Montag, 18. Mai 2009

Wales Nefyn & District GC

Was hatten wir doch für ein Glück. Der Blick aus dem Fenster nach dem aufwachen zeigte Sonne. Nach dem Regen am Vortag war dies wunderbar. Da ich Nefyn schon mal gespielt habe (im strömenden Regen), ahnte ich, wie schön es werden konnte. Als wir den Parkplatz erreicht hatten (ist mit dem Clubhaus auf einem Hügel), raubte einem der tolle Ausblick fast den Atem. Satter grüner Rasen, gelbe Ginsterbüsche und das blaue Meer. Wir hatten nach dem anmelden noch etwas Zeit und unterhielten uns mit dem Herrn im Proshop. Lustig war, als er uns die Namen der Löcher auf der walisisch vorlas. Witzig. Er bot uns ein Bier an, wenn wir nach der Runde die Namen richtig aussprechen können. Da wir dies sowieso nicht schaffen können, haben wir uns lieber auf unsere Runde konzentriert.

Blick vom Eingang auf Loch 10 und den "Point" (Loch 11-17)

Obwohl wir aufgrund der atemberaubenden Blicke kaum in der Lage waren, uns auf Golf zu konzentrieren, ging es trotzdem los. Beim Abschlag gesellte sich Paul aus Nürnberg zu uns. Er war mit seiner Frau zum wandern hier und musste einfach diesen Platz spielen. Also Tagesticket gekauft und die 26 Löcher gespielt. Die Runde war recht entspannt, weil vor und hinter uns Platz war.

Grün Loch 3

Der Club Nefyn & District wurde im Jahr 1907 gegründet. Man begann mit einem 9-Loch Kurs, der später (u.a. von James Braid) auf 18 Löcher erweitert wurde. Heutzutage spielt man dort auf 26 Löchern. 10 Löcher plus jeweils 8 Löcher old und new. Bekannt ist der Platz aber für seine 7 Löcher auf der engen Halbinsel, genannt "The Point". Wie man auf diesem Gelände einen Golfplatz bauen kann, fasziniert mich immer noch. Auf der einen Seite ein langer, breiter Sandstrand (Porthdinllian) und auf der anderen Felsen. Das Spiel auf dem Felsen beginnt an Loch 11 mit einem Abschlag, bei dem Slicer Gefahr laufen, dass der Ball am Strand von Porthdinllaen landet. Wenn man denn dann seinen Abschlag gut platziert hat, muss man seinen zweiten blind auf eine Anhöhe schlagen, bei der eine Stange das grobe Ziel angibt. Wir waren ganz gut. Unser 4er-Flight hat nur einen Ball verloren und zweimal Par gespielt. Loch 12 geht dann ungewöhnlich weiter. Ein blinder Abschlag auf ein extrem nach links hängendes Fairway. Man hat drei mögliche Ergebnisse. 1) Ball ist weg (bei uns 2 mal) 2) der Ball ist etwas zu weit links und rollt auf einen Spazierweg und 3) der Ball liegt gut platziert auf dem schrägen Fairway. Der nächste Schlag ist dann über den Spazierweg (der stark frequentiert ist) und ein tiefes Loch (kommt nachher noch mal) zu schlagen. Das ganze auch fast blind, weil man das Grün nur von ganz links gut sehen kann. Für mich war es an diesem Loch unmöglich, das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen. Da Loch heisst übrigens Ty Coch. Benannt nach einem Pub, welches unten am Strand unterhalb des Cliffs ist. Nach der Runde waren wir übrigens unten und wollten ein Pint trinken. Leider hatte der Laden aber geschlossen.

Grün Loch 10

Weiter geht es auf dem Ende des Felsens, auf dem 3 Löcher angelegt wurden. Ein Höhepunkt (und auch das schwerste Loch) ist Loch 13 mit dem Namen Land's End. Und das ist hier auch sehr passend. Den Abschlag muss man über die irische See auf das Fairway schlagen. Das ist bei Wind aber länger als man denkt. Also dachte ich mir: "schlag einfach grade und nutze Deinen "natürlichen" Slice. Pustekuchen! Der erste war ein perfekter Draw, der aber leider knapp das Land verpasste. Die anderen beiden Bälle wurden ausnahmsweise gehookt. Das kann ich sonst nie... Naja. Fast nie. So gingen also an einem Loch 3 Bälle verloren. Immerhin war das Greenfee vergleichsweise günstig (38 Pfund). Da konnte man schon mal einen Ball ins Meer schiessen. Nun mussten die Bälle also nur noch auf das Grün. Das war dann aber auch wieder nicht so leicht. Vor dem Grün am Ende des Cliffs parkte ein kleiner Lieferwagen. Das war auch für mich neu. Aber man lernt ja nie aus. Der Fahrer des Wagens war übrigens am Turm der Seenotrettung beschäftigt. Dieser wird zur Zeit grad renoviert. Bevor wir uns einig wurden, wer was bekam, wenn man seinen Ball in den Lieferwagen schlug, fuhr der Wagen aber schon los. Mitten über das Fairway zurück!! Interessanterweise sah man nachher keine Spuren oder ähnliches. Die Fairways waren so hart, dass der Wagen dem Boden nichts ausmachte.

Auf dem Weg zum nächsten Abschlag (Loch 12)

Dieses Mal konnten wir durch die Renovierungsarbeiten leider nicht vom Turm auf das Grün von Loch 14 abschlagen. Das ging letztes Mal noch und war auch etwas besonderes. Aber mit dem Tee etwas vor dem Turm (siehe unten) war dieses Par 3 auch nicht schlecht. Wir mussten bei starken Wind von vorne links ca. 140 Meter bergab schlagen. Hinter dem Grün war Abgrund und die irische See und vor dem Grün ein Bunker. Nicht schlecht. Das war mal ein anständiges Par 3. Wer Loch 3 in Moorfleet kennt (mein Heimatkurs), weiss, wovon ich spreche. Loch 15 ist dann das, aus meiner Sicht, einfachste Loch auf der Halbinsel. Einfach gradeaus, etwas halbblind abschlagen und dann den zweiten locker aufs Grün (klappte immer, wenn ich dieses Loch gespielt habe... (-; )

Lieferwagen auf dem Grün... !?!?

Nun zum Finale. Es begann mit einem Par 3 über ein tiefes Loch, genannt "Pot". Das Loch kann man nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben. Es ist tief. Richtig tief! Keine Ahnung, wie das dahin kommt. Künstlich angelegt sieht es nicht aus. Wenn man aber einigermassen anständig spielt (wie Nicole), ist ein Par hier nicht so schwer. Man muss nur mit dem Wind klarkommen. Und von dem hatten wir reichlich während der Runde. Loch 17 konnten wir zum Glück mit dem Wind spielen. Ein nettes Par mit nach rechts abfallendem Fairway und vielen Spaziergängern. Dazu muss man wissen, dass über den Platz ein öffentlicher Spazier- u. Wanderweg führt. Da der Weg zu dem Pub unten führt, ist dort meist immer was los. Ich möchte nicht wissen, was dort in der Hauptsaison los ist. Wir waren dort ja auf einem Montag ausserhalb der Ferien.


Loch 17 war also abgeschlossen und über Loch 18 ging es gegen den Wind Richtung Clubhaus. "Krönender" Abschluss für mich war dann mein zweiter Schlag auf dem Loch. Ziel war das Grün. Leider hatte ich den falschen Schläger gegriffen und mein Ball landete auf dem Clubhaus... Ich traute mir nicht zu fragen, ob ich meinen Ball auf dem Dach suchen durfte. War aber sowieso Aus laut den Local Rules.

Wind an Loch 17

Fazit war also: Ein traumhafter Golftag in grossartiger Umgebung auf einem aussergewöhnlichen Platz. Dort nennt man es das Pebble Beach von Nord Wales. Wer die Gelegenheit hat, muss dort unbedingt spielen. Auch ein Umweg lohnt. Und das Greenfee für so einen Platz ist fast geschenkt.

Reisegolfer-Rating: 7

Loch 16. Das mit dem Loch. Blick vom Abschlag

Freitag, 15. Mai 2009

Wales Conwy

Der Morgen begann mit einer kleinen Enttäuschung. Es regnete! Aber wenn man hier Urlaub macht, erwartet man nicht immer jeden Tag Sonnenschein. Golf war eigentlich auch nicht geplant. Also das Auto gepackt und los ging es. Erst etwas spazieren gehen in Betws-y-Coed und dann über Llanrwst nach Conwy. Der Ort ist hauptsächlich bekannt für seine Burg. Das ist auch der Grund für die vielen Besucher und die vielen Andenkenläden in der wirklich netten kleinen Stadt. Nachdem wir also das kleinste Haus in Grossbritannien gesehen hatten (zwei Zimmer mit Grundfläche 3,05m x 1,89m) überlegten wir kurz, wohin wir als nächstes fahren.


Wenn ich schon mal in der Nähe war, wollte ich auch gerne mal den Platz in Conwy sehen. War nur 3 Minuten von Zentrum entfernt. Als wir dann von Parkplatz kommend den Platz sahen, war ich nicht zu halten. Man sah einen schönen klassischen Linkskurs, was mich ja auch so schon in Wallung bringt. Die Sahnehaube war für mich aber das Ginster. Der ganze Platz war voll davon. Und alles in voller Blüte. Wer das noch nicht gesehen hat, kann sich vielleicht schwer vorstellen, wie schön so etwas aussehen kann. Bei mir bringt es auf jeden Fall den Puls richtig nach oben. Also nach Startzeit fragen Greenfee zahlen und los geht es.


Auf dem Gelände bauten 3 Schotten schon 1869 einen sehr einfachen Platz um etwas Spass zu haben. In 1875 bauten dann Mitglieder des Royal Liverpool Clubs einen 12-Loch Platz. Und 1890 wurde dann schliesslich auch der Club gegründet und 5 Jahre später wurde dann auf 18 Loch ausgebaut. Dies ist heute nicht mehr das original Layout. Im 1. Weltkrieg wurde das Gelände des Platzes für Truppenübungen benutzt und dabei vollkommen zerstört. Der Platz wurde natürlich wieder aufgebaut. Der Club hatte es aber weiterhin nicht so einfach. 1933 brannte das Clubhaus ab (passiert in UK anscheinend öfter) und im 2. Weltkrieg war es dann auch wieder aus mit der Golfherrlichkeit. In der Bucht hinter dem Platz wurden die künstlichen Häfen für die Invasion in der Normandie gebaut und an Golf war da nicht zu denken. Aber nachdem die Waffen schwiegen, ging es langsam wieder aufwärts. Gelegentlich finden hier wichtige Amateur und Profiturniere statt. 2006 wurde der Kurs auch für das Final Local Qualifying der British Open in Hoylake genutzt (Die Scorekarten der 3 Erstplazierten hängen im Clubhaus).



Wir waren (wie zu erwarten) etwas entfernt vom Platzrekord. Das lag aber sicher daran, dass wir den Platz nicht kannten... (-: An uns kann so was ja nicht liegen... Der Platz ist kein linkstypischer Out und In Platz. Die Löcher sind irgendwie alle so gebaut, das der (fast immer vorhandene) Wind immer aus einer anderen Richtung weht. Das ist mal toll und dann wieder nicht so toll. Und dann endet hier nicht Loch 9 am Clubhaus, sondern Loch 10. Auf den ersten 9 gibt es viele Löcher, die am Meer entlanggehen und auch den Blick auf die See ermöglichen. Auf den zweiten 9 ist dies nur auf 2 Loch drin. Am besten auf der Runde fand ich die Löcher 4, 9, 11, 15 und 18. Besonders Loch 15 mit dem ganzen Ginster war einfach klasse anzusehen. Die Runde war für uns also ein grosser Erfolg. Auch wenn das Ergebnis nicht immer stimmte, waren wir glücklich.


Nun aber zur Bewertung. Der Platz ist Klasse. Auf den zweiten 9 manchmal etwas nah an der Autobahn. Da mein Blick auf den Platz auch durch den Ginster verfälscht ist, muss ich mir den Platz ohne die blühenden Ginsterbüsche vorstellen..

Reisegolfer-Rating: 6

Mittwoch, 13. Mai 2009

Die ersten Tage

Habe heute zum ersten Mal Internetanschluss bekommen. Ist hier nicht so einfach. Nach Delamere Forest habe ich nun 4 Plätze geschafft. 

Conwy
Nefyn&District 
Aberdovey
Porthmadog (back 9)

Das Wetter war bisher besser als erwartet und die Plätze waren alle auf ihre eigene Art und Weise toll. Die detaillierten Berichte schreibe ich, wenn ich wieder in Bochum bin. Als kleinen Appetitanreger hier nette Bilder der Plätze, die wir gespielt haben.

Conwy GC

Nefyn&District GC, Loch 13

Aberdovey GC, Loch 12

Porthmadog GC, Loch 12

Freitag, 8. Mai 2009

Delamere Forest Golf Club

Ich bin kaputt, aber glücklich. 15:00 Uhr in Manchester gelandet. Auto um 15:30 Uhr übernommen und um 16.30 Uhr stand ich auf dem Platz in Delamere auf dem Tee 1. Alles war perfekt. Der Regen, von dem ich in Manchester begrüsst wurde, war allmählich zu Sonnenschein geworden und der Ausblick von ersten Abschlag war atemberaubend. 


Der Club feiert nächstes Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Der Platz wurde von William Herbert Fowler gebaut. WH Fowler muss ein Multitalent gewesen sein. Er spielte Cricket und Golf für England und war nebenbei noch Banker. Nachdem er sehr erfolgreich den heutigen Old Course in  Walton Heath erstellt hat, stieg seine Reputation und er konnte nach einer Zeit von der Golfplatzarchitektur leben. Er hatte seine Finger unter anderen im Spiel bei bekannten Plätzen wie Saunton (beide), The Berkshire und Los Angeles Country Club. Seine Arbeit in Delamere ist am besten mit einem Zitat aus der Clubhistorie beschrieben:

"Fowler had no qualms about asking the golfer to undertake a number of blind drives, carrying some considerable distances and enjoying the healthy exercise of hill climbing."


Das sagt eigentlich alles. Ich sah oft nur eine Stange (siehe oben), in dessen Richtung ich spielen musste. Und einige Male musste ich auch sehr weit schlagen. Was aber am meisten hängen blieb, war das ewige auf und ab klettern. Am Ende war ich froh, dass ich die 18 Loch geschafft hatte. Während der Runde hatte ich aber so viele schöne Momente (schöne Ausblicke, teils nette Schläge und schöne Bahnen), dass der Schmerz zweitrangig wurde. 


Ich hatte einen richtig schönen, kleinen Schatz entdeckt. Als ich die Runde spielte, wusste ich, was mir vor 2 Wochen auf dem Nord Course in Green Eagle gefehlt hat. Es war Charakter. Und davon hatte Delamere sehr viel. Gut. Das Wetter passte und der Ginster blühte. Mich kann man ja auch mit wenig glücklich machen. Aber es war nicht nur das. Es war einfach ein toller Golfplatz. Viel Heide, tolle Grüns und (fast) nie einfache, flache Golfbahnen. Dazu war der Platz für Spieler jeden Niveau's gut spielbar. 


Tja. Da fällt es schwer, etwas kritisches zu finden. Vielleicht die nicht ganz so gute Ausschilderung...? Einmal hätte ich mich fast verlaufen. Aber dafür hatte ich ja meinen Courseguide. Ich will und kann nicht lästern. Toller Platz und ein nettes, typisch britisches Clubhaus mit einem schwerhörigen Barkeeper (der ist aber nicht typisch). Es war also Freude pur für mich. Will hoffen, dass es nun golfmässig so weitergeht. 

Reisegolfer-Rating: 7


Donnerstag, 7. Mai 2009

Wales, ich komme!

Nun geht es endlich los. Die Schläger sind geputzt, das Handtuch ist gewaschen und der Koffer ist gepackt. Morgen mittag fliege ich dann nach Manchester. Nachdem ich den Wagen übernommen habe, geht es sofort zum ersten Platz. Wenn ich bis 16.30 Uhr anfangen kann, bin ich mir sicher, noch 18 Loch zu schaffen. Zur Auswahl stehen 4 Kurse, die ich mir rausgesucht habe. Jeden x-beliebigen Platz spiele ich ja nun auch nicht. Wenn alles klappt, werde ich wohl Delamere Forest spielen. Der ist in den englischen Top 100 und wird dann nicht sooo schlecht sein. Mal sehen, ob die Fahrzeugübergabe gut klappt. Dann werde ich auch dort spielen.

Dann übernachte ich in einem Hotel in der Nähe des Airports (schreibe meinen Bericht) und am nächsten Morgen hole ich Nicole und Rüdiger ab und es geht über Chester nach Porthmadog. Dem Ziel unserer Reise. Von dort wollen wir Nord-Wales erkunden und einige nette Linkskurse spielen. Ich werde versuchen, täglich zu berichten. Drückt mir die Daumen, dass es auch mal mehr als 15°C wird. Und immer regnen sollte es auch nicht.

Schöne Grüße und bis bald

Der Reisegolfer

Mittwoch, 6. Mai 2009

Wirtschaftskrise

Beim surfen stiess ich auf die Seite des Common Grounds Golfclub in Denver. Dieser Platz soll Ende Mai neu eröffnet werden. Das besondere daran ist, dass es ein öffentlicher Platz ist und von Tom Doak designed wurde. Das Greenfee ist auch sehr human.

Was mich aber etwas schockierte waren Links zu Plätzen, die auch von Tom Doak erstellt wurden. Zwei Plätze (High Pointe und Beechtree) von vier, die dort genannt wurden, waren geschlossen. Einer in Michigan explizit wegen der Wirtschaftskrise. Ob hier auch bald die ersten Anlagen schliessen?

Samstag, 2. Mai 2009

Gespielte Plätze

Ich habe länger überlegt, ob ich es machen soll. Habe mich nun aber doch entschieden, eine Karte mit den von mir gespielten Plätzen zu veröffentlichen. Das Ganze ist noch "in Bearbeitung". Letztendlich soll es aber für jeden Platz einen Kommentar, oder einen Link zu meinem Bericht und das Reisegolfer-Rating geben. Das dauert aber noch etwas. Bisher habe ich nur ein paar Plätze in Schottland kommentiert. Für die Details bitte einfach den Link unten anklicken oder die jeweilige Figur zum passenden Platz. Wenn jemand spezielle Fragen zu Plätzen hat, sprecht mich einfach an.


Der Reisegolfer auf einer größeren Karte anzeigen

Peiner Hof

Beim Spicy Golfforum-Matchplay hatte ich heute mein erstes Spiel (von 2). Mein Gegner hiess Jan und war ein sehr angenehmer Golfpartner. Ich hatte vorher noch nie dort gespielt und er nur einmal ein 9-Loch Turnier. Also kannten wir den Platz eigentlich beide nicht. 

Blick vom Abschlag der 1

Das ganze stand am Anfang unter keinem guten Stern. Als wir ankamen, fand ein Turnier statt und zudem wurden Vorbereitungen für ein HGV Ranglistenturnier getroffen. Wir wussten erst nicht, wo wir starten sollten. Erst hiess es die 1, dann die 10. Zum Ende fuhren wir dann mit dem Eigentümer (wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht) zu Loch 10. Und da begann dann der grosse Disput. Normal darf man dort nicht an Loch 10 am Wochenende starten (wir hatten ja offizielle Genehmigung). Aber vor uns war ein Paar, welches sich mit einem anderen Paar, welches von der 9 kam, verabredet hatte. So sollte aus einem 2er Flight ein 4er-Flight werden. Das ging aber nu gar nicht mit dem Herrn V. Es entstand eine grosse Diskussion, die nicht immer freundlich blieb. Das führte teilweise dazu, dass einige Diskussionsteilnehmer von Du auf Sie wechselten. Irgendwie keine tolle Vorbereitung für ein Matchplay... Aber dann ging es doch irgendwann los. Die ersten 9 mussten wir unter extrem erschwerten Bedingungen spielen. Wir hatten 2 verschiedener Spielpartner (beide immer nur für 3 Loch) und wurden teilweise von 4 Greenkeepern auf Rasenmähern gejagt. 

Loch 11. Nettes Par 3

Ab Loch 9 wurde es dann aber entspannter. Zudem waren die Fairways (die ersten 9 waren ja fertiggestellt) in hervorragendem Zustand. Es war also eine sehr nette Runde. Und das Wetter war ja auch wieder klasse. Der Platz war in Ordnung. Nichts schlechtes und nichts herausragendes. Schön und erwähnenswert war die Gastronomie. Ein nettes, altes Gutshaus. Und die servierten Speisen waren sehr gut.

Reisegolfer-Rating: 3

Ach ja. Das Match habe ich 2 auf 1 gewonnen. 

Donnerstag, 30. April 2009

Schwerverbrechen

Die Armen in Oberhausen. Gut, dass solche Wandalen nicht zu oft auf Golfplätze kommen:

POL-OB: Zwei Flaggen vom Golfplatz entwendet - Zeugen gesucht

Oberhausen (ots) - Vermutlich in den Nachtstunden des 30.04.09, betraten unbekannte Täter die Golfanlage an der Jacobistraße, beschädigten an zwei Löchern den Rasen und entwendeten 2 weiße Flaggen.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer:0208-8260 entgegen.

(Nr.:324, mofri)

Polizeipräsidium Oberhausen Präsidialbüro Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit Friedensplatz 2-5 46045 Oberhausen Tel.: 0208 826-2222 Fax: 0208 826-2229 pressestelle.oberhausen@polizei.nrw.de

Mittwoch, 29. April 2009

Nachtrag GC Herford

Mein Blog-Kollege, der Linksgolfer, hat 9 Tage nach mir den Platz in Brunstorf bewertet. So weit, so gut. Wir waren sogar grob einer Meinung. Was ich aber interessant fand, war der Link zu den schwersten Golfplätzen in Deutschland. Unter den 9-Loch Plätzen war der GC Herford der schwerste 9-Loch Platz Deutschlands. Das muss ich erstmal überdenken. Mmmmh. So schwer fand ich den nicht. OK. Es gibt leichtere. Aber irgendwie frage ich mich doch manchmal, wie so etwas "gemessen" wird...

Dienstag, 28. April 2009

Green Eagle Nord-Course

Am Wochenende habe ich mit Nicole und einigen guten Freunden aus unserem Club die Green Eagle Masters gespielt. Ein Viererturnier über 2 Tage. War anstrengend, aber gut. Unsere Leistung war nicht erwähnenswert, aber das Wetter war wieder mal toll. Der detaillierte Bericht zum Platz ist in meinem anderen Blog. Hier muss ich nun aber noch mein Reisegolfer-Rating abgeben. 

Reisegolfer-Rating: 6

Möglicherweise gibt es hier andere Meinungen und einige würden den Platz sicher höher bewertet sehen. Aber Länge, tolle Pflege, ein anständiges Design und eine Rydercup Bewerbung sind allein noch kein Grund, einen Platz ganz nach oben zu heben. Vielleicht braucht der Platz noch ein paar Jahre. Warten wir es mal ab. Wenn man im Raum Hamburg wohnt, sollte man den Platz aber auf jeden Fall mal gespielt haben. Und Handicap 28 für Männer und etwas Länge vom Tee können hier auch nicht schaden.

Donnerstag, 23. April 2009

Bochumer Golfclub Teil 2

Heute war Teil 2 dran. Die ersten 9 hatten wir ja schon vor 2 Wochen gespielt. Nun waren die 2ten Neun zu spielen. Um es vorwegzunehmen. Ich war begeistert. Sicher war auch das Wetter und mein anständiges Spiel schuld. Auch waren die zweiten 9 vielleicht nicht ganz so schwer, aber dafür sehr schön angelegt. Der Architekt hat sich richtig Mühe gegeben. Gerade die Löcher 10-18 waren sicher nicht einfach anzulegen. Die Flussterrassen erfordern schon einiges Können in Bezug auf Platzdesign. Die Löcher waren alle nicht zu lang, aber trotzdem nicht einfach. Besonders Loch 16 ist da erwähnenswert. In ca. 100 Metern Entfernung vom Abschlag ist ein breiter Baum mitten auf dem recht engen Fairway. Da muss man schon präzise schlagen... Erwähnenswert fand ich auch das 11. Loch. Par 3 bergab in einen Wald. Und es war länger, als es zuerst schien. Die 2 Par 5 waren recht kurz, aber nett zu spielen. Zudem war fast jedes Grün sehr gut geschützt. Den Platz kann ich also jedem empfehlen. Highlight in Bezug auf den Ausblick war der Abschlag der 14! Klasse Blick über Loch 13 auf den Kemnader Stausee. Schön fand ich auch den Blick auf Burg Blankenstein, den man öfter mal hatte.

Der Baum am Abschlag der 16

Was ich vermisst habe, war der Treppenlift im Wald am Übergang von der 12 zur 13. Schätzungsweise 20 Meter steil runter und dann wieder rauf ging es dort. Nachher erzählten mir Mitglieder, dass der Club schon eine Brücke für die älteren Mitglieder beantragt hat. Die wurde aber von der Stadt nicht genehmigt. Es war also schon etwas anstrengend, den Platz zu laufen. Aber Golf soll ja auch Sport sein. Man sollte nachher schon wissen, was man getan hat. Und das wusste ich.

Blick auf Loch 13 mit Kemnader See

Aber wie immer habe ich auch etwas Kritik zu üben. Das die Grüns noch nicht so toll waren, war ja in Ordnung. Das ist woanders nach dem langen Winter genauso. Und die Fairways waren übrigens in einem sehr guten Zustand. Perfekte Graslänge. Was man mal überdenken sollte, ist das Birdiebook (hatte ich das nicht auch schon in Herford?). Die Grafiken waren meist gut. Nur stimmten die Längen der Löcher nicht immer mit der Scorecard überein. Hier muss vor kurzem der Platz verändert worden sein. Oder ich habe leider eine alte Ausgabe in die Hand bekommen. Was ich auch etwas bemängeln muss, ist der Text im Birdiebook. Ich kenne es aus England, das bei jedem Loch ein Pro-Tipp beigefügt war. Wie spielt man welches Loch am besten u.s.w. Hier hatte man anstatt einer Empfehlung, wohin man spielt, eine Belehrung. Wie z.B. "bessere die Pitchmarken aus", "keine Probeschwünge auf dem Tee", "stelle Dein Bag Richtung nächstes Tee", "sei lieb zum Greenkeeper" u.s.w.. Solches Verhalten erwarte ich eigentlich von allen Gästen und Mitgliedern. Egal auf welchem Platz. Mich als Gast hätte es weiter gebracht, wenn ich gewusst hätte, wo ich meinen Ball hätte hin spielen sollen. Aber genug der unwichtigen Kritik. Der Platz gefiel mir und die Dame im Sekretariat war nett. Es waren tolle 9 Loch.

Loch 11 (schönes Par 3)

Ach ja. Das Matchplay mit meinem lieben Chef ging all square aus. Also alles perfekt für den Tag. Nun aber abschliessend noch mein Rating:

Reisegolfer-Rating: 5


Der Übergang mit dem fehlenden Treppenlift

Montag, 20. April 2009

Reisegolfer-Rating

Hier ist nun endlich die versprochene Definition für das Reisegolfer-Rating. Angelehnt ist das ganze an Platzbewertungen von Tom Doak. Selbstverständlich ist meine Bewertung immer subjektiv. Für einen ersten Eindruck habe ich auch jeweils Beispiele zugefügt. Ich freue mich über jeden Kommentar (auch die mit gänzlich anderer Meinung. Dann haben wir wenigstens eine nette Diskussion. Hier nun aber die Bewertung:

0 Ein Platz, der so unnatürlich ist und einen so aufregt, dass man ihn unter keinen Umständen empfehlen kann. Diese Wertung ist für Plätze reserviert, die niemals hätten gebaut werden dürfen. Beispiel: Cape Coral Executive.

1 Ein sehr, sehr einfacher Platz, mit sichtbaren architektonischen Fehlern und/oder mangelhafter Platzpflege. Sollte man nicht mal spielen, wenn die Verzweiflung, eine Runde spielen zu müssen, riesig ist. Beispiel: Golfrange Dortmund

2 Ein zweitklassiger Platz ohne architektonische Ansprüche. Aber vollkommen in Ordnung für eine spassige Runde mit einem guten Kumpel und einer Dose Bier. Beispiel: Redgolf Moorfleet

3 Hier ist die Masse der Golfplätze in der Welt. Ordentlich, aber auch nichts besonderes. Keiner würde sagen: "Wow! Den muss man unbedingt mal gespielt haben!" Beispiel: GC Bissenmoor

4 Ein einigermassen interessanter Kurs mit ein paar markanten Löchern. Zusätzlich bietet er noch ein paar nette Aussichten und teils gutes Design. Beispiel: Brunstorf

5 Besser als der Durchschnitt, aber in der Mitte meiner Skala. Ein klasse Platz, falls man in der Nähe ist, und eine schöne Runde spielen möchte. Man sollte aber nicht unbedingt eine grosse Reise planen, um diesen Platz unbedingt zu spielen, es sei denn man wohnt am Nordkap. Beispiel: Camberley Heath 

6 Ein sehr guter Golfplatz. Immer eine Runde wert. Er sollte den Spieler nicht enttäuschen. Beispiel: HG&LC Hittfeld

7 Ein grossartiger Platz. Der beste Platz im Umkreis von 100 Kilometern. Man findet eine abgestimmte Architektur, gute Platzkonditionen und eine schöne Kulisse. Meist auch irgendwas besonderes. Beispiel: Nefyn District GC

8 Einer der allerbesten Plätze in der Region (auch wenn es noch mehr "8ter" in der Gegend gibt und keine woanders) und immer eine Reise wert. Auch wenn es vielleicht kleine Nachteile gibt, werden diese immer durch etwas anderes spezielles ausgeglichen, welches immer mit einem excellenten Platzdesign verbunden ist. Beispiel GC Falkenstein

9 Ein überragender Platz - sicherlich einer der besten 100 in der Welt - keine Schwächen in Bezug auf Platzkondition, Länge oder schwache Löcher. Als passionierter Golfer sollte man diesen Platz mal in seinem Leben gespielt haben. Beispiel: Royal Dornoch (Championship)

10 Fast perfekt. Wenn man nur ein Loch auslässt, würde man etwas vermissen, was es wert ist, unbedingt gesehen zu werden. Wenn man einen dieser Plätze nicht gesehen hat, weiss man nicht, wie gut Golf Architektur sein kann. Zumindest einen dieser Plätze sollte man in seinem Leben mal gespielt haben. Am besten sofort den nächsten Urlaub entsprechend planen. Beispiel: Hatte ich bisher noch nicht

Schreibt mir doch bitte, welche Kurse, die Ihr kennt, in welche Kategorie einstufen würdet. Viel Spass beim nachdenken. Ich freue mich auf Kommentare.

Sonntag, 19. April 2009

GC Herford

Meine Reise zu den "Golfclubs der Welt" führte mich heute zum GC Herford. Wie ich bereits am Freitag schrieb, war ich am Wochenende bei einer Familienfeier im nördlichen Ostwestfalen. Der Samstag war geblockt, aber am Sonntag war noch Luft für 9 Loch.

Grün Loch 7 (Loch 5 im Hintergrund)

Gesagt, getan. Entscheidung fiel auf den GC Herford. 9 Loch hätte man auch in Exter spielen können. Aber für die konnte ich die Website nicht entdecken. Also Herford. Der erste Eindruck von Nicole war: "malerisch"! Um eine Windmühle herum wurden 9 Loch angelegt. Der Platz ist nichts herausragendes, aber vollkommen in Ordnung. Er bietet genug Herausforderungen (Loch 3 und 9), ist von der Länge her ok und man hat oft schöne Aussichten. Die Grüns waren schön schnell und der allgemeine Pflegezustand war auch gut. 

Die Range mit der Mühle

Nicht so toll war, dass das Birdiebook (€ 2,-) teils nicht stimmte. Es waren Biotope nicht eingezeichnet, mit denen man mit mal konfrontiert war (Loch 1). Und dass anscheinend keine aktuelle Scorecard herausgegeben wurde. Vielleicht gibt es die ja, wenn man sein Greenfee im Büro zahlt. Und nicht, wie wir, im Umschlag in die Box. Naja. Wir hatten trotzdem viel Freude. Ab Loch 6 begleitete uns Manfred. Und Manfred war sehr nett. Wir hatten wieder mal bestes Wetter und eine nette Runde in malerischer Umgebung. Was will man mehr für einen Sonntagnachmittag?

Reisegolfer-Rating: 3


Samstag, 18. April 2009

GC Tecklenburger Land

Auf dem Weg zu einer Familienfeier habe ich mich mit Nicole sozusagen auf der Mitte getroffen. Sie kam aus Hamburg mit dem Zug und ich mit dem Auto aus Bochum. Am Osnabrücker Hauptbahnhof holte ich sie dann ab und wir entschieden uns nach kurzem überlegen, den GC Tecklenburger Land zu spielen. Basis für die Entscheidung (kam aus dem "Albrecht Golfführer Deutschland") war hauptsächlich die Uhrzeit. Wir hätten keinen 18 Loch Kurs mehr vollenden können. Also ein 9-Loch Platz.

Hier stecken die Harken im Bunker (war für mich auch neu)

Der Platz ist etwas abgelegen in der Nähe von Brochterbeck (Orte gibt es...). Sogar mit Navi brauchten wir 3 Versuche, um den Platz zu finden. Er ist zu erreichen über einen langen, asphaltierten Feldweg. Wenn man meint, hier kommt kein Golf mehr, dann ist man da. Der Club befindet sich auf einem alten, hübschen Bauernhof mit vielen Nebengebäuden. Der Platz ist eingefasst in den Wald und Waldrand des Teutoburger Waldes. Also es geht auch oft mal rauf und runter. Zudem hat man oft sehr schöne Ausblicke Richtung Süden.

Das Layout des Platzes von der Scorecard

Alles in allem ein netter Golfplatz, der auch von der Länge her ok ist, und genügend Herausforderungen bietet. Verglichen mit der Golfrange am Mittwoch, war dies ein Weltklasseplatz. Der Platz gehört zu den besten 9-Loch Kursen, die ich bisher gespielt habe. Und das sind allmählich auch schon einige.

Reisegolfer-Rating: 3


Von Tecklenburger Land

Mittwoch, 15. April 2009

Golfrange Dortmund

Da wir erst Mitte April haben, suche ich mir zum spielen nach Feierabend 9-Loch Kurse aus. Dieses Mal war Golfrange Dortmund dran. Also ein kommerzieller Betreiber, der in Deutschland einige Plätze betreibt. Zweck ist es Geld zu verdienen. Um ehrlich zu sein, dasselbe Konzept, wie bei meinem Heimatclub... Will also nicht lästern. Mein Fazit fällt leider nicht zu positiv aus. Der Platz befindet sich in einer (teils noch) aktiven Pferderennbahn. Der grösste Höhenunterschied auf dem Platz ist im Tunnel zwischen Loch 2 und 3 (und 5 und 6). Es gibt kein Par 4 über 300 Meter. Und das einzige "richtige" Golfloch ist Loch 9 (Par 5, 452 Meter). Tja, da kann ich nicht viel mehr zu sagen.

Reisegolfer-Rating: 1

Grün Loch 9 mit Blick auf die Rennbahntribüne
Blick aufs Grün Loch 7

Muss ich nochmal kommen? Ich glaube nein.

Montag, 13. April 2009

Golf- u. Countryclub Brunstorf

Vor Jahren war ich schon mal in Brunstorf. Damals mit einer Twilight Rate. Daher habe ich es auch nicht geschafft, den ganzen Platz zu spielen. Nach 12 Loch brachen wir damals ab. Dieses Jahr haben wir uns für den Oster-Vierer dort gemeldet. Wie es ja meist alle in Deutschland mitbekommen haben, war das Wetter über Ostern prächtig. Kann mich kaum erinnern, wann es zuletzt durchgehend 4 Tage über Ostern so schön war. Muss Jahrzehnte her sein. Aber nun zum Club an sich.

Grün Loch 2

Der Club befindet sich, von Hamburg-Bergedorf kommend, kurz vor Schwarzenbek. Also bei normalem Verkehr für Hamburger gut zu erreichen. Durch ein grosses Torhaus fährt man zu den grosszügigen Parkplätzen. Das Clubhaus erscheint mir sehr gross. Auf der Website des Clubs schreibt man, dass es eines der grössten in Deutschland sein soll. Kann ich nicht überprüfen. Wirkte aber sehr gross. 

Blick auf das Grün Loch 9

Der Platz ist in eine so genannte Knicklandschaft gebaut. Also mehrheitlich offenes Gelände, welches durch künstliche, bewachsene Wälle getrennt ist. Dadurch ist die Landschaft recht windanfällig. Was die Sache für Golfspieler interessant machen kann. Das Layout halte ich für recht gelungen. Man hat aus dem Gelände das Beste gemacht. Was entgegen der Mehrheit ist, ist dass man nach 9 Loch nicht wieder beim Clubhaus ist. Wenn man eine 9-Loch Runde nach Feierabend spielen möchte, muss man nach 9 gespielten Löchern noch ein Stück gehen, bevor man sein Erfrischungsgetränk zu sich nehmen kann.

Blick Richtung Grün Loch 17

Von den Löchern gefallen mir am besten die Löcher 2, 7, 9, 13, 14 und 17. Loch 2, weil nur ein wirklich guter zweiter Schlag auf dem Grün landet (ein erhöhtes Grün; gut geschützt durch Bunker). Loch 7, weil uns hier ein lockeres Par gelungen ist (aber das Loch ist auch so ganz nett). Loch 9 wegen der Überraschung mit den 3 Topfbunkern vor dem erhöhten Grün, wenn man bei dem Dogleg um die Ecke kommt (Die Bunker sind wirklich tief). Loch 13 wegen des schönen Abschlusses (man muss den zweiten Schlag über Bunker und Wasser spielen, um aufs Grün zu gelangen). Loch 14, weil es nett angelegt ist und auch dem Spieler mit mittlerem Handicap die Chance gibt, hier ein Par zu spielen (was wir natürlich nicht geschafft haben). Und Loch 17, weil es fordert und dabei noch hübsch anzusehen ist (die Bunker hinter dem Grün sahen für mich von weitem aus, wie Klaviertasten). Der Platz ist also als recht gut zu bezeichnen. Wenn man sich einige Tage im Raum Bergedorf aufhält, und Zeit für Golf hat, sollte man den Platz ruhig spielen (wenn auch nicht als erste Priorität). Abschliessend gebe ich dem Platz nun auch mein "Reisegolfer Rating". Das Rating (geht von 1-10) basiert auf einer Definition von Tom Doak, auf die ich einer späteren Ausgabe näher eingehen werde. Ergebnis ist also:

Reisegolfer Rating: 4

Ach ja. Da ich mit der besten aller Vierer-Partnerinnen (die ich bisher kennengelernt habe) spielte, war unser Teamergebnis recht anständig. Was dieses Mal (wie so oft) nicht an mir lag.

Dienstag, 7. April 2009

Bochumer Golfclub Teil 1

Da ich ja nun in Bochum arbeite, ist es fast schon Pflicht bei meiner Passion, den GC Bochum zu spielen. Auf meiner Liste ist der Platz sowieso. Dass sich die Gelegenheit für eine Runde so schnell ergab, hatte ich nicht erwartet. Eigentlich wollte ich mit meiner neuen Hausärztin mal eine Runde auf einem Mittwoch spielen (spielen eigentlich alle Ärzte in Bochum Golf? Ein Kardiologe, der mich untersuchte, war auch aktiv). Am Freitag letzter Woche fragte mich nun mein Chef, ob ich Bock hätte auf 9 Loch am Montagnachmittag? Klar! Golfen immer! Ein Kollege aus England (der mit "Pussy") wollte auch mit.

Am Montag überlegten wir dann kurz, wohin es gehen sollte. Wegen der Nähe war die Entscheidung Bochum. Das Wetter war perfekt und um kurz vor 6 begannen wir unsere Runde. Um es kurz zu fassen, ich war positiv überrascht von dem Platz. Beim surfen entdeckte ich, dass der Platz ursprünglich 1962 von Frederick William Hawtree gebaut wurde. Auf der Website der Firma Hawtree Ltd. steht zum Bochum Golfclub:

Description: The Bochumer Golfclub is situated in hilly terrain with stunning views of the Ruhr valley. FW Hawtree used the local topography to create a technical layout that will challenge not only shot-making abilities but mental power as well.

Dem kann ich kaum etwas hinzufügen. Auch wenn ich bisher nur die ersten 9 Loch kenne. Es war also richtig nett. Schwierig, aber machbar. Anstrengend, aber mit schönen Ausblicken entschädigt. Ich muss also unbedingt im Sommer nochmal den ganzen Platz spielen. Die 2ten 9 sind sicher auch sehr schön. Mein englischer Kollegen war auch schon ganz heiss, den Rest des Platzes zu spielen. Leider hatte die Gastronomie schon geschlossen, als wir die Runde beendet hatten. Dazu kann ich also noch nichts sagen. Das Clubhaus sah von aussen aber recht nett aus. Lustig fand ich auch das Patent für die Bezahlung von Greenfees, nachdem das Sekretariat schon geschlossen hatte. Die Durchschrift des ausgefüllten Bogens (der ans Bag musste) war gleichzeitig ein Umschlag für das Geld. Nicht schlecht. Von einem Blogkollegen hörte ich mal, dass die Mitglieder dort etwas abgehoben sind. Dies kann ich bisher nicht bestätigen. Zu mir waren die paar Leute, die wir trafen, sehr nett.

Ach ja. Am besten auf den ersten 9 Loch fand ich persönlich Loch 6. Und die Grüns können wieder mal gemäht werden. Wird aber sicher diese Woche noch gemacht. Sooo langsam können die Grüns nicht bleiben.

Liebe Grüße und schöne Ostern

Der Reisegolfer


Sonntag, 5. April 2009

Bad Bevensen

An diesem Wochenende gab es wieder den fast schon traditionellen Saisoneröffnungsausflug der Senioren- u. Damenmannschaften meines Heimatclubs. Bin zwar weder Senior noch Dame, durfte aber als Gatte eines Mitglieds der Damenmannschaft wieder mal mit. Ziel war dieses Jahr Bad Bevensen.

Kleiner Teich vor dem Grün Loch 6

Bad Bevensen wäre wohl ohne das Golfarrangement in der Amtsheide weniger mein Ziel. Bei einem Spaziergang am Samstagmorgen hatte ich das Gefühl, den Altersschnitt im Ort extrem nach unten gebracht zu haben. Naja. Vielleicht mach ich hier später ja auch mal Kur... Nun aber zum Platz an sich. Der Club wurde 1991 gegründet und man kann eigentlich sagen, der Club gehört dem Investor. Er spricht ja auch von "mein Golfplatz". Es ist also kein klassischer Club, der irgendwann von Mitgliedern gegründet wurde. Das Clubhaus befindet sich auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebes und "nebenan" befindet sich u.a. auch eine Reithalle. Ich weiss es zwar nicht, aber ich vermute, auf dem Hof liegt der Ursprung des Ganzen.

Grün Loch 7

Um es vorwegzunehmen, der Platz ist gut, abwechslungsreich, fordernd und er hat oft etwas für's Auge. Ich fand ihn sehr gut. Wenn man konstant spielte, war es gut möglich, sein Handicap zu spielen. Die Grüns waren noch nicht sooo toll. Um ehrlich zu sein, waren sie schrecklich. Ich gehe aber davon aus, dass sich das in den nächsten Wochen geben wird. Im Mai, Juni, wenn der Platz richtig im Saft steht, sind die Grüns sicher toll in Schuss. Und die Natur ist sicher noch etwas schöner, als sie so dort schon ist.

Fairway Loch 14 (kurz, aber stark bergauf)

Beim Platzdesign war ich mir Anfangs nicht so sicher, ob sich hier ein Design-Beginner versucht hat und möglichst viele Hindernisse auf möglichst kleinem Terrain einzubauen. Oder ob jemand mit Bedacht heranging. Je mehr Löcher ich aber spielte, umso mehr wusste ich die Architektur des Platzes zu schätzen. Die Löcher wurden meist den natürlichen Gegebenheiten angepasst. Am besten gefielen mir die Löcher 5-7 (durch den Wald) und die Löcher 11-14 (ebenfalls im Wald). Die Löcher im "freien" Gelände waren ok, aber für meinen Geschmack nicht "besonders" genug. Mein persönlicher Favorit ist das Loch 5. Schönes Dogleg, bei dem das Fairway durch eine Waldschneise anzuspielen ist. Wenn man sauber geschlagen hat, hat man bei einem weiteren guten Schlag, das Grün getroffen und kann sich dann an seinen Putts erfreuen (oder auch nicht). Das Grün ist etwas erhöht und wenn man es sauber in der Mitte anpielt, kann nichts passieren. Guter Score ist bei gutem Spiel sicher. Aber auch andere Löcher hatten natürlich ihren Reiz. Und da denkt ja jeder anders. Also gibt es nur eins, für alle, die noch nicht dort waren. Hinfahren und ausprobieren. Es lohnt sich!

Blick zurück über das Grün der 18

Grün Loch 18 mit Clubhaus im Hintergrund

Mittwoch, 1. April 2009

Redgolf Oberhausen

Heute habe ich das erste Mal nach Feierabend im Ruhrgebiet Golf gespielt. Da ich letztes Jahr schon Redgolf Gelsenkirchen gespielt habe, bot sich diesmal für 9 Loch Redgolf Oberhausen an. Der Platz befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Jacobi (siehe Bild unten). Die Zeche war mal eine der größten im Ruhrgebiet. In den 40er Jahren wurden hier zeitweise 2 Mio Tonnen Kohle im Jahr gefördert. Das waren noch Zeiten... Die Anlage wurde in den 80ern stillgelegt und einer anderen Nutzung zugeführt. Heute ist dort der Golfplatz mit 9 Löchern, ein 4 Loch Kurzplatz, ein Fussballfeld und ein Beachvolleyballfeld.

Auf diesem Gelände ist heute der Golfplatz!

Die Anlage machte einen gepflegten Eindruck (für das miese Wetter in den letzten Wochen kann keiner was) und die Leute dort waren nett und herzlich. Im Vergleich zu Gelsenkirchen gefällt mir der Platz in Oberhausen besser. Die Bahnen sind interessanter. Dafür gefallen mir die Übungsanlagen in Gelsenkirchen besser.

Das Rohr an Loch 2

Der Platz selbst ist recht abwechslungsreich. Das erste Loch ist nicht zu lang und zu schwer. Ein Par ist hier fast schon Pflicht. Danach geht es auf ein Par 5, das derzeit umgebaut wird. Wie man mir sagte, landeten wohl zu viele Bälle in angrenzenden Häusern. Daher kann man das Ergebnis dort nicht wirklich zählen. Bemerkenswert fand ich die riesigen Rohre, die man als letzte Reste der Zechenanlage neben dem Fairway hat stehen lassen. Ich frage mich immer noch, was durch solche riesigen Rohre floss? Naja. Wird seinen Grund haben. Ist auf jeden Fall beeindruckend.

Loch 4. Blick zurück

Dann folgt ein anspruchsvolles Par 4 und ein nettes Par 3 über einen See. Loch 5 als Par 5 (mit starkem Gegenwind) gestaltete sich für mich als Shorthitter sehr schwer. Loch 6 war ein Par 3 mit 205 Metern Länge. Das ist für mich natürlich eine Herausforderung. Aber das Loch war vom Abschlag aus nett anzusehen. Loch 7 war für mich das optisch schönste Loch. Wenn hier alles grün ist, dann ist es sicher noch schöner. Loch 8 und 9 waren relativ grade Par 4 und nicht unbedingt erwähnenswert.

Der Reisgolfer vor dem Grün Loch 8

Leider konnte ich nach der Runde kein Getränk mehr zu mir nehmen. Die Gastronomie hatte schon geschlossen (um 19:15 ???). Fazit für mich: Wenn man nette 9 Loch nach der Arbeit spielen möchte, erfüllt der Platz die Erwartungen. Teils nett anzusehen, nicht zu schwer und nicht allzu lang. Für 18 Löcher am Wochenende werden sich wohl bessere Plätze in der Umgebung finden.