Sonntag, 28. September 2008

Ein Jahr "Reisegolfer"

Heute vor einem Jahr habe ich diesen Blog gestartet. Viel erlebt in dieser Zeit. Dies ist auch mein einhundertster Bericht. Passend zum Jubiläum gibt es auch ein kleines Preisausschreiben. Wer mir in einem Kommentar sagt, wieviele Linkskurse ich in diesem einem Jahr gespielt habe, dem spendiere ich eine Runde auf einem schönen Platz im grösseren Umkreis meines neuen Arbeitsplatzes (also Ruhrgebiet). Das ganze hat einen kleinen Haken. Die Runde muss mit mir zusammen gespielt werden. Aber sooo schlimm bin ich auch nicht...

Also los und in den alten Berichten die gespielten Linkskurse zählen. Es lohnt sich. Alle Kurse sind auch unten im Album mit den von mir gespielten Plätzen (leider nicht alle; habe nicht immer eine Kamera dabei).
Meine Golfbilder

P.S.: Bei mehreren richtigen Einsendungen bekommt die erste eingegangene Antwort den Preis. Ehefrauen von mir sind übrigens vom Preisausschreiben ausgeschlossen (-;

Samstag, 27. September 2008

Osnabrücker Golfclub

Am Freitag ging es auf dem Weg zu meinen Eltern nach Bissendorf. Der Osnabrücker Golfclub war auf meiner Liste, weil er in vernünftiger Entfernung zu meinen Eltern lag und weil er bei den "Leading Golfcourses" aufgeführt war. Zudem war das Greenfee während der Woche mit € 45,- erträglich. Der Club liegt etwas nördlich von Bissendorf im Teutoburger Wald. Gegründet wurde er 1955. Damit dürfte er nach meinem Gefühl mindestens zu den 50 ältesten Clubs in Deutschland gehören.

Loch 1 ("Loch Näss")

Nachdem unser Navi uns zum Platz geführt hatte, begann erstmal die Ungewissheit. Werden wir bei diesen perfekten Bedingungen spielen dürfen? Ich hatte 2 Tage vorher angerufen, um eine Startzeit zu reservieren. Dort sagte man mir, dass keine Startzeiten vergeben werden. Wir sollten einfach kommen und anfangen. OK. Gesagt getan. Der Parkplatz war voll und laut Internet war auch Herrennachmittag. Aber wundersamerweise konnten wir sofort starten. Vor uns war nur ein etwas älteres Paar zu sehen. Die Runde beginnt mit einem visuell hübschen Loch mit erhöhtem Abschlag über einen Teich. Bis auf wenige Löcher verläuft die Runde durch einen Wald. Es geht öfter rauf und runter. Nicole und mir gefielen die ersten 9 Loch etwas besser. Sie waren etwas "malerischer". Die zweiten waren auch in Ordnung. Aber nach meiner Meinung fielen sie im Vergleich zu den ersten 9 etwas ab. Die Grüns waren etwas langsam. Das lag aber daran, dass sie ein paar Tage vorher aerifiziert wurden. Wie die Grüns sonst sind, kann ich daher leider nicht sagen.

Loch 12 ("Max und Moritz")

Die gesamte Anlage machte auf mich einen guten und gepflegten Eindruck. Das Clubhaus in weiß gehalten und damit ein schöner Kontrast zum Wald und zum Platz. Die Gastronomie sah nett aus und war auch recht geräumig. Leider konnten wir aufgrund anderer Termine am Abend das Lokal nicht testen. Andern mal vielleicht. Was ich noch nett fand, war, dass die Löcher (teils lustige) Namen hatten. Loch 1 hiess z.B. "Loch Näss" (Teich hinter dem Abschlag). Loch 16 heißt "007". Hier war früher Loch 7 und dort war eine Toilette ;-). Gute Idee. Hatte ich in Deutschland bisher kaum gesehen. Es war also eine richtig schöne Golfrunde bei perfektem Wetter.

Osnabrücker GC

Mittwoch, 24. September 2008

Das erste Mal im Ruhrgebiet

Heute war es soweit. Ich habe das erste Mal im "Pott" den Schläger geschwungen. Diese Woche hatte ich ja auch erstmals ein Auto dabei. Daher habe ich mich nach Feierabend auf den Weg zu Redgolf Gelsenkirchen gemacht. Nachdem ich mich etwas verfahren hatte (unser Navi ist aus der Vorkriegszeit) konnte ich endlich auf das Gelände des Clubs fahren. Die Anlage befindet sich innerhalb einer Galopprennbahn und macht einen sehr gepflegten Eindruck (was man so kurz vor der Dunkelheit erkennen kann). Der angeschlossene Club scheint ein reges Vereinsleben zu haben. Auf jeden Fall gibt es einen Damen und auch einen Herrennachmittag. Manchmal wünsche ich mir, mein Heimatclub hätte auch so einen schönen Tarnnamen ( Der Club heisst Schloss Horst). Beide Clubs gehören ja zu Redgolf. Dann würde man vielleicht nicht so oft schief angesehen, wenn man im Raum Hamburg erwähnt, man kommt von Redgolf. Nun ja. Will nicht meckern. Ich fühle mich ja wohl bei Redgolf. So viele nette, lockere Menschen da. Auf jeden Fall war es wieder mal gut, 90 Bälle zu schlagen. Golfen ist doch die beste Entspannung nach einem langen Arbeitstag.

Bilder aus Gelsenkirchen gibt es, wenn ich mal den Platz gespielt habe. Vielleicht klappt es ja noch im Oktober.

Montag, 22. September 2008

Lüdersburg (Lakes Course)

Am Sonntag hatte der Ladies Captain (oder ist das die Ladies Captain?) der Damenmannschaft meiner Frau ein Privatturnier in Lüdersburg organisiert. Netterweise durften auch Partner mitmachen. Leider war der erste Abschlag schon vor dem aufstehen. Um 08:30 Uhr. Aber als erprobter Lustgolfer überlebt man so etwas natürlich auch. Und wir haben es nicht bereut.
Damenabschlag Loch 9 (mehr Inseltee als Inselgrün)
Das letzte Mal hatte ich 2003 in Lüdersburg gespielt und bis auf das viele Wasser (war ja der Lakes Course) hatte ich die meisten Details verdrängt. Ich hatte ihn aber als recht anspruchsvoll in Erinnerung. Und das war er dann auch. Ich kann mich im Nachhinein an kein Loch erinnern, bei dem kein Wasser im Spiel war. Das Rough sollte man auch vermeiden. Dadurch, dass es am frühen Morgen noch recht feucht war, war das Entkommen hier auch nicht so leicht. Netterweise waren die Fairways breit genug. Also war Rough eher die Ausnahme. Nach ein paar Loch riss der Himmel auf und es wurde zunehmend sonniger. Da zeigte sich dann der Platz von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel mit weissen Wolken, Wasser und viel Grün. Sehr hübsch.

Loch 10

Im Nachhinein haben wir das frühe aufstehen nicht bereut. Da wir auch noch beide recht gut gespielt haben (Nicole natürlich besser), fuhren wir zufrieden und etwas müde nach Hause. Irgendwann nächstes Jahr müssen wir dann endlich auch mal den Old Course spielen. Ich habe einige Stimmen gehört, die ihn für besser halten als den Lakes Course.

Loch 18


Donnerstag, 18. September 2008

Erinnerungen

Alles spricht zur Zeit nur vom Ryder-Cup. Ich freue mich auch schon. Beim surfen entdeckte ich aber dieses nette kleine Video über den Championship Course des Royal Dornoch Golfclubs. Und schon kamen die schönen Erinnerungen an unsere Schottland Tour im letzten Sommer zurück.

Die 18 Loch dort gehören zu den schönsten Erinnerungen meiner bisherigen Golfkarriere.

Montag, 15. September 2008

GC Verona 12.09.08

Dritte (und leider letzte) Golf-Station unseres Urlaubs war der Golfclub Verona. Diesmal im Vergleich zu den anderen beiden Anlagen nun mal ein reiner Mitgliederclub. Der Club wurde vor ca. 45 Jahren von zwei Immobilienmaklern gegründet. Gehört damit also zu den älteren Clubs in Italien. Die Anlage befindet sich südwestlich von Verona in der Nähe von Sommacampagna. Vom Gardasee kommend wirkt das Gelände auf den ersten Blick relativ flach. Aber dies sollte sich später als optische Täuschung erweisen. Der Platz ist ein Par 72 mit etwas über 6000 Metern. Also normal lang.

Blick auf das Clubhaus

Wenn man, wie wir, bei schönem Wetter über die Einfahrt auf das Clubhaus zufährt, denkt mal erstmal, "Wow. Schön hier!" Alles wirkt sehr gepflegt und alt eingewachsen. Zypressen, Olivenbäume, Weinfelder, grüne Fairways und eine schöne Übungsanlage. Alles da, was man sich für Italien vorstellt. Nach der Diskussion mit Marco an der Rezeption (diesmal schickte das Hotel ein Fax als Voucher) hatten wir etwas Zeit um uns umzusehen und etwas zu üben. Sogar die Dame im Proshop machte pünktlich auf, damit ich noch meinen Logoball erstehen konnte. Alles verlief also nach Plan. Noch schnell Trolley für Nicole geliehen (halb so teuer wie bei Arzaga oder Garda Golf) und los ging es.

Grün Loch 18 (muss ich irgendwann nochmal spielen)

Nachdem wir den Schweizer Dreierflight mit Einzelcaddie überholt hatten, begann mein Alptraum. Die ersten neun sollten das schlimmste Golf bringen, was ich seit Jahren gespielt habe. Dies lag nicht am Platz (der war ok, aber nicht übermässig schwer) oder an meiner Anspannung (finales Urlaubs-Matchplay mit Nicole), sondern einzig und allein an meiner Unfähigkeit. Ich hatte auf den ersten 9 schlichtweg vergessen, wie man Golf spielt. Es ging einfach nicht. Vor allem nicht das kurze Spiel. Nur gehackt oder getoppt. Ich wurde immer verzweifelter und Nicole zog fast uneinholbar davon beim Matchlay, ohne selber allzu toll zu spielen. Nach 9 Loch lag sie 6 auf. Ob es am Rückstand lag oder an meiner langsam einkehrenden Scheißegalstimmung? Ich weiß es nicht. Ab Loch 11 (Nicole lag 7 auf nach meinem 4 Putt auf der 10...) konnte ich mit einem Male wieder spielen. Fragt bitte nicht, was der Grund war. Auf jeden Fall spielte ich plötzlich wieder normales Golf. Im Vergleich zu den ersten 9 sogar grossartiges Golf. Bogeys auf den schwersten Löchern, Pars. Es lief mit einem Male. Nach Loch 16 war Nicole nur noch 2 auf. Dann begann leider das Unwetter.

Loch 14 (blindes Par 4 mit gut verteidigtem Grün)

Von Westen kam mit einem hohen Tempo eine schwarze Wand mit Donnergrollen immer näher. Wir hatten die dunklen Wolken schon etwas länger gesehen. Aber die Geschwindigkeit, mit der das ganze nun näher kam, war unglaublich. Unsere Hoffnung, das Match (und die Runde) noch beenden zu können, ging dahin. Als dann noch eine Sirene vom Clubhaus heulte und der Marshall mit seinem Cart die Spieler einfing, merkten auch wir, das wir uns beeilen mussten. Die Bälle liessen wir vor dem Grün liegen und begannen zu rennen. Es reichte leider nicht. 150 Meter vor dem Clubhaus öffnete sich der Himmel. So einen Regen hatten wir bisher noch nicht erlebt. Zusammen mit dem Sturm, der dazukam, war es das schlimmste, was ich auf einem Golfkurs erlebt habe, ohne im Clubhaus zu sein.

Blick aus dem Clubhaus nach dem Sturm

Vollkommen durchnässt erreichten wir das Clubhaus, indem auch schon andere Miss und Mister Wet T-Shirt angekommen waren. Zu allem Überfluss war im Clubhaus auch der Strom ausgefallen und nur die Notausgänge waren beleuchtet. Mit nassen Klamotten kämpften wir uns bis zur Bar durch, die immerhin noch Getränke in Flaschen verkaufte. Das Weizen war echt lecker. Wir waren auch sehr kaputt. 16 Loch bergsteigen mit Gepäck und zwischenzeitlichen Schläger schwingen macht durstig und hungrig. Zum Glück hatten wir Tauschkleidung dabei und mussten daher nicht in nasser Kleidung zurück zum Hotel. Gute Vorbereitung zahlt sich halt doch irgendwann aus. Es war also ein merkenswertes Gesamterlebnis.

Ach ja. Der Platz ist sehr hügelig und vom Design her nicht schlecht. Anspruchsvoll. Die Ausblicke und die Landschaft sind sehr schön. Die Grüns sind schnell und ehrlich, wenn man gut puttet. Was mir nicht so gut gefiel, waren die sehr nassen Flächen rund um die Grüns. Das grenzte schon fast an Matsch. Aber das ist wohl das Risiko, wenn man in diesen Regionen Golfplätze zu pflegen hat. Manchmal wässert man halt zu viel. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich um einen schönen Platz, den man mit guten Gewissen spielen kann. Interessieren würde mich irgendwann nur noch, wie das Restaurant mit Licht aussieht.

Sonntag, 14. September 2008

Rätselhafte Speisekarte

Jeder Leser dieses Blogs wird auf Reisen schon mal seltsame, amüsante oder auch skurile Übersetzungen von Gerichten entdeckt haben. Auch ich habe mich schon oft gewundert, warum man nicht mal jemanden fragt, der die entsprechende Sprache wirklich spricht. Beispiele wie der Anwältesalat (Insalate Avocado), das Siegerschnitzel (Winner Schnitzel), Garnalen in Sicht (Scampi bella Vista) und anderes erfreuen den Touristen im Ausland immer wieder. Was ich aber in einer Pizzeria (der Name des Lokals hieß übersetzt "Die Katze die lacht") in Manerba del Garda entdeckte, hat mich doch etwas erschreckt. Schlachtet man dort Katzen? Das hätte ich eher in Korea erwartet. "Mezzamaniche del Gatto" heißt nach unseren Kenntnissen (eher die Kenntnisse von Nicole und dem Dictionary) halber Arm vom Kater! Da wusste ich nachher auch, warum im Ort kaum Katzen zu sehen waren...Vielleicht sollte ich meine Essensgewohnheitem mal überdenken. Vielleicht schmeckt Katzenarm ja mit Garnelen, Quark und Spinat.


Schreibt doch mal, was Ihr tolles an Übersetzungen von Speisekarten entdeckt habt.
P.S.: Mezzemaniche sind Nudeln. Etwas kürzere Rigatoni.

Garda Golf 10.09.08

Garda Golf war nur 3 Minuten von unserem Hotel entfernt. Die Tage vorher konnten wir schon immer einige Löcher sehen. Sah vielversprechend aus. An der Rezeption wieder die (schon übliche) Diskussion. Wo ist das Voucher? Konnte aber auch diesmal zu aller Zufriedenheit gelöst werden. Wir hatten ja langsam Erfahrung. An Loch 1 kam dann ein Paar aus Österreich zu uns. Einiges älter als wir und im E-Cart. Wir waren wieder zu Fuss unterwegs. Das Wetter war, wie die letzten Tage auch, sonnig und heiß.

Grün Loch 1 mit Blick auf den See

Garda Golf wurde Mitte der 80er gebaut und ist aus meiner Sicht mehr kommerziell aufgestellt. Also weniger ein Mitglieder-Club. 1997 (Sieger Bernhard Langer) und 2003 fanden hier die Italian Open statt. Der Kurs besteht aus 27 Löchern. Rot, Weiß und Gelb. Wir haben Rot und Weiß gespielt. Wie in der Region hier üblich, ist es sehr hügelig. Tragen war wieder also wieder mal recht anstrengend. Die ersten Neun gingen durch oft Olivenhaine und auch Zypressen waren oft anzutreffen. Der Platz war also an die Gegend angepasst. Die zweiten 9 waren etwas flacher und mehr ein klassischer Parklandkurs mit einigen Wasserhindernissen.

Grün, Loch 2

Vor uns spielte ein etwas langsamerer Vierer-Flight aus Süddeutschland, bei dem einer der Spieler dauernd "Bravo!" rief. Durch den Raseflight vor uns mussten wir öfter mal warten. Im ganzen brauchten wir letztendlich 5 1/2 Stunden für die 18 Loch. Recht viel bei 30°C im Schatten. Aber es gab bei jedem Loch eine Bank, auf der man sich mal ausruhen konnte. Vor allem ich als Bagträger war froh, wenn ich mich vor dem Abschlag immer mal wieder ausruhen konnte. Teilweise kam es mir vor wie Bergsteigen, wenn ich vom Grün zum nächsten Tee musste. Ich habe selten so geschwitzt. Aber so ist Golf im Sommer in Italien halt.

Loch 9, Par 3 bergauf

Im Vergleich zu Arzaga hatte Garda Golf mehr Atmosphäre und Charakter. Der Platz passt besser zur Landschaft und alles war sehr gepflegt. Dazu kamen auch die tollen Ausblicke, die man oft hat. Entweder auf den Gardasee oder auf Burgen und Kirchen im Hintergrund. Den Platz sollte man auf jeden Fall spielen. Was mich etwas störte, waren die Greenkeeper. Die waren irgendwie die ganze Zeit aktiv. Es kam uns manchmal so vor, als würden die Jungs extra nochmal Gas neben uns geben, wenn wir grad am putten waren. Also die störten wirklich. Es schien uns, als wollten die die Gäste absichtlich ärgern. Hatten wir so noch nicht erlebt.

Das habe ich vergessen, wo das war (hatte aber einen tollen Ausblick)

Es war also eine schöne, aber lange Runde. Die Clubterrasse nach der Runde war schön, das Bier erfrischte und die Salate waren lecker. Das Personal war nur etwas unaufmerksam. Aber Italien ist für mich nicht unbedingt das Land, das für seinen herausragenden Service bekannt ist. Ich komme aus anderen Gründen. Zum Beispiel zum golfen. Und dann auch wieder gerne zum Garda Golf Club.

Palazzo Arzaga 08.09.08

Heute begann endlich das Golfen im Urlaub. Palazzo Arzaga war angesagt. Das Wetter war prächtig. Sonne und keine Wolke am Himmel. Nachdem wir das Resort gefunden hatten, ging die Diskussion los. Wo ist das Voucher? Wir hatten keine spezielles für den Platz. Der Hotelbesitzer hatte uns versichert, wir brauchen keins. Grosse Diskussionen. Dann Anruf bei unserem Hotel und wir durften dann doch los. 18 Loch bei 30°C. Vielleicht war Bag tragen doch keine so gute Entscheidung. Mal sehen.

Abschlag Loch 10 Jack Nicklaus II

Die Golfanlage hat 27 Löcher. 18 Loch von Jack Nicklaus II (der Sohn) und 9 Loch von Gary Player. Schöne Plätze in schöner Landschaft. Genau das richtige für den Urlaub. Aber nach meiner Ansicht nichts herausragendes. Oder meine Ansprüche steigen einfach, je mehr Plätze ich spiele. Es kann aber auch sein, dass der Boden und die Landschaft nicht mehr hergeben als "schöne Plätze". Vielleicht fehlte mir auch der "norditalienische Charakter". Ich weiss es nicht. Von den italienische Plätzen, die ich bisher gespielt habe, ist Ugolino bei Florenz für mich immer noch der schönste.

Loch 3 Gary Player

Bevor hier aber der Eindruck entsteht, ich würde nur meckern, muss ich nochmal festhalten, dass Arzaga ein schöner Golfplatz für den Urlaub ist. Nette norditalienische Landschaft mit Bergen im Hintergrund, gepflegte (zu nasse) Fairways und schnelle Grüns. Ich finde die € 90,- für 18 Loch nur etwas überteuert. Wahrscheinlich gehen 25% des Greenfees für das wässern der Fairways drauf. Selten so nasse Fairways gepielt. War gut, dass ich wasserdichte Schuhe anhatte.

Loch 18 Jack Nicklaus II

Nach der Runde gab es noch Getränke und eine Kleinigkeit zu essen auf der malerischen Clubhausterrasse. Schmeckte auch ganz gut. Und man hatte eine tolle Aussicht auf den Platz. Aber € 45,- für 2 mal Nudeln, 1 Bier und ein Wasser finde ich etwas übertrieben. Auch in einem 5 Sterne Resort.

Abschlag Loch 1 Gary Player

Mein Fazit: Netter Kurs, bei dem ich den Gary Player Platz bevorzuge. Der bot mehr Abwechslung von der Landschaft her. Das ganze ist ok für den Urlaub, aber etwas überteuert. Preis-Leistung passt nicht ganz für Menschen wie mich, denen es nicht vollkommen egal ist, wieviel Geld sie ausgeben. Selbst für den Logoball (der noch nicht mal allzu hübsch ist) wollte man € 5,- haben. Wenn man westlich des Gardasees ist, sollte man Arzaga trotz meiner Kritik ruhig spielen. Jeder muss sich ja seine eigene Meinung bilden.

Aussicht vom Castello in Padenghe

Zum Schluss noch ein Insider Tipp vom Reisegolfer für den Raum Padenghe. Von Padenghe kommend Richtung Brescia ist am Ortausgang ein Castello. Ganz toll ist es dort am Spätnachmittag bei gutem Wetter. Vor dort hat man eine grossartige Sicht auf den Gardasee. Und auch sonst ist es einen kleinen Umweg wert. Die Burg ist innen bewohnt und hat viele schöne alte Einzelhäuser. Richtig niedlich dort.

P.S.: Bag tragen war ok. Man sollte aber in guter Verfassung sein. Es geht oft rauf und runter und ich habe ganz schön gekeucht und geschwitzt. Vorteil für Träger ist aber, dass man oft Wege gehen kann, die E-Cart Fahrern verwehrt sind. Die müssen in Arzaga immer auf den Wegen bleiben.

Montag, 1. September 2008

Vorfreude

Irgendwie ist dieser Umzug doof. Kann kaum noch Golf spielen. Nur noch an den Wochenenden. Und da haben wir auch anderes zu tun. Also reichte es auch diese Woche nur zu 9 Loch am Sonntag. Diese zum Glück aber bei klasse Wetter und besten Bedingungen. 

Nächste Woche wird dann aber wieder etwas intensiver gespielt. Eine Woche Gardasee steht an. Wir haben ein Pauschalarrangement mit 3 mal Golf gebucht. Gardagolf, Arzaga und Verona Golfclub. Dazu sind auch noch einige Ausflüge ohne Golf geplant. Wenn dann noch Zeit ist, vielleicht noch 9 Loch in Bogliaco. Bei dem Platz bin ich mir aber nicht so sicher. Habe auch negative Stimmen gehört. Naja. Ich hoffe mal, in 14 Tagen meine eigene Meinung zu haben. Werde auf jeden Fall berichten, wenn ich Internetanschluss finde. Nur noch 4 Tage arbeiten ...

Sonntag, 24. August 2008

Endlich wieder mal...

... "schönes" Golf gespielt. Durch den beruflichen Umzug von London nach Bochum komme ich kaum noch dazu, so oft Golf zu spielen, wie ich möchte. Letztes Wochenende ein Turnier auf meinem Heimatplatz mit mässigem Ergebnis. Dieses Wochenende dann aber wieder mal 18 Loch zusammen mit Nicole auf einem meiner Lieblingsplätze in einem von uns bevorzugtem Spielformat. Vierball Bestball. Für uns hat dies viele Vorteile.

- Wir können in einem Turnier zusammen in einem Flight spielen.
- Jeder kann seinen eigenen Ball spielen
- und wenn der eine mal ein Loch nicht so gut spielt, kann der andere einspringen
Ach ja! Ganz wichtig. Nicole hat wieder mal den Longest Drive Damen gewonnen. Gab dafür übrigens einen Greenfee-Gutschein im Wert von € 70,-. Auch nicht schlecht. Dies werde ich bei den Herren wohl nie schaffen.

Leider kennen wir nicht sooo viele Turniere in diesem Format. Vielleicht kennt ja jemand andere Beispiele für solche offenen Turniere in Norddeutschland und kann mich darüber informieren. Würde uns sehr freuen.

Dienstag, 12. August 2008

Im Pott

Da isser wieder. Mein letzter Bericht ist nun ja auch schon zwei Wochen her. Und in diesen 2 Wochen habe ich auch fast kein Golf gespielt. Wohnungsauflösung in England, Garten, Familientermine u.s.w. Auf jeden Fall war keine Zeit für Golf. Zudem hatte ich letzte Woche Montag meinen ersten Arbeitstag in Bochum. Ich habe zwar oft an Golf gedacht, aber aufgrund meiner Immobilität (kein Auto in Bochum) kam ich halt nicht dazu.

Am Wochenende klappte es dann doch wieder und wir waren mit einer grösseren Truppe unseres Golfclubs in Deinste. Ich hatte im März schon einen Bericht über Deinste geschrieben. Der Kurs ist immer noch der selbe. Also nett. Und nach dem Regen in den letzten Tagen auch schön saftig grün. Hübsch anzusehen. Speziell der Teil um die Wasserhindernisse herum (Loch 1, 4, 5, 11 und 17). Den finde ich immer wieder schön. Besonders am Abend bei entsprechend weichem Licht. Wir hatte auf jeden Fall nette zwei Tage mit viel Spass (und auch Frust).

Nun aber zu meinem eigentlichen Thema. Bochum ist nach der ersten Woche gar nicht mal so schlecht. Und zum pendeln (nur in der Woche hier) ist es für mich fast ideal. Ich kann mit der Bahn fast ins Büro fahren und ich werde demnächst sicher auch eine nette Wohnung finden. Was mir aber, wie oben gesagt, fehlt, ist das Golf. Irgendwann werde ich aber auch ein Fahrzeug hier haben. Bis es soweit ist, würde ich mich über Tipps für Golfen in der Umgebung freuen. Wo ist eine gute Range (überdacht) für den Winter? Welche Plätze muss man gespielt haben u.s.w.. Ich freue mich über alle Vorschläge.

Bis dann

Montag, 28. Juli 2008

Stoke Park (Goldfinger)

Das war es dann also fast mit England. Das letzte Wochenende. Zum Abschluss wollten wir uns dann noch mal was Schönes gönnen. Nach langem überlegen entschied ich mich für den Stoke Park Club. Das ist nicht ein reiner Golfclub. Mehr ein Country Club, bei dem man unter anderem auch Golf spielen kann. Zudem werden auch Übernachtungen und Arrangements angeboten. So ein Arrangement haben wir dann gebucht. Den "18 Hole Break".

Repton Bridge mit Clubhaus (rechts Loch 20)

Der Club (mehr das Clubhaus) müsste Filmfans bekannt sein. Der bekannteste (unter anderem) hier gedrehte Film ist "Goldfinger" aus der James Bond Reihe. Gert Fröbe als "Auric Goldfinger" und Sean Connery als "James Bond" lieferten sich hier ein interessantes Match, bei dem kräftig gemogelt wurde. Ausserdem wurden hier noch andere Filme gedreht. U.a. Bridget Jones, Wimbledon, Layer Cake u.s.w..

Loch 19, Par 3 über die Brücke

Nach einem netten Abend mit feinem Dinner stand ich am nächsten Morgen um 06.00 Uhr auf, um bei hervorragendem Licht ein paar Bilder zu schiessen (siehe unten im Album). Danach duschen, Frühstück, auschecken und beim Proshop melden. Um halb zehn ging es dann auf die Runde. Diesmal alleine mit Nicole. Der Platz hat dreimal 9 Löcher. Nach den Designern Colt und Alison und nach dem Gründer des Clubs (1908) Lane Jackson genannt. Wir begannen auf Loch 19 (Jackson) und spielten nach der Halfway Pause auf Loch 1 weiter. Dadurch konnten wir leider nicht das Loch 18 spielen, auf dem die Golfszene in Goldfinger gedreht wurde. Hatte ich versucht. Gab aber leider ein Turnier an dem Tag. Man kann halt nicht immer alles haben im Leben. War aber auch so recht nett. Bei dem Platz handelt es sich um einen klassischen Parklandkurs mit recht grossen Grüns, die wir beide als recht schnell empfanden. Musste ich mich auch erst wieder dran gewöhnen. Auf der Lane Jackson Runde konnte man fast immer das Clubhaus sehen. Die ersten 18 sind dagegen mehr im Wald und nur zum Anfang und zum Ende beim Clubhaus. Naja. Ehrlich gesagt sind beim Alison Kurs die letzten drei Löcher beim Clubhaus. Also nicht nur im Wald. Bevor mich jemand verbessert.


Und wieder ein schönes Par 3. Loch 7

Wetter war gut, Platz in gutem Zustand und unser Spiel war anständig. Also eine gute Runde. Nicole war nur etwas traurig, dass wir Hugh Grant nicht getroffen haben. Der ist hier Mitglied. Nach einem kleinem Imbiss auf der hübschen Terrasse ging es dann am Spätnachmittag zurück nach Staines.

Finaler Putt auf der 9

Tja. Das war es dann wohl für mich mit Golf in England. Am Montag noch mal 9 Loch in Datchet und dann ist Schluss. Dienstag kommen die Packer und nehmen auch meine Schläger mit. Bin ein wenig wehmütig. Waren drei Jahre mit vielen schönen Erlebnissen, tollen Golfplätzen, vielen Ausflügen in Südengland und Urlauben in Wales, Cornwall, Devon und Schottland. Ich werde in Zukunft versuchen, einmal im Jahr für eine Woche zurückzukehren. Regionen kennen lernen, die ich noch nicht kenne und schöne Golfplätze erkunden. Da gibt es noch viel zu entdecken hier. Die Westküste von Wales, East Anglia, Yorkshire, Northumberland, den Lake District, Nordirland, Irland, East Lothian... Das braucht einige Jahre. Ab nächste Woche arbeite ich dann in Bochum. Mal sehen, wie es in der Region mit Golf aussieht. Würde mich über Kommentare mit Golf-Tipps zur Region freuen. Dort kenne ich mich eigentlich überhaupt nicht aus. Aber das kann man ja ändern.

Loch 18 (bekannt aus Goldfinger)

Abschliessend kann ich nur sagen: "Good bye, England. See you next time".

Stoke Park Club

P.S.: Ach ja. Am Samstag haben wir bei Ebay sofort die DVD mit "Goldfinger" bestellt. Habe ja nun etwas mehr Bezug zum Film

Freitag, 25. Juli 2008

Bearwood Lakes

Gestern war ich Mitglied im Bearwood Lakes Golfclub! Für einen Tag. Ja, das gibt es auch. Der Club wurde mir wieder mal empfohlen. Diesmal vom Headpro des Henley Golfclubs auf die Frage, welches die schönsten Plätze westlich von London sind. Die meisten anderen hatte ich im Rahmen meiner "Abschiedstournee" schon getestet. Diesen Club hatte ich mir für das Finale aufbewahrt. Da wollte ich was wirklich besonderes spielen. Naja. Fast Finale. Samstag kommt ja auch noch. Bearwood Lakes ist eigentlich ein private Member Club. Aber auf Anfrage werden auch Day Memberships verteilt. Um so eine hatte ich mich bemüht und dann letztendlich auch bekommen. Um es vorwegzunehmen. Der Tag war ein echtes Erlebnis.


Loch 18 mit Clubhaus


Der Club befindet sich in der Nähe von Wokingham und war am vormittag sehr gut zu erreichen. Nachdem wir auf dem Parkplatz angekommen waren, suchten wir erst einmal den Proshop. War nicht so einfach. Dort sagten wir unseren Namen und der "Überfall" begann. Rebecca. Ich kann Rebecca schwer beschreiben. Für uns war sie eine Art Naturphänomen, welches ohne Vorwarnung über einen hereinbricht. Schlank, glatte lange Haare und redete wie ein Maschinengewehr. "A warm welcome. Nice to meet you. Here is your present. This is Martin (or Fred or whatever). Here could you do this, here could you do that." So wurden wir innerhalb von ca. 5 Minuten durch den Club gehetzt. Danach verschwand sie und sie wart nimmer wieder gesehen. Es war alles sehr nett. Aber ich konnte kaum Luft holen. Das wichtigste hatten wir aber verstanden. Und so begannen wir dann den Tag zu geniessen.

Blick zum Grün Loch 9

Das Gelände, auf dem sich der Club befindet, gehörte mal zum Bearwood College. Eine Privatschule. Bearwood war bis 1921 der Sitz der Familie Walter. Diese waren die Gründer und Eigentümer der Times Zeitung. Aus finanziellen Gründen wurde zuerst alles an die Schule verkauft. In den Neunzigern brauchte dann auch die Schule Geld und ein Grossteil des Grundstücks wurde an einen Investor verkauft, der den Bearwood Lakes Golfclub als sehr exklusiven Privatclub gründete. Der Golfplatzarchitekt Martin Hawtree hat 1996 aus einem Wald einen einzigartigen Platz gebaut, der niemals langweilig ist. Schon der Blick vom Clubhaus lässt eine grosse Lust auf die bevorstehende Runde entstehen.

Loch 11, view from white Tee

Unsere Runde begann recht gut. Aber wir mussten schon ab Loch 1 warten. An Loch 3 stiess dann Ed zu uns. Ed war Mitglied und sehr nett. Sehr britisch nach meinem Empfinden. Von ihm bekamen wir auch gute Tipps zu den einzelnen Löchern und schöne Geschichten (die wir aber nicht immer verstanden..). Nach 9 Loch waren wir dann wieder alleine und machten erstmal eine kleine Pause an der niedlichen Halfwayhütte. Dann ging es auf die zweiten 9. Hier waren einige Löcher am "Lake". Nicole nannte es "malerisch". Trifft es wohl auch am besten. Auf jeden Fall waren wir froh, auch hier manchmal warten zu müssen. Der Ausblick war ja immer toll.

Signature Hole, Loch 14

Die Scores waren anständig. Die Spieler waren zufrieden und kaputt und wir hatten uns das Abendessen auf der Clubhausterasse redlich verdient.

Blick vom Clubhaus auf Loch 18

Es war also ein grossartiger Tag. Das Wetter spielte auch mit. Also perfekt für die Abschiedswoche hier in England. Samstag gibt es dann das finale Highlight. Stoke Park. Auf den Spuren von Goldfinger.

Bearwood Lakes

Sonntag, 20. Juli 2008

Meisdorf

Am Wochenende waren wir (nun schon das dritte Jahr) mit einer grösseren Gruppe von Golfern in Meisdorf. Der Ort und der Golfplatz liegen am nördlichen Rand des Harzes etwas südöstlich von Quedlinburg. Das Wochenende war ein Pauschalangebot inklusive Übernachtung im benachbarten Schlosshotel, einmal Abendessen und natürlich Golf spielen. 

Grün Loch 14

Der Golfplatz ist nett angelegt und in sehr gutem Pflegezustand. Eine gute Mischung aus schweren und leichten Löchern. Die ersten neun Loch sind noch recht flach. Später wird es dann aber hügelig. Vor allem bei heissem Wetter empfiehlt sich dann ein Cart zu nehmen. Bei vielen Löchern konnte man das Grün erst sehr spät sehen. Die Löcher 1 und 10 haben sogar einen Fahnenmast, der anzeigen soll, ob das Grün frei ist (beides kurze Par 4 mit Dogleg, die von Longhittern angegriffen werden können). Die besten (und auch schwersten) Bahnen sind nach meinem Urteil die 8 und die 13. Beides lange Par 4, bei denen man das Ziel nicht sofort sieht. Ach ja. Die Grüns empfand ich als seltsam. Manche schnell, manche langsam und teils sehr wellig. Jedes reagierte anders.

Loch 18 mit Clubhaus

Nach der Runde geht es dann auf eine schöne Terrasse, von der man die Löcher 9 und 18 einsehen kann. Hier kann man wunderbar "versacken". Der Ort Meisdorf selbst hat eigentlich nur den Golfplatz und das Schlosshotel zu bieten. Das kulinarische Angebot beschränkt sich ausserhalb der Anlage anscheinend nur auf das ehemalige Dorfbordell. Die Karte ist verlockend ( (-; ) und das Personal ist skurril, aber lieb. 

Kulinarischer Höhepunkt

Man kann den Ausflug dorthin also ruhig machen. Mit grösseren Gruppen macht es sicher am meisten Spass. Noch eins zum Schluss. Sonst schreibe ich ja kaum über meine eigene Leistung. Dieses Mal war es aber mal richtig gut!

The Winner takes it all...

Donnerstag, 17. Juli 2008

Worplesdon

Gestern habe ich es vollendet. Ich habe jetzt alle 3 W's gespielt. Nach West Hill und Woking nun auch Worplesdon. Alle drei Plätze liegen sehr nah beieinander. In Fachpublikationen hier "streitet" man darüber, welcher der drei der Beste ist. Nun kann ich mir endlich ein eigenes Urteil bilden. Aber erstmal zu Worplesdon selber. 

West Hill links oben, Woking rechts oben und Worplesdon unten

Wie alle dieser Traditionsclubs in Surrey hat er ein tolles, altes Clubhaus. Dieses hatte sogar einen Uhrenturm. Sehr Hübsch. Der Eingangsbereich war mit dunklem Eichenholz ausgekleidet und voll mit "Siegertafeln". Von 1908 bis heute. Dazu noch ein grosser Schrank mit dem Clubsilber. In einigen Kommentaren las ich dass die Mitglieder etwas "stuffy" sein sollen. Kann ich aber nicht bestätigen. Die, die wir getroffen haben, waren nett und freundlich. Bekannt ist der Club auch für seinen jährlichen gemischten Vierer. Dieser wird seit 1921 ausgetragen. Offene Einzelturniere gibt es auch. Die Handicapbegrenzung fand ich dann aber als Normalgolfer etwas heftig. Handicap 4. Sooo schwer ist der Kurs nun auch nicht. Sogar ich habe hier mein Handicap gespielt. Das schaffe ich auch nicht immer.

Grün Loch 4 mit Clubhaus

Der Platz ist auch wieder typisch für die Gegend. Sandiger Untergrund und Heidekraut. Unterscheiden kann man die Plätze eigentlich nur durch das Design. Dieser Platz wurde von John Frederik Abercromby erstellt. Es war sein erster Platz. Ich muss sagen, sehr gelungen. Irgendwann muss ich nochmal "The Addington" spielen. Soll sein Meisterstück sein. Was mir am besten gefiel, waren die Par 3's. Alle erhöht und immer gut geschützt (meistens durch Bunker). Das Signature Hole des Platzes ist die 10. Ein sehr hübsches Par 3, welches über einen See anzuspielen ist. Ich persönlich finde Loch 13 besser. Eines der besten Par 3's, die ich bisher gespielt habe (nach Loch 3 in Moorfleet). Naja. Muss jeder selber entscheiden.

Grün Loch 13 (173 yard)

Ganz hervorragend geeignet ist der Club auch für eine Studie von langen Socken zusammen mit kurzen Hosen bei älteren Herren. Ich habe es schon mal erwähnt, aber ich finde es immer wieder witzig. Zum schiessen. Diesmal wurden wir sogar bei der telefonischen Buchung darauf hingewiesen. "Shorts bitte nur mit langen Socken". Ich sollte mal bei unserem Club eine neue Kleiderordnung anregen. Amüsant ist es auf jeden Fall. 

Lange Socken auf Loch 4

Tja. Nun zum Fazit. Worplesdon sollte man auf jeden Fall mal gespielt haben. Das recht hohe Greenfee ist gut angelegtes Geld. Wir hatten zudem noch das Glück, dass wir fast alleine auf dem Kurs waren. Eine richtig schöne Runde also. Mit viel Freude. Wenn ich mich nun aber auf einen Platz der drei festlegen müsste, lautet meine Entscheidung: WEST HILL. Ich kann nicht genau sagen, warum. Ich glaube, weil er schön und zugleich sehr anspruchsvoll ist. Geschichte hat er auch zu bieten. Aber eigentlich kann ich jedem nur empfehlen: Spielt sie alle. Es lohnt sich.

Worplesdon

Dienstag, 15. Juli 2008

Beaconsfield

Gestern war ich das erste Mal nach 8 (in Worten acht) Tagen ohne Golf wieder mal unterwegs. Da es mit England erstmal dem Ende entgegengeht, spiele ich natürlich nicht jeden beliebigen Platz in der Nähe. Kollege Tom überzeugt mich, in Beaconsfield zu spielen. Die Website sah auch ganz ok aus. Also hin. 30 Minuten Anfahrt vom Büro und anfangen um 17.30 war machbar (Wir werden allmählich zu den schnellsten 2er Flights in Buckinghamshire gezählt (-;  ). 

Der Club hat auch schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel und bei der Anfahrt sieht man auch schnell, dass es sich um einen Privat Member Club handelt. Tolles altes Clubhaus und sogar einen eigenen Bahnhof. Gegründet wurde der Club 1902 von Colonel William Baring Du Pre als 9-Loch Platz zur Nutzung für die Familie (mmmmh, very posh). 1913 wurde es ihm dann wohl doch zu einsam auf seinem Familienplatz und der Platz wurde auf 18 Löcher erweitert und Mitglieder wurden zugelassen. Harry Colt wurde engagiert (einige Löcher/Grüns sind sehr typisch für sein Art von Design) und der neue Platz wurde gebaut. Im Juli 1914 gab es dann ein Eröffnungsmatch zwischen Harry Vardon und Ted Ray (heutzutage vergleichbar mit Tiger Woods und Phil Michelson).  Leider begann 3 Wochen nach der Eröffnung der 1. Weltkrieg und der Club machte erstmal seinen Laden dicht. 1921 ging es dann weiter. Diesmal noch zusätzlich zu Harry Vardon (der mit Griff)  Abe Mitchell, George Duncan und James Braid. Nun hatte man aber Glück und es war erstmal für einige Jahre kein blöder Krieg. Der Club konnte sich entwickeln. Und 1951 wurde er sogar für 12.000 Pfund von seinen Mitgliedern gekauft (Der Colonel war grade gestorben). Nun aber zum Platz an sich.

Das erste Par 3 (Loch 5)

Die ersten 5 Loch gehen über relativ flaches Gelände. Die Grüns gut mit Bunkern geschützt und etwas erhöht. Nichts besonderes also. Aber nett anzusehen. Um zum Loch 6 zu gelangen, muss man die Eisenbahnstrecke London-Birmingham überqueren. Loch 6-13 sind dann wesentlich hügeliger. Aus meiner Sicht auch interessanter. Teilweise waren richtige Krater in den Verlauf der Löcher eingebaut. Um da runter zu kommen, gab es sogar Treppen. Was ich auch typisch fand, war die grosse Anzahl der Bunker. Manchmal waren mitten auf dem Fairway 4 Stück in Drivelänge schräg angelegt. Man musste also auch mal nachdenken. Der Abschluss (Löcher 14-18) war dann noch recht abwechslungsreich. Langes Par 5, kurzes Par 4, langes Par 4 und eine nettes erhöhtes Par 3 (oh. habe ein Par 4 vergessen. Das war aber auch nicht so toll). Leider hatte das Clubhaus nach unserer 3-Stunden Runde schon zu. Wahrscheinlich hätten wir ohne Krawatte und Sakko sowieso wieder kein Bier bekommen. Und müde war ich auch (bin um 04.00 Uhr UK Zeit aufgestanden). 

Loch 9 (Birdie...)

Fazit: Der Platz und das Clubhaus waren gut. Das Greenfee (50Pfund) etwas überteuert und die Grüns waren recht langsam. Und Luke Donald haben wir auch nicht getroffen...

Loch 17 mit Krater vor dem Grün

Link zum Album:

Donnerstag, 10. Juli 2008

Ryder Cup 2010 in Wales

Falls jemand Ende September 2010 nichts besseres vor hat. Hier kann man sich bewerben. Kostet "nur" 50 Pfund Bewerbungsgebühr. Wenn man dann angenommen wird, bekommt man immerhin jeden Tag ein Brötchen und ein Heissgetränk. Dazu noch pro Tag einen Verzehrgutschein über 12 Pfund, den man aber auch(Achtung) für Souvenirartikel einsetzen darf. Unterkunft kann man sich irgendwo suchen (natürlich auf eigene Kosten).

Das hört sich aus finanzieller Sicht nicht allzu verlockend an. Aber ehrlich gesagt überlege ich, eine Bewerbung zu senden. Wann kommt man schon mal ohne Eintritt zum Rydercup?

Mittwoch, 2. Juli 2008

Woking

Gestern ging es im Rahmen meiner "Abschiedstournee" nach Woking. Der Kurs hat eine Menge Geschichte zu bieten, welche man auch auf dem Gelände spüren kann. Gegründet wurde der Club 1893 von ca. 100 Londoner Anwälten. Das Land war günstig von der Londener Stadtverwaltung zu erwerben. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man bei Woking in (damals) unbewohnter Umgebung sehr viel Land erworben, um Verstorbene aus London begraben zu können. London platzte damals aus allen Nähten und man wusste nicht mehr, wohin mit den Verstorbenen. Krematorien waren gesetzlich verboten. Viele Jahrzehnte ging jeden Tag ein Zug in Waterloo Richtung Woking ab. An Bord Särge und Angehörige. 

Um 1890 erkannte man dann, dass man so viel Land gar nicht brauchte und man suchte einen Käufer. Ein paar Anwälte kamen in ihrem Barrister Club auf die glorreiche Idee, das Land zu erwerben und dort einen Golfclub zu gründen. Die Lage war für damalige Verhältnisse perfekt. Direkt an der Bahnverbindung London - Southhampton. Tom Dunn (Bruder des US Open Siegers 1894) wurde engagiert um den Platz zu "designen". Der Club führte Pionierarbeit für den Golfsport um London herum aus. Das Gründstück bestand meist aus Sandboden und Heidekraut. Kein Mensch wäre davor auf die Idee gekommen, dort einen Golfplatz zu bauen. Das Gelände erwies sich aber als perfekt für den Sport. Gute natürliche Drainage und recht einfach zu pflegen. Wenn man dort spielt, ist es für mich faszinierend, wie man mit damaligen Mitteln dort einen Golfplatz bauen konnte. Einfach toll. 

Grün, Loch 8. Gut verteidigt.

Anfang des 20. Jahrhundert war Woking DER Golfplatz für Golfer aus London, die etwas auf sich hielten. 1904-05 war übrigens ein regierender Premierminister (A.J. Balfour) Captain im Woking GC. Es gibt Geschichten, dass er sogar Parlamentssitzungen schwänzte, um eine Runde in Woking zu spielen. Später kamen dann andere Clubs in der Region dazu, die Woking etwas entlasteten. West Hill, Worplesdon, Sunningdale, Swinley Forest... 

Grün Loch 18

Auch auf dem Gebiet der Golfarchitektur wurde in Woking etwas neues geleistet. Zwei Mitglieder waren irgendwann nicht mehr mit dem Verlauf von Loch 4 zufrieden. Kurzerhand wurde das Course Comittee überzeugt, in die Mitte des Fairways von Loch 4 einen Bunker zu bauen.  Da der Bunker auf Höhe der Drivelänge der guten Golfer platziert wurde, waren die Spieler mit einem Male mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Diese Idee wurde anschliessend von Woking aus mehrfach weltweit übernommen und gehört heute fast schon zum Standard. Damals war es aber nicht normal. 

Nun aber auch kurz zu meinen eigenen Erlebnissen dort. Es war gut, dass wir keine Short anhatten. Es liefen dort zwar viele mit kurzer Hose herum, aber jeder hatte knielange Socken an. Tradition hin oder her. Aber das sah wirklich albern aus. Eine andere Tradition fand ich ganz hervorragend. Die Grüns in Woking galten immer schon als herausragend. Und das waren sie auch wirklich. Sehr onduliert und unglaublich schnell. Der Boden war so hart, dass man kaum mit der Pitchgabel die Ballmarken entfernen konnte. Der Platz war nicht zu lang (6300 Yard), was mir als Nicht-Longhitter entgegen kam. Dazu kam noch der Preis (35 Pfund ab 15.30Uhr), der Woking an die Spitze meiner Kurse bezüglich Preis-Leistung führte. Einen Nachteil gab es aber doch. Wir bekamen nach unserer Runde kein Bier. Warum? Wir hatten kein Sakko und keine Krawatte dabei...

Hier noch die Bilder von gestern


Woking