach. Dafür spielt man die zweiten 9 auch am Pazifik und der Platz (die back 9) hat den selben Architekten wie Pebble Beach (Jack Neville). Pacific Grove wurde 1932 ursprünglich als 9-Loch Platz gebaut. Diese waren damals in Form einer 8 im Zypressenwäldern im Inland angelegt. 1960 wurde dann die zweiten 9 am Pazifik dazu gebaut.


Grün Loch 4

Wir hatten eine Startzeit für 13.10 Uhr und als wir kamen, herrschte bestes Sonnenscheinwetter. Der Platz hat einen ungewöhnlichen Anfang. Die ersten 6 Löcher bestehen aus zuerst zwei Par 3, dann zwei Par 4 und anschliessend zwei Par 5. Hatte ich so auch noch nicht erlebt. Ab Loch 5 kam plötzlich Nebel auf. Dieser kam in recht grosser Geschwindigkeit vom Pazifik her. Da die Spieler vor uns sehr langsam waren, waren wir allmählich zu einem 4er Flight geworden. Jack und Jim waren zu uns gestossen. Die sagten uns, dass die Geschichte mit dem Nebel hier normal ist. Das passiert dauernd.


Abschlag der 12 im Nebel

So gingen dann die ersten 9 irgendwann nebelig zu Ende und wir begannen schon traurig zu werden, weil der schönere Teil des Platzes vollständig im Nebel lag. Aber da mussten wir wohl durch. Abbrechen war keine Option. Und man sah teils wirklich nicht sehr weit. So spielten wir dann also unser Spiel weiter. Irgendwann kamen uns Carts mit Leuten entgegen, denen es zu kalt wurde (wir hatten Jacken mit). Aber wie durch ein Wunder wurde es mit einem Mal auf Loch 13 wieder sonnig. Was haben wir doch manchmal für ein Glück...


Blick über das Grün der 15 Richtung Pazifik

Wir hatten den Platz nun bei fast perfekten Bedingungen fast für uns alleine und genossen den Rest der Runde bei Sonnenschein und tollem Licht. Tja. Wenn Engel reisen... Abends ging es dann in das von Jack empfohlene Fischrestaurant und es war wieder ein Tag Urlaub vorüber. Nun haben wir hier nur noch 6 volle Tage hier. Heute Nacht ist dann erstmal Umstellung auf Winterzeit. Dann haben wir wieder 9 Stunden Unterschied zur Heimat. Und für uns geht es wieder weiter Richtung Süden.

Reisegolfer-Rating: 3

Pacific Grove Links

Samstag, 31. Oktober 2009

Der Höhepunkt - Pasatiempo

Was für ein Golfplatz! Ich hatte mich zwar lange auf den Platz gefreut, aber die Wirklichkeit hat meine Vorstellung übertroffen. Und was hatten wir wieder ein Glück mit dem Wetter. Blauer Himmel und kaum eine Wolke. Ich hatte vorher gelesen, dass dies ein Kurs speziell für "Walker" ist. Daher hatte ich auch kein Cart bestellt. Wegen des (immer noch) lädierten Fusses hätte ich auch ein Electric Push Cart genommen, aber die waren leider ausgebucht. Also Bag auf den Rücken und los zum ersten Tee.


Blick vom Abschlag Loch 1

Der Kurs wurde 1929 mit einem gemischten Vierer mit Marion Hollins (Woman US Amateur Champion 1921), Cyril Tolley (damals British Amateur Champion), Glenna Collet (amtierende Woman US Amateur Champion) und Bobby Jones (der Tiger Woods seiner Zeit) eröffnet. Gebaut wurde der Kurs von Alister MacKenzie. Das ist der, der u.a. Augusta und Cypress Point gebaut hat. Also keine schlechten Plätze. Pasatiempo war von mir gewählt worden, weil es einer der wenigen Plätze von Dr. MacKenzie in den USA ist, der zugänglich ist (die UK Plätze von ihm sind alle für jedermann zu spielen). Und der Mann hat eigentlich nur tolle Plätze gebaut.


Grün Loch 3

Nicole und ich also am ersten Abschlag und warten auf den Starter. Vor uns war ein männlicher Vierer-Flight mit E-Carts, die aber irgendwie nicht weiter kamen. Irgendwann waren wir dran und der Starter deckte uns mit verschiedenen Dingen wie Course-Planner, Tees, Ball Markern, complementary Handtuch und Scorecard ein. Interessanterweise startete Nicole zuerst. Für sie war es ein Par 5 und für mich ein Par 4 (Lady schlagen ging hier also nicht). Der Abschlag war übrigens auf einer Anhöhe mit einem tollen Blick auf die Bucht von Monterey. Da kann man einfach nicht schlecht schlagen... Die ersten 9 wir also mit unseren Bags immer hinter den Herren mit den Carts her (Gott, was waren die langsam...). Die ersten 9 waren ganz ok. Toll waren die Par 3 Löcher und die Bunker. Aber, ganz ehrlich, es war bis dahin nichts herausragendes. Spass machte es aber trotzdem. Richtig klasse wurde es dann ab Loch 10.


Grün Loch 13 (das mit dem Birdie)

Dort standen wir dann vor einer Schlucht und staunten. Die Schlucht war zwischen 100 und 150 Meter breit. Je nachdem, wo man hin wollte. Hinter der Schlucht sah man ca. 50 Meter Fairway und einen Hügel. Wohin es danach ging, wusste man nur, wenn man den Platz schon mal gespielt hat. Hinter dem Hügel ging es abwärts und nach links abfallend. Platzkenntnisse helfen hier. Ich hatte meinen Ball schön nach rechts gespielt. Leider muss er wohl noch auf die andere Fairwayseite ins Rough gerutscht sein... Ich musste lange suchen... Die Löcher 11-15 waren alle besonders und individuell (Birdie an der 13). Aber richtig toll wurde es an Loch 16. Der persönliche Favorit von Dr. MacKenzie. Erst spielt man blind ein Fairway an, welches laut unserer Begleitung (seit Loch 13 waren wir zu viert) stark nach links abfällt. Wenn man dann seinen Ball erreichte, sah man, dass das Grün hinter einem tiefen Graben lag. Aber damit waren die Herausforderungen noch nicht zu Ende. Wenn man das Grün dann erreichte, war noch nicht sicher, dass der Ball auch auf diesem liegen blieb. Das Grün hatte 3 Ebenen und diese waren auch nicht immer grade. Nachher hörte ich, dass es Mitglieder gibt, die das Grün für unspielbar halten. Verstehe ich nicht. Ich habe nur 2 Putts gebraucht... ;-) Aber ganz ehrlich halte ich dies für eines der schwersten (und besten) Löcher, die ich je gespielt habe.


Loch 18 vom Tee gesehen

Krönender Abschluss war das Par 3 an der 18. Über einen tiefen Graben auf ein mit Bunkern gut geschütztes Grün. Es macht einfach Spass, solche Löcher spielen zu dürfen. Vergesst also Pebble Beach (zu teuer) und spielt Pasatiempo, wenn ihr hier seid. Es ist zwar auch kein Schnäppchen, aber jeden Dollar wert. Eine Runde hier bereut niemand. Ich könnte hier noch viel und lange schwärmen, aber ich möchte auch niemanden langweilen (mach ich wahrscheinlich schon). Schaut Euch die Bilder im Album an. Die geben vielleicht einen Teil meiner Eindrücke wieder. Nun denn, für heute reicht es. Morgen spielen wir den Pebble Beach für Arme. Ich werde berichten. Abschliessend noch mein (hohes) Rating. Der Platz hat sich in meine Top 5 gespielt.

Reisegolfer-Rating: 8

Pasatiempo