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Montag, 2. Juni 2014

TOC - The Old Course in St. Andrews. Fakten, Tipps und Erlebnisse

Nahezu jeder Golfer träumt davon, einmal in seinem Leben den Old Course in St. Andrews zu spielen. Ende April haben wir uns diesen Traum erfüllt und standen morgens um 07.00 Uhr auf dem ersten Abschlag. Ich möchte in diesem Post meine Erlebnisse wiedergeben, Tipps geben um an eine Startzeit zu kommen und ein paar interessante Fakten auflisten.

Vor dem Start...
Im Januar suchte ich ein Ziel für die jährliche Golfreise unserer kleinen Dreiergruppe auf den britischen Insel. Bei meinem regelmässigen surfen im Netz nach Golfnews kam mir eine kleine Meldung des Linkstrust (Betreiber der Plätze in St. Andrews) in die Finger. "Old Course tee times available for April". Da ich immer im Glauben war, dass die für "Jedermann" verfügbaren  Startzeiten immer schon im Herbst des Vorjahres weg sind, erregte diese Meldung meine Aufmerksamkeit. Ich also kurz auf die Website von St. Andrews und geschaut, was dort steht. Und tatsächlich. Dort stand, dass es noch Reststartzeiten für April gibt. Dazu muss man nur ein Onlineformular mit den Wunschtagen und dem zweiten Platz, den man dort spielen möchte, ausfüllen. Den Old Course kann man nämlich über den offiziellen Weg nicht alleine buchen. Es muss immer mindestens einer der anderen 6 Kurse im Ort dazu gebucht werden. Schon am selben Tag kam die Bestätigung für den 30.04.. Die Startzeit um 07.00 war für mich überhaupt kein Problem. Ich hatte relativ leicht eine Startzeit bekommen. Wenn das Leben immer so einfach wäre, wie die Buchung einer Startzeit für den Old Course... Natürlich kann man als Einzelspieler auch jeden Tag in die Auslosung gehen. Aber so ein Erlebnis habe ich gerne zusammen mit Nicole!

Grün Loch 7. Die tiefe Rinne vor dem Grün sollte man vermeiden...
Danach ging es dann an die Organisation des Rests der Reise. Das war dann schon etwas komplizierter... Nach ein paar Tagen hatte ich dann aber alles beisammen. Ein kleines Haus für 4 Personen 250 Meter von Tee 1 des Old Courses entfernt, einen Flug nach Aberdeen mit KLM (im Flying Blue Club kann man Golfgepäck kostenlos mitnehmen) und einen Kombi für die Woche, der auch unser Gepäck aufnehmen konnte.

Der doch etwas größere Shell Bunker vor der 7
Nachdem wir zum "Einspielen" Anstruther, Kingsbarns und den Eden hinter uns hatten, wurde es am Mittwochmorgen ernst. Unsere Runde auf dem Old Course begann. Wecker um 05.00, Frühstücken und um 06.30 waren wir am Starterhaus. Dort standen schon knapp 40 Leute (Spieler, Caddies und sogar schon Zuschauer). Bei der Anmeldung beim Starter musste ich das erste Mal in 10 Jahre UK Golfurlaube (das war knapp der 110te Platz, den ich dort gespielt habe, einen Handicapnachweis vorlegen. Zum Glück habe ich den immer in meiner Geldbörse (man weiß ja nie, wer mal fragt... :-) ). Habe dann mal freundlich gefragt, warum man dies denn von mir sehen möchte. Hätte ich noch nie in UK gehabt. Die Antwort war recht interessant. Bis vor 2 Jahren hatte man zwar eine Handicapbeschränkung von 24 für Herren und 36 für Damen, aber eigentlich nie gefragt. Nachdem immer mehr Touristen Startzeiten buchten, die vorher noch nie einen Schläger in der Hand hatten, entschied man sich zum vorzeigen lassen der Zertifikate (so etwas wie eine DGV Karte gibt es nicht überall). Nachdem alles andere erledigt war, die obligatorischen Fotos gemacht waren, und wir unseren Mitspieler Brett vorgestellt wurden, ging es irgendwann los. Ich durfte vor knapp 40 Leuten den ersten Abschlag auf dem Old Course machen.

Admirals Bunker auf der 12. Vom Tee aus nicht zu sehen...
Ich gebe zu, ich war lange nicht mehr so nervös beim ersten Abschlag wie an diesem Morgen. Das Fairway ist zwar wahnsinnig breit, aber als geborener Slicer, der gelegentlich einen Extremhook raushaut, hat man schon Respekt. Zum Glück gelang allen im Flight der Abschlag, was die Sache etwas relaxter angehen ließ. Der zweite Schlag sagte dann schon etwas mehr über die unterschiedliche Strategie der Spieler im Flight aus. Nicole und ich legten vor (wer es nicht weiß, vor dem Grün ist ein tiefer Wassergraben, der Swilcan Burn) und die anderen beiden griffen an. Brett landete im Rough hinter dem Grün und unser Rüdi machte schnell Bekanntschaft mit dem Swilcan Burn. Der Rest war für Nicole und mich recht einfach. Ein Chip und 2 Putts. Der sichere Bogey war unser...

Der berühmte Hell Bunker. Jack Nicklaus brauchte 1995 4 Schläge, um rauszukommen...
Ich möchte hier jetzt nicht jedes einzelne Loch beschreiben. Das können andere besser. Ich kann nur meine gesamten Eindrücke wiedergeben. Der Old Course ist ein Platz in den Dünen, der einem bei fast jedem Loch verschiedene Optionen anbietet. Aber grundsätzlich ist es nie falsch, sich etwas links zu halten... Wir hatten zum Glück Brett dabei. Brett betreibt die Bar beim 1 Golf Place (150 Meter vom R&A Clubhouse) und kannte den Platz als Einheimischer fast auswendig. Seine Tipps waren Gold wert. Aber die Richtung angezeigt zu bekommen und dort hinspielen sind für mich 2 verschiedene Dinge. Der Old Course ist hauptsächlich ein recht flacher Platz mit vielen Bunkern. Knapp 110 soll es davon geben. Alle haben einen Namen und am bekanntesten sind der Hell Bunker an der 14 und der Road Bunker an der 17. Zum Glück habe ich nur knapp 4 mal in Bunkern gelegen... Und Hell und Road konnte ich vermeiden. Die Fairways sind aus meiner Sicht meist breit genug, da es sich oft um Doppelfairways handelt. Genauso wie die riesigen Doppelgrüns teilen sich viele Löcher hier Fairways und die Grüns. Daher ist links spielen meist immer gut, ausser an der 9 und 10. Die Doppelgrüns sind für mich der Hauptcharakter. Es gibt 7 davon. Wenn man die Nummer des Löcher addiert, kommt man immer auf die Zahl 18. 2 und 16, 3 und 15, 4 und 14 u.s.w. Nur die 1, die 9, die 17 und die 18 haben ein eigenes Grün. Um sich die Größe der Grüns vorstellen zu können, gibt es einen schönen Vergleich. 1 Doppelgrün kann 6 Grüns von Pebble Beach aufnehmen...

Das Brückenfoto!
Nach etwa 3 Stunden und 40 Minuten waren wir dann auf dem Abschlag der 18. Ist auch ein tolles Gefühl, wenn man in Richtung der Fahne des letzten Lochs schlägt. Nachdem die Runde beendet war, begann kurze Zeit später der für den Mittag angekündigt starke Regen, der bis zum nächsten Morgen durch ging. Was hatte wir doch für ein Glück. Noch ein Getränk im Pub von Brett und die Old Course Erfahrung war vorbei. Für Interessierte habe ich noch ein paar Fakten über den Kurs und seine Geschichte aufgelistet:
  • Länge des Kurses von Gelb: 6387 Yards
  • 2 Par 5, 2 Par 3 und 14 Par 4
  • Der Old Course ist ein öffentlicher Golfplatz, der der Gemeinde St. Andrews gehört
  • ca. 110 Bunker. Alle mit eigenem Namen. Bei seinem Sieg in 2000 war Tiger Woods nicht in einem Bunker. Immer noch einmalig...
  • wenn man die Nummer der zum jeweiligen Doppelgrün gehörigen Löcher addiert, kommt man immer auf 18...
  • Knapp 40.000 Runden werden pro Jahr zwischen April und November gespielt (das ist viel!)
  • Sonntags kann man nicht spielen auf dem Old Course (ausser man ist im Final der Open oder der Dunhill Links Championships...)
  • Bis 1890 gehörte das Land der Familie des Lord of Strathtyrum (Mr. Cheape), die mit dem Verkauf ein Spielrecht für seine Familie für alle Zeiten und alle Plätze in St. Andrews erwarb. Leider waren es irgendwann 6 Plätze und theoretisch hätte ein Familienmitglied während der Open kommen können und sein Spielrecht einfordern können... :-)  1992 verkaufte die Familie Cheape ihr Spielrecht für 245.000 Pfund
Fazit: Wer die Gelegenheit hat dort zu spielen, sollte diese mindestens einmal im Leben nutzen

Reisegolfer-Rating: 9

Buchempfehlung über den Old Course: The Evolution of the Old Course. Rezensiert und empfohlen vom Linksgolfer. Fakten und interessante Geschichten über den Old Course

Mittwoch, 28. Mai 2014

Golf House Club - Elie

Wenn ich eine Golfreise mache, habe ich mir angewöhnt, auch wenn ich jeden Tag spielen möchte, nicht für jeden Tag etwas im Voraus zu buchen. Aufgrund des gelegentlich wechselhaften Wetters auf den Britischen Inseln hat sich dies in der Vergangenheit auch bezahlt gemacht. Auch für die Woche in St.Andrews hatten wir nur den Old Course und den Eden Course reserviert (man kann nicht nur den Old Course alleine vorbestellen). Da blieb uns natürlich einiges übrig an Tagen, die wir mit Golf füllen konnten. Für den letzten Tag fiel unsere Wahl nach einiger Überlegung und auch verfügbarer Startzeit auf Elie.

Grün, Loch 10. Im Hintergrund der Bass Rock.
Wir hatten genug Zeit, aber trotz Navi konnten wir den Club beim ersten Anlauf nicht finden. Das Navi hatte den Kurs nicht in der Auswahl und ich wollte mich nach meinem Gedächtnis richten, da ich immer, bevor ich irgendwo hinfahre, mir das ganze auf einer der verfügbaren Karten anschaue. Irgendwann hatten wir das Clubhaus gefunden und auch herausgefunden, warum ich den Golf House Club nicht im Navi finden konnte. Ganz einfach. Dort gab es nur den Elie & Earlsferry GC. Und den hatte ich nicht mit dem von uns gesuchten Club in Verbindung gesetzt. Mit ein wenig forschen fand ich heraus, dass der Golf House Club bis 1875 unter dem oben genannten Namen lief. Erst mit dem Bau eines Clubhauses bekam der Club den heutigen Namen. Warum man aber den Club nicht unter diesem, nun nicht mehr ganz so neuen Namen, im Navi eintragen konnte, ist mir auch ein Rätsel. Naja. Wir waren dann doch da.

Am Periskop
Das besondere an diesem Club zusätzlich zu der sehr schönen Szenerie des Platzes ist das Periskop am Abschlag von Loch 1. Zu Beginn der Runde hat man hier einen blinden Abschlag über einen Hügel. Man sieht absolut nicht, ob vor einem frei ist, oder ob sich noch jemand in Schlagweite befindet. 1966 nutzte ein Mitglied die Gelegenheit und erwarb bei der Verschrottung des U-Bootes HMS Excalibur das Periskop und spendete es dem Club. Seitdem ist es der zentrale Punkt des Starterhauses und niemand darf abschlagen, bevor man die Freigabe vom Starter bekommt. Netterweise hat uns der Starter das Periskop erklärt und uns mal durchsehen lassen. Irgendwie klasse so ein Teil. Man kann in alle Richtungen sehen. Hat was.

Loch 1 mit Starterhaus und Periskop
Die Runde dort ist übrigens auch sehr zu empfehlen. Man spielt einen klassischen Linkskurs, der alles bietet, was man sich wünscht. Höhepunkt für mich waren ganz klar die Löcher 10-14. Immer Blick auf den Firth of Forth. Schräg gegenüber ist der Bass Rock (den man immer von North Berwick aus sieht). Zudem ist die grün bewachsene Felsküste alleine den Besuch wert. Erwähnenswert ist auch, dass der Platz (Par 70) aus 16 Par 4 und 2 Par 3 Löchern besteht. Hatte ich so auch noch nicht. Umgerechnet war der Platz knapp 5600 Meter lang. Was für ein Par 70 ok ist. Ich habe den Platz auf jeden Fall sehr genossen.

Blick über Loch 12 und 13
Nach der Runde ging es dann für Nicole in den abgetrennten Ladies Golf Club (Ja. Strikt getrennt) und für die Herren ging es in den "normalen" Clubteil. Nach der Dusche traf man sich dann in der Mixed Lounge :-) . Ist schon anders hier... Dazu und zu Ladies Golf in Schottland im allgemeinen gibt es später in einem separaten Bericht mehr.

Fazit: Muss in jede St. Andrews Woche rein (die Reisegolferin fand den Platz schöner als den Old Course)

Reisegolfer-Rating: 7

Link zur Website mit allen Informationen

Montag, 9. Dezember 2013

Cabot Links

Im Herbst 2010 bekam ich "True Links" von George Peper und Malcolm Campbell in die Finger. Klasse Buch, welches damals auch schon in der Fachpresse rezensiert wurde. Gerade für mich als Linkskursliebhaber. Eines erregte aber meine Aufmerksamkeit. Dort war ein Kurs aufgeführt, der noch nicht geöffnet hatte. Cabot Links. 2011 konnten 10 Loch bespielt werden und im Sommer 2012 wurde dann der 18 Loch seinem Zweck übergeben. Das war der Zeitpunkt, zu dem meine Planungen begannen. Ich wollte nach Nova Scotia und diesen Platz spielen...

Im Februar diesen Jahres wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht und ein Condor-Flug nach Halifax gebucht. Zusammen mit Cabot Links waren auch noch einige andere Aktivitäten über einen Zeitraum von 3 Wochen geplant. Unter anderem das andere Golf-Highlight. Highland Links auf der anderen Küstenseite von Cape Breton. Aber davon später mehr. Jetzt erstmal Cabot Links.

Der Platz befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Kohlenmine zwischen dem Ort Inverness und dem wunderschönen Strand dort. Das Gelände eignet sich großartig für einen Golfplatz. Sandboden und nahe am Strand.  Dadurch ist der Platz dem Wind auf allen Löchern stark ausgesetzt. Selbst an einem für die Gegend recht ruhigen Tag war es aus unserer Sicht sehr windig. Ich könnte mich hier jetzt über die einzelnen Löcher mit den teils extrem großen Grüns auslassen, bei denen man immer die richtige Ecke anspielen muss, um nicht zu viele Extraputts zu kassieren. Ich könnte viel erzählen über die schönen Ausblicke, die man oft hat. Über die großartigen, teils riesigen Bunker. Aber ich lasse einfach mal ein paar Bilder für sich sprechen:





Fazit: Einer der Höhepunkte in diesem Jahr. Ich komme wieder, wenn Cabot Cliffs fertig ist!

Reisegolfer-Rating: 9

Link zur Website
Cabot Links

Mittwoch, 21. August 2013

Dundonald Links

Als dritten Kurs unseres Kurztripps nach Ayrshire hatten wir uns aus zwei Gründen für Dundonald entschieden. 1.) es ist ein Linkskurs, der auf meiner Küchenliste verzeichnet ist und 2.) kann man den Platz auch Samstags spielen. An den ersten beiden Tagen hatten wir mit dem Wetter ja einigermassen Glück gehabt. Ein paar Tropfen am Anfang in Prestwick, aber ansonsten meist Sonne. Das sah am Samstagmorgen etwas anders aus. Regen, Regen, Regen. Aber wir hatten ja unsere Startzeit und hofften auf unser Glück. Zudem sah es auf dem Regenradar von BBC Weather aus, als ob es irgendwann am Vormittag aufhören könnte.


Auf jeden Fall kamen wir pünktlich im Nieselregen an. Alles ganz freundliche Menschen dort und man bot uns auch an, etwas zu warten und späten zu starten. Aber wir waren dann heiß und das Whiskytasting am Nachmittag wartete ja auch noch. Nach den letzten Tagen brauchte ich dann doch mal ein paar Bälle und entschied mich für das Sonderangebot an Srixon Bällen. Beim Auspacken merkte ich dann, dass eine Packung fehlte. Die Dame am Tresen war dann aber so aufgeregt, dass sie mir aus Versehen eine Packung richtig teurer Logobälle gab. Aber auch die kann ich ich ohne Probleme verspielen.


Der Starter erklärte uns den Kurs, etwas Geschichte und los ging es. Loch 1 war ein gut gestaltetes Par 4, welches je nach Wind, simpel oder herausfordernd ist. Wir spielten gegen den Wind und den Nieselregen und ich war glücklich mit meinem Bogey zum Start. Das nächste erwähnenswerte Loch war die 6. Ein nettes Par 3, bei dem man sehr präzise spielen musste. Kurz, aber mit interessantem Grün. Die 9 war dann ein schöner Abschluß für die erste Hälfte. Leider bin ich dort an mir und dem hoch gelegenen Grün gescheitert.


Die zweiten 9 waren die für mich spannenderen Löcher. Richtig gut fand ich die Löcher 11 bis 13. Die 11 ist das Signature Hole des Platzes (schweres Par 3) und bei den nächsten beiden Löchern spielt man sich dann in Richtung See (wobei zwischen dem Platz und dem Meer noch Western Gailes liegt). Zum Finale gab es dann ein Par 5, bei dem man das Grün über einen Wassergraben anspielen musste. Welches kein Problem für den defensiven Spieler ist, aber für mutigere Naturen doch ein (für mich) unüberwindliches Hindernis ein kann.


Dundonald ist ein ganz toller, wenn auch noch junger, Golfplatz. Es handelt sich um die Pay&Play Tochter von Loch Lomand. Architekt war Kyle Phillips (u.a. auch Kingsbarns). Nett fand ich, dass man fast immer mit seinem Loch alleine war. Man sah nur selten andere Spieler, da der Blick zu Nachbarlöchern meist durch (künstliche) Dünen versperrt war. Vom Ergebnis her war der Tag für mich schrecklich. Aber da ich gelernt habe, mit so etwas umzugehen, hatte ich viel Freude. Ach ja. Die Sonne kam ab Loch 5 auch wieder raus... Und das Whiskey Tasting am Nachmittag war auch nicht schlecht.

Fazit: Sehr guter Golfplatz, den man unbedingt in seine Tour in Ayrshire einbauen sollte

Reisegolfer-Rating: 6

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Dundonald

Montag, 12. August 2013

The Prestwick Experience

Als Teil der Tour in Ayrshire wollte ich natürlich auch am Geburtsort der British Open eine Runde spielen. Auf dem Old Course in Prestwick. Und da man dort nicht immer hinkommt, habe ich sofort die angebotene "Experience" gebucht (wird immer Dienstags und Freitags angeboten). Diese beinhaltete ausser der Runde am Vormittag ein Lunch im Dining Room. Ich hatte also den klassischen britischen Golftag gebucht.

So sollte man die 1 spielen...
Aber von Anfang an. Da wir knapp 400 Meter vom Clubhaus entfernt wohnten, fuhren wir als sportliche Golfer natürlich mit dem Auto zum Club... Dort angekommen, meldeten wir uns zuerst an und zogen uns danach unsere Schuhe an (natürlich nicht auf dem Parkplatz, sowas machen nur Kulturbanausen...). Selbstverständlich gab es auch hier nicht die Range in der Nähe des Clubhauses. Sowas brauch hier anscheinend keiner. Daher fiel auch diesmal das Einschwingen aus und es bleiben nur ein paar Putts und das aufwärmen a la Jiminez.

Die Cardinal Bunker. Man musste von rechts nach links spielen...
Vor dem ersten Schlag wurde vom Club das obligatorische Erinnerungsfoto unter der Uhr des Clubhauses gemacht und nach kurzer Einweisung ("don't use your driver for the first shot") begann die Runde auf einem der berühmtesten Anfangslöchern weltweit. "Railway"! Links und vor uns Rough und rechts bis zum Grün die Schienen der Strecke Ayr-Glasgow, die natürlich Aus waren. Die Landezone war fair, aber doch irgendwie klein. Mit zwei sauberen Eisenschlägen ist man aber doch auf dem Grün. Nach einem kurzen Par 3 ging es dann zu einem weiteren Klassiker. Loch 3. Cardinal. Ein Par 5, bei dem man beim ersten Mal extreme Probleme hat zu wissen, wo man hinzielen soll. Zudem begann dort auch ein Schauer. Die Schwierigkeit waren die riesigen Bunker, die man mit dem zweiten Schlag überqueren musste. Zudem sah man sein Ziel überhaupt nicht. Da hätte uns ein Caddy sicher geholfen... Tolles Loch auf jeden Fall. Beim nächsten Mal wird es leichter...

Der Sahara Bunker vor dem Grün der 17
Über das Himalaya (Loch 5, Par 3 blind über ein Reisendüne) und viele weitere wunderbare Linkslöcher ging es dann mit Loch 14 wieder Richtung Clubhaus. Aber es war noch nicht zu Ende. Es kam ja noch ein weiterer Klassiker. "The Alps". Loch 17. Mittellanges Par 4, bei dem man mit dem zweiten Schlag über eine sehr hohe Düne das Grün anspielen musste. Damit war es aber noch nicht genug. Hinter der Dünde und vor dem Grün war noch ein Bunker mit dem Namen "Sahara". Man kann sich die Größe dieses Sandkastens grob vorstellen. Nach dem netten Abschluß mit der kurzen "Clock" (Par 4 284 Yard) ging es dann unter die Dusche.

Der zufriedene Reisegolfer beim Käse...
Selbstverständlich kommt hier keiner auf die Idee, nach einer Runde mit Golfklamotten essen zu gehen. Nein. Hier hat man Stil. Sakko und Krawatte ist Pflicht beim Mittagessen. Für die Damen ist ein dezentes Kleid ausreichend. Vor dem Essen nimmt man aber noch seinen Aperitiv zu sich. In Prestwick ist ein Kümmel das beliebteste Getränk (auch interessant. Oder?). Das Essen im Dining Room war dann wirklich klasse. Man hatte die Wahl zwischen 3 Vorspeisen und 3 Hauptspeisen gefolgt von leckeren Dessert und grandiosen britischer Käseauswahl. Alles von sehr guter Qualität und strafte alle Lästerei über die miese britische Küche Lügen. Wir waren richtig glücklich und gönnten uns nach dem Lunch noch einen Kümmel zum Kaffee. Ach ja. Das ganze Clubhaus ist für einen wie mich eher ein Museum, als ein Treffpunkt für Mitglieder eines Golfclubs... Es war also eine rundum gelungene "Experience". Gerne wieder!

Fazit: Tolles Erlebnis. Klasse Golfplatz. Wenn dort, dann auch die Experience buchen. Ist den Mehrpreis wert.

Reisegolfer-Rating: 8

Link zur Clubwebsite

Prestwick Experience

Donnerstag, 1. August 2013

Turnberry Ailsa

Im Juni ergab sich für mich die Möglichkeit, spontan einen Kurzausflug zu machen. Die Reisegolferin war beruflich unterwegs und ich habe dann einfach mal geschaut, wo man so hin kann und wo ich noch nicht war. Ein Blick auf meine Küchenkarte mit den Top 100 Kursen der britischen Inseln brachte dann eine schnelle Lösung meiner Überlegung. Ayeshire in Westschottland hatte noch keine "Erledigt-Haken". Also schnell einen Flug gebucht und dann bei einem örtlichen Anbieter (Ayrshire Golf Tours) eine Tour mit 3 Nächten und 3 Plätzen angefragt. Einen Tag später hatte ich die Bestätigung und die Detailplanung konnte beginnen.

Das Resort
Der erste Platz unserer Tour war dann auch gleichzeitig einer der Höhepunkte, was meine bisher gespielten Golfplätze angeht. Turnberry! Der Kurs war Schauplatz von bisher 4 British Open (mit dem unvergesslichen Duel in the Sun 1977) und 6 Senior Open. Zudem war er auf meiner Küchenliste an Nummer 1 gelistet. Da unser Flug früh genug war, hatten wir genügend Zeit mit der Anfahrt zum Platz. Turnberry liegt etwa 30 Minuten südlich der Hauptorte in Ayrshire (in unserem Fall von Prestwick, wo wir unser Hotel bezogen hatten). Also etwas ausserhalb. Natürlich hätte man auch in dem Resort dort übernachten können, aber das war mir doch etwa zu teuer.

Loch 6, Par 3 (blöder Bunker rechts...)

Am Starterhaus wurden wir von Malcolm empfangen. Ein netter älterer Herr, der geübt darin war,  mit den Touristen einen Schnack zu halten und gleichzeitig Empfehlungen für den Abschlag herauszufinden (versteckte Frage nach der Spielstärke und netter Hinweis, dass Abschlag X (es gab 3 für Herren) für viel Spass sorgen werden. Also richtig gut.

Blick vom Championship Abschlag der 9
Der Platz selber war ein Traum. Ein lockerer Anfang mit einem mittleren Par 4, welches rechts sehr stark mit Ginster bestückt war wurde von immer schwereren Löchern gefolgt. Und alle Löcher sahen vom Abschlag immer einfacher aus, als sie in Wirklichkeit waren. An einigen Löchern (und vor allem den Bunkern) bin ich fast verzweifelt. Aber es war schön und ich hatte Freude! Und darum geht es ja. Oder?
Loch 10. Dinna Fouter
Die Qualität der Löcher erhöhte sich im Laufe der Runde. Hohe Dünen, gut platzierte Bunker und ganz tolle Grüns. Visuelle Höhepunkte waren auf jeden Fall die Löcher um den Leuchtturm herum (Löcher 9-11). Wirklich schön. Ich hatte einen kleinen "Höhepunkt" bei dem Blick. Mein persönlicher Favorit, was die Löcher angeht, war auf jeden Fall die 16 (Wee Burn). Dabei empfindet man den Bach gar nicht als so klein, wenn man drin liegt...

Grün der 16. Wee Burn. Man sollte das Grün schon im hinteren Berech treffen...
Nach dem schönen Abschluß auf der 18, war das Kaltgetränk nach der Runde echt verdient. Die Bar und das Restaurant lohnen sich allein wegen des Ausblicks und der ganzen Fotos im Flur. Und der Preis war vollkommen in Ordnung. 99 Pfund Twilight Rate für so einen Platz war klasse.

Ach ja. Grossartig ist es auch, wenn man aus der Ferne den Dudelsackpfeifer hört, der immer zwischen 18:30 und 19:00 Uhr vor dem Hotel aktiv ist...

Fazit: Muss man unbedingt spielen

Reisegolfer-Rating: 9,5 ( :-) )

Turnberry

Montag, 22. Juli 2013

Nordwales - die anderen Plätze

Natürlich habe ich auch noch andere als die bisher beschriebenen Kurse gespielt. Ingesamt haben wir in den 10 Tagen 9mal gespielt. Nicht mit ausführlichen Berichten versehen worden sind:

Criccieth

Netter 9-Loch Platz oberhalb des Ferienortes mit der Burg. Nichts besonderes, aber immer gut für eine schnelle 9-Loch Runde am Abend.

Reisegolfer-Rating: 2

Blick auf Loch 8 in Criccieth

  



Vale of Llangollen

Sieht von oben (liegt in einem Tal) spektakulärer aus, als er in Wirklichkeit ist. Als Parklandplatz ok. Mehr aber auch nicht.

Reisegolfer-Rating: 3

Blick auf Loch 18 und Clubhaus von Llangollen

North Wales Golf Club

Der Platz im Urlaub mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Für 12 Pfund haben wir einen richtig schönen, alten Linkskurs gespielt. Auf dem zweiten 9 ging es dann richtig in die Dünen.

Reisegolfer-Rating: 5

Blick auf das Grün der 17. Par 3.




Bangor St. Deniol's

Ein sehr hügeliger Platz, der halb Parkland, halb linksartig (knochentrockene Fairways im Ginstermeer) nicht so einfach zu spielen war. Auch hier war der Preis mit 17 Pfund für die Runde sehr fair.

Reisegolfer-Rating: 4

Blick auf Bangor
Ach ja. Nefyn haben wir natürlich auch wieder gespielt (ich war zum dritten Mal dort). Es war schön und spektakulär wie immer. Aber über den Platz habe ich mich ja schon ausgelassen.

Fazit: Wer Golf mag, muss unbedingt mal Urlaub in Nordwales machen. Auch ohne Golf hat man dort genug Auswahl. Empfehlen kann ich für so einen Urlaub, ein Haus zu buchen. Wir hatten ein altes Käpitänshaus direkt an der Küste in Criccieth. Wer Tipps für einen Urlaub in der Region haben möchte, sende mir bitte eine Mail.

Samstag, 15. Juni 2013

Royal St. David's GC, Harlech

RSD (wie der Club auch genannt wird) war der letzte der Top 10 Plätze in Wales, bei denen ich noch nicht gewesen bin (OK. Den Twenty Ten in Celtic Manor muss ich noch spielen. Beim Ryder Cup durfte ich nur gucken...). Daher war der Club eines meiner bevorzugten Ziele unserer Wales Reise in diesem Jahr.

Blick auf Loch 15
Harlech ist golfen im Zeichen der Burg. Die Burg von Harlech wurde Ende des 13. Jahrhunderts von Edward I zur Befriedung der widerspenstigen Waliser gebaut. Zusammen mit Conwy, Beaumaris und Caernarfon ist die Burg heute UNESCO Weltkulturerbe. Die Burg ist von jedem Ort des Platzes zu sehen und ist eigentlich das Markenzeichen des Platzes.


Der Club wurde Ende des 19. Jahrhundert gegründet und bekam den Namen St. Davids. Schottland hatte schon St. Andrews und England St. Georges. Damit hatte auch Wales einen Golfplatz mit dem Namen seines Landesheiligen. 1908 bekam er dann von Edward VII das "Royal" verpasst. Der Platz ist kein normaler out and in Kurs. Es geht mehr oder weniger hin und her in alle Richtungen. Bis Loch 12 verläuft der Platz durch recht flaches Gelände und teilweise wird auch ein Kiefernwäldchen gestreift. Meist handelt es sich um lange Par 4, deren große Grüns sehr gut geschützt sind. Die Löcher sind oft von Ginsterbüschen gesäumt und das Rough möchte ich nicht gerne spielen, wenn es mal einige Zeit nicht gemäht wurde.

Der Reisegolfer an der 16
Ab Loch 13 ändert der Kurs seinen Charakter. Es geht in die Dünen. Hohe Dünen, blinde Schläge in Richtung eines Stabes und große ondulierte Grüns. Bei meiner Leidenschaft für solche Linkskurse schlug mein Herz sofort höher. Die Par 4 waren weiterhin sehr lang und man musste sehr präzise spielen, sonst war langes suchen und schlechte Lage vorprogrammiert. Toll ist dann der Abschlag für Herren an Loch 16. Stark erhöht hat man einen tollen Blick auf die Löcher 13-18 mit den Dünen, die Burg und hinter sich das Meer. Bei dem perfekten Wetter, was wir zum Glück hatten, war das einfach toll.

Fazit: Ein toller Linkskurs, der auf jeder Reise nach Nordwales gespielt werden muss

Reisegolfer-Rating: 7

Link zu Website
Greenfee in der Woche: 55 Pfund und ab 15.00 Uhr 35 Pfund (echtes Schnäppchen)

Royal St. David

Mittwoch, 12. September 2012

Winston Links

Winston Links. Der Platz ist ja seit der Eröffnung in aller Munde in Golferkreisen. Die Familie Pon hat hier richtig investiert. Zusätzlich zu den schon seit 2002 bestehenden beiden Plätzen (OPEN und KRANICH) hat im Juli 2011 der neue Linkskurs eröffnet. Hier hat man 1,2 Millionen Kubikmeter Erde bewegt, um dem Spieler eine Art Linksgolfgefühl zu geben. Wer diesen Blog schon mal gelesen hat weiß ja, dass ich Golfplätze mag, aber Linkskurse liebe. Und daher war ich nach meiner Ansicht auch genau der richtige Tester.

Loch 5. Nettes Par 3
Im Juli konnten wir dann endlich den Gutschein einlösen, den wir im Juni letzten Jahres geschenkt bekommen haben. Der erste Eindruck, nachdem man das Gelände mit seinem Auto nach längerer Fahrt durch meist enge, kurvenreiche Strassen befährt, ist: "Mmmh. Was ist das denn? Ist das Mecklenburg-Vorpommern?". Linker Hand sieht man von der Zufahrt aus nur spitze Sandhügel. Nun ja. Es sieht trotzdem beeindruckend aus. Wir wurden nett empfangen und nach kurzem einspielen begann die Runde.

Erster Eindruck vom Tee1 war sehr positiv. Schöner Anblick und es hatte wirklich etwas von einem Linkskurs. Die Fairways waren wellig und nicht immer breit. Die Landezone für den perfekten Schlag war breit genug. Aber nicht jeder Schlag bei jedem Normalgolfer ist perfekt, wie wir ja alle wissen. Trotzdem schön. Die ersten 9 machten mir viel Spass. Es war eine gute Mischung von linksähnlichen Löchern mit machbarer Länge. Einige Male spielte man auch an einem Wald entlang. Was es ja auch einige Male auf echten Linkskursen gibt. Man sollte nur nicht allzu viel streuen bei seinen Schlägen. Das spart lange Sucherei. Ich durfte zweimal lange suchen. Glücklicherweise war auf dem Kurs ausser uns beiden nicht viel los (ist der Platz zu teuer?).

Blick vom Abschlag der 10
Die zweiten 9 fand ich persönlich etwas besser. Da hatte man für meinen Geschmack etwas mehr Links-Gefühl. Mir gefielen die Löcher 10 und 15 ausgesprochen gut (auch wenn ich dort nicht immer gut gescored habe).

Tja. Was soll ich sagen. Wer gerne mal einen Linkskurs spielen möchte und wem die Reise an die Niederländische Küste oder auf die Britischen Inseln zu lang ist, der sollte unbedingt mal ein Wochenende in Vorbeck buchen. Es gibt gute Pauschalen (wir waren in dem sehr nett eingerichteten Haus Vorbeck direkt neben der Anlage) und die zwei anderen Plätze sind auch schön. In den Pauschalen ist übrigens immer eine Runde auf dem tollen 9-Loch Kurs enthalten. Den kann ich jedem ans Herz legen. Linksgefühl mit Par 3 Löchern.

Natürlich ist auch hier nicht alles perfekt. Für mich mit meiner Linkskurs Leidenschaft waren die in die Landschaft gesetzten Dünen zu spitz und zu künstlich... Richtige Dünen sind mehr vom Wind abgerundet... Aber trotzdem:

Fazit: Schöner Platz in für die Gegend ungewöhnlicher Landschaft. Unbedingt hinfahren und ein eigenes Bild machen. Wir kommen auch wieder!

Reisegolfer-Rating: 7


Winston Links

Mittwoch, 27. Juli 2011

Noordwijkse GC

In Holland zu spielen, hatte ich schon länger geplant. Das ganze wollte ich möglichst auch mit etwas Sightseeing verbinden. Im Juni war endlich die Gelegenheit, dieses Vorhaben auch umzusetzen. Die ganze Organisation war auch kein Problem, was die Tour im allgemeinen betrifft. Schwieriger war es, einen Golfplatz zu finden, der a) meinen Ansprüchen entspricht und b) uns auch spielen ließ. Royal Haagsche hatte ein European Senior Tour Turnier, und Kennemer hatte irgendein Caddyturnier und dann blieb nur Noordwijk. Um es vorwegzunehmen. Eine gute Wahl. Den Vormittag hatten wir in der Innenstadt von Den Haag verbracht und nach kurzer Fahrt waren wir pünktlich auf dem Platz.


Wir wurden freundlich enpfangen (kein Wunder bei der Greenfeehöhe) und nach kurzem Aufwärmen ging es auf den Platz. Noordwijkse ist ein klassischer Linkskurs. Und das, obwohl er teils durch einen Kiefernwald geht. Aber das ist ja kein Ausschlusskriterium für einen Linkskurs (siehe Hillside). Vom Clubhaus und vom ersten Abschlag aus sieht man kilometerweite Dünenlandschaften. Einen Teil davon nimmt der Kurs in Anspruch. Ich habe mich dort sofort wohl gefühlt. Nach 2 Loch in den Dünen ging es ab Loch 3 in den Wald. Der Boden blieb derselbe. Nur dass die Bahnen nun von Wald umsäumt waren. Eigentlich war es der perfekte Platz für jemanden wie mich, der am liebsten klassische Parklandplätze und Linkskurse spielt (ich weiß, das passt irgendwie nicht...). Bis Loch 7 blieben wir im Wald. Die Löcher 8-11 waren dann wieder im sandigen Bereich. Die zweiten 9 (ab Loch 12) sind dann fast nur noch in den Dünen. Schönstes Loch dort war für mich die 14. Mittellanges Par 5 mit dem dritten Schlag über eine Talsohle. Ich hatte also viel Freude. Die Grüns waren schön groß, aber unterschiedlich in der Geschwindigkeit. Kann man sich schwer drauf einstellen. War aber im ganzen ok.


Nach der Runde waren wir in dem schönen Clubhaus. Nette Leute und freundliche Bedienung. Da schmeckte der Snack (Käse mit Senf!) nochmal so gut. Zudem hatte sich das Wetter sehr gut entwickelt. Zum Ende hatten wir einen traumhaften Blick von der Terrasse über den Platz.

Fazit: Auch wenn das Greenfee recht hoch ist, lohnt sich die Reise. Toller Linkskurs ausserhalb von UK.

Reisegolfer-Rating: 7







Noordwijkse

Donnerstag, 14. Juli 2011

Fraserburgh Golfclub

Wenn zur Zeit Leute über Linkskurse reden, dann ist es Royal St. George's in Kent. Dort finden zur Zeit die British Open statt. Sicherlich ein klasse Linkskurs. Vielleicht spiele ich ihn auch irgendwann nochmal. Mir ist er aber eigentlich etwas zu teuer. Ein preislich attraktiverer, klassischer Linkskurs, den wir auf unserer Schottlandtour spielen durften, befindet sich knapp 1000 Kilometer weiter nördlich. Fraserburgh Golfclub.


Der Club ist nach eigener Aussage der siebtälteste Golfclub der Welt. Dokumente darüber liegen im British Golf Museum in St. Andrews. Der jetzige Platz wurde in seiner heutigen Form 1922 von James Braid designed. Es ist ein klassischer Linkskurs. Das Meer ist immer nebenan. Man sieht es aber nur vom Abschlag der 3 und der 4. Der Kurs befindet sich mitten in den Dünen und bietet unheimlich viel Abwechslung. Mir persönlich gefielen die Par 3 und die kurzen Par 4 sehr gut. Auch wenn wir mit dem Wetter nicht so viel Glück hatten (der einzige Regentag), fand ich den Platz richtig toll. Während der Runde war es zum Glück meist trocken.


Fazit: Wer beipielsweise Cruden Bay spielt, sollte Fraserburgh auf keinen Fall auslassen. Der Kurs war schwer, aber fair.

Reisegolfer-Rating: 6







Fraserburgh

Mittwoch, 29. Juni 2011

Cruden Bay

Das wird jeder sicher schon mal erlebt haben. Man plant eine Reise und auf einen bestimmten Teil der Reise freut man sich ganz besonders. So war es bei mir mit Cruden Bay. Der Kurs ist in verschiedenen Ranglisten recht hoch bewertet. Aber was mir wirklich Lust machte, waren die Kommentare von "normalen" Leuten, die den Platz schon gespielt hatten. Da gibt es z.B. den Top 100 Golfer, der sich vorgenommen hat, die Top 100 Plätze der Welt zu spielen und darüber zu bloggen (er ist fast fertig). Oder auch die Kommentare auf der UK Top 100 Seite. Da kann man halt nicht anders, als Vorfreude zu erzeugen.

Blick vom Abschlag der 5

Wir also früh morgens los bei tollem Wetter. Sonnenschein und blauer Himmel. Der für später vorhergesagte Regen wurde erstmal komplett ignoriert. Als ich dann um 09.30 am Abschlag der 1 stand, war ich einfach nur glücklich. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Platz wurde 1899 von der GREAT NORTH OF SCOTLAND RAILWAY COMPANY zusammen mit einem Hotel gebaut. Für das Design wurden Old Tom Morris und Archie Simpson engagiert. Mitte der 20er wurden dann von Tom Simpson und Herbert Fowler einige Änderungen vorgenommen. Seitdem hat sich kaum etwas geändert. Nur dass das Hotel in den 50ern abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde. Der Platz für sich ist einfach klasse. Durch hohe Dünen führend bietet er alles, was man bei einem Golfplatz lieben kann. Es gibt schwere Par 4 über 400 Meter. Par 4, bei denen man das Grün mit dem Abschlag erreichen kann, klasse Par 3 und zwei (echt nur 2) schöne Par 5. Man hat hohe Dünen, Ginster, Burns, tolle Aussichten, schnelle Grüns und blinde Schläge. Was eben zu einem echten Linkskurs gehört. Nun kommen vielleicht Kritiker, die sagen, blinde Schläge gehören nicht zu einem Golfplatz. Ich gehöre aber zu denen, die auch Bälle verlieren, wenn sie genau sehen wo sie hinflogen. Und Überraschungen (oh, der Ball ist neben der Fahne) mag ich auch. Es war also ein unbeschreibliches Erlebnis.

Blick zurück vom Abschlag der 9

Fazit: Wenn man irgendwo in Nordschottland hin muss, dann nach Cruden Bay. Ach ja. Irgendwann kamen die Wolken, aber von richtigem Regen sind wir verschont geblieben. Erst als wir noch eine 9-Loch Runde auf dem St. Olaf Course gerade beendeten, fing es an.

Reisegolfer-Rating: 9

Cruden Bay