Heute haben wir wieder 2 Plätze geschafft. Am Morgen Musselburgh Old Links (den ältesten bespielten Golfplatz der Welt) und am Nachmittag Bamburgh Castle GC. Die Plätze sind extrem unterschiedlich. Der eine ein uralter Linkskurs innerhalb einer Rennbahn. Und der andere ein hügeliger Platz an der Nordsee in Northumberland. Details folgen später, wenn ich wieder zu Hause bin. Bis dahin wieder ein paar Foto's vorab.
Sonntag, 21. Juni 2009
Freitag, 19. Juni 2009
North Berwick
Heute haben wir die ersten 36 Loch hinter uns gebracht. Am Morgen "The Glen" und am Nachmittag "North Berwick West Links". Klasse Wetter, klasse Golfplätze, super Ausblicke und ganze viel Wind. Einen detaillierten Bericht gibt es nach meiner Rückkehr. Bis dahin gibt es zur Einstimmung für jeden Platz 2 Foto's:

The Glen, Loch 12
Onduliertes Grün, Loch 16
Donnerstag, 18. Juni 2009
GC Hubbelrath
Gestern noch in Hubbelrath, heute schon in North Berwick. Gestern habe ich mit Rüdiger und meinem Chef GC Hubbelrath gespielt. Hier wollte ich hin, weil die in der Top 50-Liste sind. Der Platz ist grossartig. Hügelig, schön gepflegt und durch einen tollen Mischwald verlaufend. Richtig schön. Und der Blick von der Terrasse nach der Runde ist unbeschreiblich schön. Einen ausführlichen Bericht werde ich nach meiner Rückkehr aus Schottland schreiben. Als kleinen Vorgeschmack gibt es den Blick vom Abschlag auf Loch 10.

Ab morgen wird dann hier oben in Schottland gespielt. Ich werde berichten.
Dienstag, 16. Juni 2009
British Army Golfclub, Hohne
Das war doch mal was wirklich anderes. Nachdem man den Club (unser Navi kannte ihn nicht) mit viel Mühe innerhalb eines riesigen Militärgebiets nahe Bergen gefunden hatte, fühlte man sich recht schnell als wäre man auf der Insel. Für mich war es ja auch eine Art "coming home" nach meinen 4 Jahren in UK. Proshop hatte zu und das Greenfee wurde an der Bar bei dem sehr netten Steward gezahlt (nennt man den hier auch so?). Kurz danach ging es auch schon auf die ersten 9. Der Platz wurde 1962 entworfen und hat 9 Löcher mit 18 verschiedenen Abschlägen. Das kenne ich schon aus UK. Dort ist das Alltag. In Deutschland ist dies für mich der erste Kurs, der so gebaut ist.
Der Platz beginnt mit einem kurzen Par 4, welches nicht lang ist und nur gradeaus zu spielen ist. Dann folgt ein kurzes Par 3, bei dem man auf die Bäume rechts aufpassen muss. Bei Loch 3 zeigt sich die Vielfältigkeit von 2 verschiedenen Abschläge je Bahn am besten. Es sind vollkommen unterschiedlich zu spielende Löcher. Wobei die Bahn von der 12 gespielt für mich das Highlight war. Abschlag durch einen engen Wald, über einen Teich (besser Schlammloch) und abschliessend über einen Bach. Das hatte was. Loch 4 und 5 waren Par 5 für die Herren, die mit leichten Doglegs versehen waren (ach ja. Loch 4 war auf der zweiten Runde für Herren ein Par 4 und Loch... das würde jetzt aber zu weit ausholen). Loch 5 war ein toller Abschlag über viel Erika mit einem Dogleg nach links. Um zu Loch 6 und 7 zu kommen, musste man eine (Panzer?) Strasse überqueren. Loch 7 war nett und schwer vom Abschlag 16. Loch 8 war ein machbares Par 4 und Loch 9 war zum Abschluss ein längeres Par 3 durch den engen Wald. Man musste hier sehr grade spielen. Einen guten Eindruck, wie eng die Bahnen teils waren, gibt die Bildergalerie auf der Homepage des Clubs.
Der Platz war nicht "manikürt" wie einige teure Plätze. Er war aber gut gepflegt und die Grüns waren schnell und anspruchsvoll. Hohes anspielen war dort nicht die beste Variante. Bump and run war meist angesagt. Und man konnte schon mal aus 20 Meter vor dem Grün den Putter nehmen. Brachte meist gute Ergebnisse. Wir hatten viel Freude. Und Karin war richtig begeistert über den Platz. Wenn man also auf der A7 Höhe Soltau unterwegs ist und Schläger und Zeit dabei hat, unbedingt spielen den Platz. Die Küche müssen wir das nächste Mal testen. Die war schon kalt nach unserer Runde. Ob die auch Fish & Chips haben...? Manchmal war es übrigens auch sehr laut. Man war halt auf einem Truppenübungsplatz. Und da fahren schon mal einige Fahrzeuge entlang, die sich etwas oberhalb der Grenzwerte für Lärmemission befinden. Aber die Panzer machen das Ganze auch zu etwas besonderem.
P.S.: Die Damen in unserem Flight haben fast immer gradeaus gespielt. Sie waren auch kaum im Wald. Auf besonderen Wunsch habe ich darauf hingewiesen.
Reisegolfer-Rating: 3
Montag, 15. Juni 2009
GC Schloss Meisdorf
Ich habe zwar im letzten Jahr schon einen Bericht über Meisdorf geschrieben, mich aber damals mehr auf meinen grandiosen Erfolg in unserem Privatturnier konzentriert. Nun ja. Da es nicht viel über meinen Erfolg in diesem Jahr zu berichten gibt, fokussiere ich mich dieses Mal mehr auf den Platz in Meisdorf.
Der Club gehört zu einem Hotel und befindet sich am Rande des nördlichen Ostharzes. Er ist einer von 2 Plätzen in Sachsen-Anhalt. Ohne das Hotel gäbe es wahrscheinlich nur einen Golfclub in dem Bundesland. Und Meisdorf ist dazu noch der einzige 18-Loch Platz. Die ersten 9 dort sind nicht so hügelig und ziehen sich nördlich des Hangs entlang. Die zweiten 9 sind etwas anstrengender für Träger. Es geht am Waldrand entlang erst herauf und dann wieder hinunter. Der Platz im ganzen ist gekennzeichnet durch sehr viele Doglegs und eine Menge blinder Schläge (wobei ich mit blind nicht die per Zufallsprinzip gestreuten Schläge von mir meine). Die Doglegs sind sehr gut für die Vielfältigkeit des Kurses, die blinden Schläge aber manchmal ärgerlich, da man nicht immer mit Vorcaddy spielt. Wir haben viele Bälle verloren, weil wir nicht wussten, wo wir suchen sollen. Das Rough war nicht zu hoch und die Fairways waren in gutem Zustand. Die Grüns waren ok. Aber viele Spieler kamen am Wochenende nicht ganz klar damit. Sie waren unberechenbar. Mal waren sie schnell, dann aber wieder langsam. Nicht jedermanns Sache. Meine Favoriten sind die 8, die 13 und die 17. Gut angelegt und für die meisten im Rahmen ihres Handicaps spielbar. Bei der Platzbewertung habe ich etwas überlegt und mich dann für ein Rating entschieden, was möglicherweise Widerspruch erregen könnte (was ich gerne diskutiere). Ich habe mich mit dem Rating für Meisdorf aber genau an die Definition für die Kategorie gehalten.
Reisegolfer-Rating: 4
Ach ja. Nachdem ich mich letztes Jahr über meine grossartigen Erfolge ausgelassen habe, muss ich dieses Jahr Nicole gratulieren. Sie hat einen tollen Aussenseiter-Sieg erzielt. Gratulation!
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| GC Schloss Meisdorf |
Donnerstag, 11. Juni 2009
Lübeck-Travemünder Golf-Klub
Das ist kein Schreibfehler. Es ist wirklich der Golf-Klub. Ehrlich gesagt fällt mir auf die Schnelle kein Club in Deutschland ein, der sich mit K schreibt. Mit etwas suchen kommt man sonst noch auf den Golf Klub Braunschweig. Hat wohl was mit Tradition zu tun. Beide Clubs wurden in den 20er Jahren gegründet. Damals war die originale, englische Schreibweise vielleicht nicht mehr so beliebt. Aber zurück zur heutigen Zeit.
Nach Travemünde kam ich durch das Matchplay Turniers des Spicy Golfforum. Mein Gegner Partner kam aus der Nähe und da ich ja immer neue Plätze kennenlernen muss, kamen wir auf Travemünde. Umgeben von Anlagen, die hauptsächlich durch den Tourismus entstanden sind, ist Travemünde die Bastion eines traditionellen Golfcklubs. Das Greenfee ist auch nicht am unteren Rand. Aber es ist seinen Preis auf jeden Fall wert. Der Klub befindet sich etwas nördlich von Travemünde nahe der Ostsee. An einigen Löchern hat man auch Meerblick (die Ostsee ist doch ein Meer. Oder?).
An dem Sonntagmorgen waren wir um 08.30 Uhr fast die einzigen dort. Es hatte die Nacht vorher durchgeregnet. Das hat vermutlich nicht allzu viele motiviert, früh aufzustehen. Und auf meinem Weg regnete es auch bis Lübeck. Aber wundersamerweise hörte der Regen kurz nach Lübeck auf. Und es blieb auch bis auf ein paar Tropfen auf einer Bahn die ganze Zeit trocken. Unser Match spielten wir auf den Plätzen A und C. Travemünde hat 27 Löcher mit den Bezeichnungen A, B und C. Der A-Kurs befindet sich meist in freiem Gelände. Ausser auf Loch 1 und 9 ist man meist dem Wind ausgesetzt (wenn er denn weht). Der C-Platz ist eher ein Parklandkurs (Loch 21 und 26 mit Einschränkungen) und sehr nett angelegt. Zudem ist er meist auch sehr intelligent konzipiert. Einige richtig schöne Löcher sind dabei. Am besten gefielen mir die Löcher 22-25. 3 Doglegs im Wald und ein klasse Par 3, welches über hohe Bäume gespielt werden muss. Dort hat man auch ein Loch, welches sich in Richtung der Ostsee spielt. Kurz vorher dreht man aber in Richtung eines stark erhöhten Grüns nach Links ab. Sehr nett und auch nicht so leicht zu spielen.
Dienstag, 9. Juni 2009
GCC Seddiner See
Pfingsten war Seddiner See dran. Der ausführliche Bericht ist in meinem Top 50-Blog. Es war auf jeden Fall ein sehr guter Platz, der von einem Könner entworfen wurde.
Reisegolfer-Rating: 7
Sonntag, 7. Juni 2009
GC Hösel
Zum GC Hösel kam ich durch meinen Chef. Der ist dort Mitglied. Ist ein ganz schönes Stück zu fahren von Bochum. War es dann aber wert. Eigentlich waren 9 Loch geplant. Aber nachdem die ersten 9 um 20.10 Uhr geschafft waren, bin ich noch alleine die zweiten 9 (in Wirklichkeit die ersten 9) gegangen. Gespielt haben wir auf dem Nordkurs. Der Nordkurs ist in relativ freien, hügeligen Gelände. Besonders auf den Löchern 10-18 hat man sehr oft Schräglagen (wirkliche Schräglagen) und es geht oft rauf und runter. Die Grüns sind recht gross und für meinen Geschmack recht langsam. Aber vollkommen in Ordnung. Die ersten 9 haben mehr Parkland-Charakter. Viele Bäume entlang der Fairways. Und die Par 3's waren vernünftig gestaltet. Am schönsten, und intelligentesten gestaltet war Loch 4. Das machte richtig Spass. Es war also ein netter Platz. Kann man ruhig spielen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen. Mein Mobiltelefon taugt nichts für so was. Ich werde aber irgendwann wiederkommen und dann mache ich auch Bilder. Den Südplatz muss ich ja auch noch spielen.
Reisegolfer-Rating: 4
Donnerstag, 4. Juni 2009
GC Sülfeld
Himmelfahrt war der Vatertags-Vierer in Sülfeld dran. Dieses Mal nicht mit Nicole, sondern mal mit Hermann im Team. Wegen Vatertag. Karin und Nicole spielten auch gemeinsam. Sozusagen als unser Gegner.
Der Platz in Sülfeld besteht aus einer 27-Loch-Anlage mit 3 mal 9 Loch. Dadurch ist man flexibel. Ich kann mir vorstellen, dass man dort selbst an stark frequentierten Wochenenden ohne lange Wartezeiten zum Zug kommt. Und das ist ja ein grosser Vorteil für eine Golfanlage. Wir lernten während des Turniers die Plätze A+B kennen. Man sagte uns, dass die C-Anlage der schönste Teil ist. Na ja. Andern mal vielleicht. Das Clubhaus war recht nett und die Anlage machte einen gepflegten Eindruck. Die Mitglieder, mit denen wir ins Gespräch kamen, waren alle sehr nett und sie schienen auch stolz auf ihren Platz zu sein. Kleiner Makel aus meiner Sicht war der Aufbau der Übungsrange. Da es ein Turnier mit Kanonenstart war, waren zu viele Leute beim aufwärmen. Und dafür waren die Matten zu eng gelegt. Das war teilweise sehr gefährlich, wenn man dort entlangging.
Der Platz selber war ok. Ein durchschnittlicher Platz. In Ordnung, aber nichts herausragendes. Etwas Abwechslung im Design war vorhanden. Nur waren die Par 4 Löcher oft zu kurz und es gab bei den Par 3 Löchern kaum interessantes. Nur, dass einige der Par 3 Löcher zu lang waren. Ein Par 3 mit um 200 Meter Länge ist ja ok. Aber hier waren zu viele lange "kurze" Löcher. Was mir gefiel, waren die Löcher A8, B2 und B6. Hier passte die Abstimmung und auch der sehr gute Spieler wurde hier gefordert. Als Par 3 (waren ja nicht alle schlecht) fand ich A9 recht interessant.
Reisegolfer-Rating: 3
Ach ja. Das Herrenteam wurde klar von den Damen geschlagen. A) waren die beiden richtig gut und B) kann man mit 9 3-Putts auf 18 Loch keinen Blumentopf gewinnen.
Mittwoch, 3. Juni 2009
Nordwales Tour - Das Fazit
Mit etwas Abstand (bin ja schon wieder seit 3 Wochen zurück) und den geschriebenen Berichten im Kopf, versuche ich mal ein Fazit zusammenzustellen. Ich kann so einen Urlaub jedem empfehlen. Natürlich hauptsächlich wegen des Golfspiels, aber auch so. Denn Nordwales ist auch ein schönes Urlaubsgebiet mit vielen schönen Zielen.
Wieviele Plätze gespielt: 7
Bester Platz: Aberdovey
wohin nicht wieder: Betws-y-Coed
Wetter: war ok. 3 Tage Sonne, Der Rest meist trocken
Essen und Trinken: von ganz toll bis mässig alles dabei
Kosten: unter € 1.000,-
noch mal dahin: gerne wieder, ich muss doch noch Royal St. David spielen...
Einige nette Impressionen der gespielten Plätze in Nordwales gibt es hier (besser mit Ton):
Ich komme also auf jeden Fall wieder.
Hwyl
Montag, 1. Juni 2009
Wallasey - Dr. Frank Stableford
Das letzte Ziel unserer Golftour nach Nordwales lag in England. Beim blättern in meinem Top100-Buch über England landete ich während meiner Urlaubsvorbereitung irgendwann beim Wallasey Golfclub. Er erfüllte mehrere meiner Auswahlkriterien (Linkskurs, hohe Dünen, viel Geschichte, in den Top 100 und auf dem Weg für unsere Tour). Der Hauptgrund war aber, ehrlich gesagt, dass dort das Clubmitglied Dr. Frank Stableford 1931 das nach ihm benannte Zählsystem erdacht hat. Genau genommen (laut Legende) auf Loch 2. Also musste ich dort auch spielen. Wer mehr über Dr. Stableford lesen möchte, liest hier.
Abschlag Loch 4
Wir sind früh genug in Wales losgefahren und haben gehofft, dass es trocken bleibt. Vorhersage war nicht allzu positiv. Um Liverpool herum schwere Regenfälle möglich. Es war zwar die ganze Zeit bewölkt, aber es blieb immer trocken. Irgendwann kamen wir auch an und meldeten uns im Proshop an. Wie üblich fragte uns niemand nach unseren Handicaps. Obwohl man dort offiziell auch ein Certificate verlangte (lt. Website). Wir waren früh genug und hatten genug Zeit. Unsere Startzeit war um 13.30 Uhr und wir hatten fast 45 Minuten Zeit. Wie so oft in UK war der Weg zur Driving Range (falls es eine gibt) zu lang. Also schauten wir uns etwas um und gingen auf das Putting- Grün. Bedenken hatten wir etwas, weil nach uns (14.00 Uhr) ein Turnier begann (Home International mit Teams aus England, Schottland, Wales, Irland und Nordirland). Und vor uns war man schon etwas verspätet. Dazu gelten wir drei international nicht als der schnellste Flight der nördlichen Hemisphäre.
Irgendwann ging es dann doch los. 12 Minuten Verspätung und hinter uns wartete man schon. Aber von so was lassen wir uns nicht beeinflussen... Wir gaben uns also Mühe und brachten Loch 1 (schön mit Dünen rechts und links und gut geschütztem, erhöhten Grün) fix hinter uns. Ich habe, glaube ich, nicht mal Bilder gemacht (was bei mir kaum vorkommt). So schnell waren wir. Dann ging es aber zu Loch 2, welches auch Stableford hiess. Dort soll Dr. Stableford an einem windigen Morgen 1931 die Idee zum Zählsystem gekommen sein. Bis dahin wurden Golfturniere immer als Zählspiel gespielt. Und dieses Loch konnte einem bei etwas Wind den Score zerstören. Warum also nicht mal mit Punkten versuchen? Dann hat man länger was von einem Turnier. Und schwupps, gab es eine neue Spielform... Das wird in Realität möglicherweise etwas länger gedauert haben. Aber grob war es so und 1932 wurde dann beim Wallasey GC das erste Turnier nach dem Stableford-System gespielt. Ein Stableford Turnier wird dort immer noch einmal im Jahr gespielt. OK. Vielleicht auch mehr. Aber nur eines, welches auch so heisst und als offenes Turnier ausgetragen wird.
Loch 2, Stableford
Der Platz hatte natürlich noch mehr zu bieten als nur Loch 2. Bis Loch 5 ging es weiter durch hohe Dünen. Wobei mir persönlich der Abschlag der 4 am besten gefiel. Ein Par 5 mit erhöhtem Abschlag, von dem man rechts die irische See sah. Leider war es etwas diesig. Aber es war auch so schön. Ab Loch 6 ging es dann über flacheres Gelände, bei dem man die Dünen immer nur linker Hand sah. Bei diesen Löchern waren die Bunker die wahren Hindernisse. Der Wind war an unserem Spieltag gnädig mit uns und unsere Scores waren in Ordnung (für unsere Verhältnisse). An Loch 15 ging es dann wieder zurück in die Dünen. Allmählich hatten wir auch das Turnier direkt hinter uns. Aber die letzten 3 Löcher schafften wir auch noch. Loch 18 war nicht so einfach, weil man seinen zweiten Schlag blind Richtung Clubhaus schlagen musste. Leider fanden wir meinen Ball im Rough und ich lieferte vor den Zuschauern auf der Terrasse eine peinliche Hackershow ab. Aber irgendwie brachte ich dann den Ball doch mit einem Doppelbogey ins Loch und unser letzter Platz der diesjährigen Tour auf die Insel war beendet. Rüdiger hatte erstmals auf der Tour das beste Ergebnis und wir konnten uns dem Abendprogramm in Wallasey widmen.
Den Platz kann ich sehr empfehlen für alle, die gerne Linkskurse spielen. Und für die Region um Liverpool ist er sogar vergleichsweise günstig. Er hat herausfordernde Bahnen, die nicht langweilig werden. Der Platz hat nette (schwere) Par 3 Löcher, die auch optisch schön angelegt sind und er hat ein nettes Clubhaus mit Portraits von Frank Stableford und Bobby Jones (der hat dort auf den Weg zum (damaligen) Grand Slam das Qualiturnier für die British Open 1930 gewonnen). Richtig schön sind auch die Bunker dort. Erstens gibt es sehr viele davon und dann sind diese wirklich tief. Und steile Wände haben diese auch. Der einfachste Weg dort herauszukommen war, nicht herein zu spielen.
Reisegolfer-Rating: 6
Für Top-Platz waren die Löcher 6 - 12 nicht gut genug. Aber es ist trotzdem ein sehr schöner Platz. Und er hat tolle, gut abgestimmte Par 3-Löcher, was für mich auch immer wichtig ist.
Abschluss unserer Tour war dann Liverpool mit "Ferry cross the Mersey", Albert Docks und das Beatles-Museum.
Montag, 25. Mai 2009
Wales Betws-y-Coed
Zuerst einmal: der Ort schreibt sich wirklich so und dort spielen wollten wir eigentlich auch nicht. Aber da die Hütehunde-Vorführung bei Corwen leider nicht stattfand, mussten wir wohl oder übel wieder mal Golf spielen. Mitten in Snowdonia ist die Auswahl nicht so gross und das Wetter war auch nicht mehr so toll. Also 9 Loch in Betws-y-Coed.
Was soll ich sagen? Ein einfacher, ganz normaler britischer 9-Loch Parklandplatz. Par 64, 4 Par 3, kein Par 5 und meist genutzt von Urlaubern. Kostete 15 Pfund für 9 Loch. Dafür kann man dann wohl nicht viel erwarten. Wie immer in UK hatte der Platz 18 verschiedene Abschläge für die 9 Loch. Was ich ja gut finde. Aber ansonsten? Nichts wirklich herausragendes. Nicole meinte immer: "Ich will zurück auf einen Linkskurs...!". Na ja. Sooo schlimm fand ich es auch nicht. War halt ein einfacher Golfplatz.
Auf dem Rückweg haben wir dann noch versucht, einen Karglandplatz zu spielen. Leider war unser Navi nicht in der Lage, den Platz finden. Aber ich habe mir fest vorgenommen, es wieder zu versuchen, wenn ich wieder in Nord-Wales bin. Dies war nämlich unser letzter Tag in Wales. Abends waren wir noch ganz toll essen im Yr Hen Fecws (kann ich sehr empfehlen) und dann ging es schon Richtung Liverpool, wo wir auch noch 2 Nächte verbrachten. Dort wartete dann auch unser nächster Golf-Höhepunkt.
Reisegolfer-Rating: 2
Hwyl
Euer Reisegolfer
Sonntag, 24. Mai 2009
Wales Porthmadog
Da wir den Tag in Aberdovey recht früh begonnen hatten, war noch Zeit für andere Aktivitäten. Den Weg zurück Richtung Haus in Porthmadog fuhren wir die Küste entlang an der Cardigan Bay. Es war eine sehr gefährlich Strasse. Hauptsächlich, weil man immer so oft durch grossartige Ausblicke abgelenkt war. Man konnte sich nicht immer auf den Verkehr konzentrieren. In Barmouth gab es dann noch ein Eis (wir hatten noch herrlichsten Sonnenschein) und dann ging es nach Harlech zur Burg hinauf.
Wir hätten wohl auch die Chance gehabt, in Harlech noch Royal St. David zu spielen. Aber für 18 Loch war es mir schon ein wenig spät. Dann muss ich wohl ein andern Mal den angeblich schwersten Par 69 Platz der britische Inseln spielen. Beim Souvenirshop oben neben der Burg fragte man uns (wir sahen nach Golf aus), ob wir Harlech gespielt hätten? No. Aberdovey! Aaah. Aberdovey. The easy one... Beide Clubs sind ungefähr genauso alt und es gibt wohl eine kleine Rivalität zwischen den beiden. Welcher Platz besser ist, kann ich noch nicht beurteilen. Habe ja erst einen der beiden gespielt.
Auf dem Weg Richtung Porthmadog überlegten wir uns dann, wenigstens einen Blick auf den dortigen Platz zu werfen. Was ich bis dahin davon gelesen hatte, reizte mich. Der Platz wurde 1905 eröffnet und von James Braid designed. Der 5-malige British Open Sieger war ein regelrechtes Arbeitstier, was das Design von Golfplätzen betraf. Er soll in der Summe etwas über 200 Golfplätze erstellt oder umgebaut haben. Man darf dabei nicht vergessen, dass es um 1910 etwas aufwendiger war, von a nach b zu kommen. Die Plätze, die ich bisher von ihm kennen gelernt habe, waren sehr gut. Zudem war er auch Mitgründer und Präsident der PGA und Headpro in Walton Heath. Langeweile muss dem Mann ein Fremdwort gewesen sein
Nun aber zurück zum Golfplatz. Idee war eigentlich zu fragen, ob man auch 9 Loch spielen kann. Wenn ja, dann wollten wir aber nur die 2ten Neun spielen. Grund war das Layout des Platzes. Man kann den Platz ruhig als Hybridplatz bezeichnen. Die ersten 9 sind reiner Parkland und die zweiten 9 ein echter Linkskurs durch hohe Dünen. Da der Proshop schon zu war, gingen wir in die Bar. Die Dame sagte, dass wir spielen können, aber wir sollten auf Loch 1 beginnen. Mmmh. Nicht so einfach. Also zahlten wir den ausgehandelten Pauschalpreis für 3 Personen von 50 Pfund und zogen uns unsere Schuhe an und packten unsere Schläger auf den Rücken.
Tee 1 und Tee 10 waren sehr nah beieinander. Wir also dahin und geschaut, was los war. Keiner da. An Loch 1 sowieso nicht. War ja schon 18.00 Uhr. Als aber der erste von uns abgeschlagen hatte, kamen zwei Spieler von Loch 9 (welches man von dort nicht sehen konnte). Wir also etwas traurig und zu Loch 1 und abgeschlagen. Nebenbei aber immer zu Loch 10 geschaut. Der 2er-Flight an Loch 10 war schon fast am Grün und es kam immer noch keiner. Wir also unsere abgeschlagenen Bälle fast alle liegen gelassen und zu Loch 10. Zwei abgeschlagene Bälle lagen da ja noch. Es hatte zwar Mühen gekostet, aber wir konnten nun die 2ten Neun spielen.
Und wir wurden nicht enttäuscht. Ein klasse Platz bei perfekten Licht. Sehr ondulierte Fairways, nette Bunker, teils sehr hohe Dünen und schnelle Grüns. Es war ein wahre Freude. Höhepunkt für mich war aber Loch 12. Man steht auf einem erhöhten Abschlag und hat vor sich und rechts hohe Dünen. Links sieht man auf den Strand der Samson's Bay und in der Entfernung den Strand und die mächtige Burg von Harlech. Jeder Golfer fragt sich ja manchmal, warum um Gottes Willen spiele ich nur Golf? Als ich dort stand, diesen Blick genoss und dann noch einen guten Abschlag machte, wusste ich, warum ich Golf spiele! Man kann es nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben. Für mich war es unbeschreiblich schön und das beste Golf-Loch des Urlaubs. Und wer meinen Blog kennt, weiss, dass ich nicht anspruchslos bin, was die Qualität von Golfplätzen angeht.
Wer also mal ein Golftour Richtung Nord Wales plant (sollte jeder Golfer mal gemacht haben), sollte auch Porthmadog spielen. Die zweiten 9 lohnen die Anreise alleine. Nun zur Wertung. Da es auch die ersten 9 gibt (habe ich kurz einen Blick drauf geworfen), kann ich dem Platz als 18-Loch Kurs keine ganz hohe Wertung geben.
Reisegolfer-Rating: 5
Als 9-Loch Platz alleine hätte ich den zweiten Neun eine 8 gegeben. Aber das kann ich ja leider nicht. Und die ersten 9 werde ich irgendwann auch mal spielen. Wenn ich wieder dort bin.
Donnerstag, 21. Mai 2009
Wales Aberdovey GC
Diesen Platz wollte ich schon längere Zeit mal gespielt haben. Ich hatte schon sehr oft positiv davon gelesen. Sei es als klassisches Beispiel für einen walisischen Linkskurs oder als Lieblingsplatz von Bernard Darwin (dem wohl besten Golfautor, den es bisher gegeben hat). So ging es dann also nach dem sehr frühen Frühstück bei bestem Wetter los Richtung Süden zum Golfclub Aberdovey (oder Aberdyfi in der Sprache der Eingeborenen).

Der Club wurde offiziell 1892 mit einem 18-Loch Platz gegründet. Vorher wurde dort schon auf einem einfachen 9-Loch Platz mit Blumentöpfen als Löcher gespielt. Das Gelände ist perfekt für einen Golfplatz. Es ist ein klassischer out and in Platz, der sich zwischen den Dünen und der Bahnstrecke Richtung Barmouth hinstreckt. An dem Platz haben 3 der wichtigsten britischen Golfplatzarchitekten ihre Visitenkarte hinterlassen. James Braid (u.a. Brora), Harry Colt (u.a. Sunningdale New) und Herbert Fowler (Saunton). Der Platz ist sehr abwechslungsreich. Mal spielt man in den Dünen in Richtung eines Markierungsstabs, mal hat man ein blindes Par 3, bei dem man nur die Spitze der Fahne sieht und dann spielt man entlang der Bahnstrecke und fast immer gibt es stark ondulierte Fairways. Da es ein echter Linkskurs ist, darf auch ein Burn (ein Bach) nicht fehlen. Den habe ich dann natürlich gleich ausprobieren müssen... )-: . Was auch interessant ist, zu erwähnen, ist die Tatsache, dass alle 4 Par 3-Löcher in eine andere Richtung zu spielen sind. Was bei dem Wind hier schon Einfluss hat. Ach ja. Der Bahnhof auf Höhe des Clubhauses war auch da. Viele Linkskurse (und die dazugehörenden Clubs) verdanken ja Ihre Entstehung des Anschlusses an eine Bahnverbindung.
Nette, naturbelassene Bunker
Das schönste Loch auf der Runde ist ganz klar die Nummer 12. Genannt "Cader" (ist ein Berg im Süden der Snowdonia Mountains, den man vom Grün aus sehen kann). Ein ca. 120 Meter langes Par 3, welches bergauf, halbblind, in die Dünen gespielt werden muss. Auf das Grün rollen lassen ist hier nicht. Man muss schon recht hoch und präzise anspielen. Und wenn man dann oben auf dem Grün ist, hat man einen traumhaften Ausblick auf das Meer. Einfach schön dort.
Andere nette Löcher waren die 2, die 11, die 14, 15 und 16. Das schöne an dem Platz war, dass fast alles stimmte. Das Design bot viel Abwechslung und kein Loch war wie das andere. Und die Grüns waren die besten, die ich bisher in diesem Jahr gespielt habe. Der Platz ist übrigens zum Top 100 Platz in UK mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis gewählt worden. Also das Greenfee ist mit 45 britischen Pfund für so einen Platz sehr günstig. Das Clubhaus ist auch sehr nett und Leute waren alle sehr nett. Ein Fauxpas passierte mir im Gastraum. Ich hatte mein Cap aufgelassen! Das ging ja gar nicht... Die 3 Opi's in der Ecke freuten sich schon. Anscheinend hätte ich eine Runde ausgeben müssen wegen der Mütze auf dem Kopf. Nächstes Mal weiss ich es besser.
Nun also zur Platzbewertung. Wie ich schon schrieb, alles toll. Da aber 2-3 Par 4 und 1 Par 5 etwas "flach" waren, fällt meine Wertung zwar hoch aus, aber nicht ganz so hoch.
Reisegolfer-Rating: 7
Der Reisegolfer macht Bilder
Montag, 18. Mai 2009
Wales Nefyn & District GC
Was hatten wir doch für ein Glück. Der Blick aus dem Fenster nach dem aufwachen zeigte Sonne. Nach dem Regen am Vortag war dies wunderbar. Da ich Nefyn schon mal gespielt habe (im strömenden Regen), ahnte ich, wie schön es werden konnte. Als wir den Parkplatz erreicht hatten (ist mit dem Clubhaus auf einem Hügel), raubte einem der tolle Ausblick fast den Atem. Satter grüner Rasen, gelbe Ginsterbüsche und das blaue Meer. Wir hatten nach dem anmelden noch etwas Zeit und unterhielten uns mit dem Herrn im Proshop. Lustig war, als er uns die Namen der Löcher auf der walisisch vorlas. Witzig. Er bot uns ein Bier an, wenn wir nach der Runde die Namen richtig aussprechen können. Da wir dies sowieso nicht schaffen können, haben wir uns lieber auf unsere Runde konzentriert.
Blick vom Eingang auf Loch 10 und den "Point" (Loch 11-17)
Obwohl wir aufgrund der atemberaubenden Blicke kaum in der Lage waren, uns auf Golf zu konzentrieren, ging es trotzdem los. Beim Abschlag gesellte sich Paul aus Nürnberg zu uns. Er war mit seiner Frau zum wandern hier und musste einfach diesen Platz spielen. Also Tagesticket gekauft und die 26 Löcher gespielt. Die Runde war recht entspannt, weil vor und hinter uns Platz war.
Grün Loch 3
Der Club Nefyn & District wurde im Jahr 1907 gegründet. Man begann mit einem 9-Loch Kurs, der später (u.a. von James Braid) auf 18 Löcher erweitert wurde. Heutzutage spielt man dort auf 26 Löchern. 10 Löcher plus jeweils 8 Löcher old und new. Bekannt ist der Platz aber für seine 7 Löcher auf der engen Halbinsel, genannt "The Point". Wie man auf diesem Gelände einen Golfplatz bauen kann, fasziniert mich immer noch. Auf der einen Seite ein langer, breiter Sandstrand (Porthdinllian) und auf der anderen Felsen. Das Spiel auf dem Felsen beginnt an Loch 11 mit einem Abschlag, bei dem Slicer Gefahr laufen, dass der Ball am Strand von Porthdinllaen landet. Wenn man denn dann seinen Abschlag gut platziert hat, muss man seinen zweiten blind auf eine Anhöhe schlagen, bei der eine Stange das grobe Ziel angibt. Wir waren ganz gut. Unser 4er-Flight hat nur einen Ball verloren und zweimal Par gespielt. Loch 12 geht dann ungewöhnlich weiter. Ein blinder Abschlag auf ein extrem nach links hängendes Fairway. Man hat drei mögliche Ergebnisse. 1) Ball ist weg (bei uns 2 mal) 2) der Ball ist etwas zu weit links und rollt auf einen Spazierweg und 3) der Ball liegt gut platziert auf dem schrägen Fairway. Der nächste Schlag ist dann über den Spazierweg (der stark frequentiert ist) und ein tiefes Loch (kommt nachher noch mal) zu schlagen. Das ganze auch fast blind, weil man das Grün nur von ganz links gut sehen kann. Für mich war es an diesem Loch unmöglich, das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen. Da Loch heisst übrigens Ty Coch. Benannt nach einem Pub, welches unten am Strand unterhalb des Cliffs ist. Nach der Runde waren wir übrigens unten und wollten ein Pint trinken. Leider hatte der Laden aber geschlossen.
Grün Loch 10
Weiter geht es auf dem Ende des Felsens, auf dem 3 Löcher angelegt wurden. Ein Höhepunkt (und auch das schwerste Loch) ist Loch 13 mit dem Namen Land's End. Und das ist hier auch sehr passend. Den Abschlag muss man über die irische See auf das Fairway schlagen. Das ist bei Wind aber länger als man denkt. Also dachte ich mir: "schlag einfach grade und nutze Deinen "natürlichen" Slice. Pustekuchen! Der erste war ein perfekter Draw, der aber leider knapp das Land verpasste. Die anderen beiden Bälle wurden ausnahmsweise gehookt. Das kann ich sonst nie... Naja. Fast nie. So gingen also an einem Loch 3 Bälle verloren. Immerhin war das Greenfee vergleichsweise günstig (38 Pfund). Da konnte man schon mal einen Ball ins Meer schiessen. Nun mussten die Bälle also nur noch auf das Grün. Das war dann aber auch wieder nicht so leicht. Vor dem Grün am Ende des Cliffs parkte ein kleiner Lieferwagen. Das war auch für mich neu. Aber man lernt ja nie aus. Der Fahrer des Wagens war übrigens am Turm der Seenotrettung beschäftigt. Dieser wird zur Zeit grad renoviert. Bevor wir uns einig wurden, wer was bekam, wenn man seinen Ball in den Lieferwagen schlug, fuhr der Wagen aber schon los. Mitten über das Fairway zurück!! Interessanterweise sah man nachher keine Spuren oder ähnliches. Die Fairways waren so hart, dass der Wagen dem Boden nichts ausmachte.
Auf dem Weg zum nächsten Abschlag (Loch 12)
Dieses Mal konnten wir durch die Renovierungsarbeiten leider nicht vom Turm auf das Grün von Loch 14 abschlagen. Das ging letztes Mal noch und war auch etwas besonderes. Aber mit dem Tee etwas vor dem Turm (siehe unten) war dieses Par 3 auch nicht schlecht. Wir mussten bei starken Wind von vorne links ca. 140 Meter bergab schlagen. Hinter dem Grün war Abgrund und die irische See und vor dem Grün ein Bunker. Nicht schlecht. Das war mal ein anständiges Par 3. Wer Loch 3 in Moorfleet kennt (mein Heimatkurs), weiss, wovon ich spreche. Loch 15 ist dann das, aus meiner Sicht, einfachste Loch auf der Halbinsel. Einfach gradeaus, etwas halbblind abschlagen und dann den zweiten locker aufs Grün (klappte immer, wenn ich dieses Loch gespielt habe... (-; )
Lieferwagen auf dem Grün... !?!?
Nun zum Finale. Es begann mit einem Par 3 über ein tiefes Loch, genannt "Pot". Das Loch kann man nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben. Es ist tief. Richtig tief! Keine Ahnung, wie das dahin kommt. Künstlich angelegt sieht es nicht aus. Wenn man aber einigermassen anständig spielt (wie Nicole), ist ein Par hier nicht so schwer. Man muss nur mit dem Wind klarkommen. Und von dem hatten wir reichlich während der Runde. Loch 17 konnten wir zum Glück mit dem Wind spielen. Ein nettes Par mit nach rechts abfallendem Fairway und vielen Spaziergängern. Dazu muss man wissen, dass über den Platz ein öffentlicher Spazier- u. Wanderweg führt. Da der Weg zu dem Pub unten führt, ist dort meist immer was los. Ich möchte nicht wissen, was dort in der Hauptsaison los ist. Wir waren dort ja auf einem Montag ausserhalb der Ferien.
Loch 17 war also abgeschlossen und über Loch 18 ging es gegen den Wind Richtung Clubhaus. "Krönender" Abschluss für mich war dann mein zweiter Schlag auf dem Loch. Ziel war das Grün. Leider hatte ich den falschen Schläger gegriffen und mein Ball landete auf dem Clubhaus... Ich traute mir nicht zu fragen, ob ich meinen Ball auf dem Dach suchen durfte. War aber sowieso Aus laut den Local Rules.
Wind an Loch 17
Fazit war also: Ein traumhafter Golftag in grossartiger Umgebung auf einem aussergewöhnlichen Platz. Dort nennt man es das Pebble Beach von Nord Wales. Wer die Gelegenheit hat, muss dort unbedingt spielen. Auch ein Umweg lohnt. Und das Greenfee für so einen Platz ist fast geschenkt.Reisegolfer-Rating: 7
Loch 16. Das mit dem Loch. Blick vom Abschlag
Freitag, 15. Mai 2009
Wales Conwy
Der Morgen begann mit einer kleinen Enttäuschung. Es regnete! Aber wenn man hier Urlaub macht, erwartet man nicht immer jeden Tag Sonnenschein. Golf war eigentlich auch nicht geplant. Also das Auto gepackt und los ging es. Erst etwas spazieren gehen in Betws-y-Coed und dann über Llanrwst nach Conwy. Der Ort ist hauptsächlich bekannt für seine Burg. Das ist auch der Grund für die vielen Besucher und die vielen Andenkenläden in der wirklich netten kleinen Stadt. Nachdem wir also das kleinste Haus in Grossbritannien gesehen hatten (zwei Zimmer mit Grundfläche 3,05m x 1,89m) überlegten wir kurz, wohin wir als nächstes fahren.
Wenn ich schon mal in der Nähe war, wollte ich auch gerne mal den Platz in Conwy sehen. War nur 3 Minuten von Zentrum entfernt. Als wir dann von Parkplatz kommend den Platz sahen, war ich nicht zu halten. Man sah einen schönen klassischen Linkskurs, was mich ja auch so schon in Wallung bringt. Die Sahnehaube war für mich aber das Ginster. Der ganze Platz war voll davon. Und alles in voller Blüte. Wer das noch nicht gesehen hat, kann sich vielleicht schwer vorstellen, wie schön so etwas aussehen kann. Bei mir bringt es auf jeden Fall den Puls richtig nach oben. Also nach Startzeit fragen Greenfee zahlen und los geht es.
Auf dem Gelände bauten 3 Schotten schon 1869 einen sehr einfachen Platz um etwas Spass zu haben. In 1875 bauten dann Mitglieder des Royal Liverpool Clubs einen 12-Loch Platz. Und 1890 wurde dann schliesslich auch der Club gegründet und 5 Jahre später wurde dann auf 18 Loch ausgebaut. Dies ist heute nicht mehr das original Layout. Im 1. Weltkrieg wurde das Gelände des Platzes für Truppenübungen benutzt und dabei vollkommen zerstört. Der Platz wurde natürlich wieder aufgebaut. Der Club hatte es aber weiterhin nicht so einfach. 1933 brannte das Clubhaus ab (passiert in UK anscheinend öfter) und im 2. Weltkrieg war es dann auch wieder aus mit der Golfherrlichkeit. In der Bucht hinter dem Platz wurden die künstlichen Häfen für die Invasion in der Normandie gebaut und an Golf war da nicht zu denken. Aber nachdem die Waffen schwiegen, ging es langsam wieder aufwärts. Gelegentlich finden hier wichtige Amateur und Profiturniere statt. 2006 wurde der Kurs auch für das Final Local Qualifying der British Open in Hoylake genutzt (Die Scorekarten der 3 Erstplazierten hängen im Clubhaus).
Wir waren (wie zu erwarten) etwas entfernt vom Platzrekord. Das lag aber sicher daran, dass wir den Platz nicht kannten... (-: An uns kann so was ja nicht liegen... Der Platz ist kein linkstypischer Out und In Platz. Die Löcher sind irgendwie alle so gebaut, das der (fast immer vorhandene) Wind immer aus einer anderen Richtung weht. Das ist mal toll und dann wieder nicht so toll. Und dann endet hier nicht Loch 9 am Clubhaus, sondern Loch 10. Auf den ersten 9 gibt es viele Löcher, die am Meer entlanggehen und auch den Blick auf die See ermöglichen. Auf den zweiten 9 ist dies nur auf 2 Loch drin. Am besten auf der Runde fand ich die Löcher 4, 9, 11, 15 und 18. Besonders Loch 15 mit dem ganzen Ginster war einfach klasse anzusehen. Die Runde war für uns also ein grosser Erfolg. Auch wenn das Ergebnis nicht immer stimmte, waren wir glücklich.
Nun aber zur Bewertung. Der Platz ist Klasse. Auf den zweiten 9 manchmal etwas nah an der Autobahn. Da mein Blick auf den Platz auch durch den Ginster verfälscht ist, muss ich mir den Platz ohne die blühenden Ginsterbüsche vorstellen..
Reisegolfer-Rating: 6
Mittwoch, 13. Mai 2009
Die ersten Tage
Habe heute zum ersten Mal Internetanschluss bekommen. Ist hier nicht so einfach. Nach Delamere Forest habe ich nun 4 Plätze geschafft.




Conwy
Nefyn&District
Aberdovey
Porthmadog (back 9)
Das Wetter war bisher besser als erwartet und die Plätze waren alle auf ihre eigene Art und Weise toll. Die detaillierten Berichte schreibe ich, wenn ich wieder in Bochum bin. Als kleinen Appetitanreger hier nette Bilder der Plätze, die wir gespielt haben.
Conwy GC
Nefyn&District GC, Loch 13
Aberdovey GC, Loch 12
Porthmadog GC, Loch 12
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